Lanz & Precht – Entscheidende Phase - Frieden schaffen mit noch mehr Waffen
#168

Entscheidende Phase - Frieden schaffen mit noch mehr Waffen

Lanz & Precht / 22. November 2024 / 9 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode dreht sich um zwei brisante Themen: den FDP-Skandal um die als „Operation D-Day

„Deutschland hat dann über fünf Wochen lang keine funktionsfähige Regierung gehabt, weil ein Koalitionspartner seinen Ausstieg vorbereitet hat. Das ist an Verantwortungslosigkeit nicht so einfach in der bundesrepublikanischen Geschichte zu überbieten.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (9)

Artikel über FDP-Strategiepapier
Artikel

Artikel über FDP-Strategiepapier

Robert Pausch

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:11:18 „so beschreibt es Robert Pausch in der Zeit, von Anfang an mitgedacht“

Lanz verweist auf die Recherche von Robert Pausch in der ZEIT, die die FDP-Strategie zum Koalitionsbruch enthüllt hat

Zum Artikel bei ZEIT Online
Recherche zum FDP-Ausstiegsplan ('D-Day')
Artikel

Recherche zum FDP-Ausstiegsplan ('D-Day')

Robert Pausch

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:12:24 „So beschreibt es Robert Pausch in der Zeit, von Anfang an mitgedacht. Das ist natürlich auch ein hartes Spiel. Du sagst, da ist aus Versehen ein Strategiepapier, ein paar Gedanken, grundsätzlicher Art zu den Grünen an die Öffentlichkeit gekommen.“

Markus Lanz verweist auf die Recherche von Robert Pausch in der ZEIT, die enthüllt hat, dass die FDP-Führung von Anfang an geplant hatte, ein vertrauliches Anti-Grünen-Papier gezielt an die Presse durchzustechen. Die Recherche belegt die strategische Inszenierung des Koalitionsbruchs.

Zum Artikel bei ZEIT Online
Die Achse der Autokraten
Buch

Die Achse der Autokraten

Anne Applebaum

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:25:30 „Als die Historikerin Anne Applebaum, die gerade ein sehr, sehr erfolgreiches Buch, weltweiter Bestseller, die Achse der Autokarten veröffentlicht hat. Ich habe Teile davon auch bereits gelesen, interessantes Buch, Friedenspreis des deutschen Buchhandels bekommt eine Frau, die mehr Waffen für die Ukraine fordert.“

Markus Lanz bringt Anne Applebaums aktuelles Buch ins Gespräch, als es um die grundsätzliche Positionierung gegenüber dem Ukraine-Krieg geht. Er beschreibt es als weltweiten Bestseller und erwähnt, dass Applebaum dafür den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hat. Das Buch dient als Ausgangspunkt für eine kontroverse Diskussion über westliche Interventionspflichten.

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Friedenspreis-Rede in der Paulskirche
Rede

Friedenspreis-Rede in der Paulskirche

Anne Applebaum

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:26:01 „Nicht nur das, die in ihrer Rede sagt, der Westen hat das Recht überall in der Welt, wo eine liberale Demokratie gefährdet ist, also zugrunde zu gehen, gestürzt zu werden oder was weiß ich was, die Gefahr besteht, dass sich in eine Autokratie verwandelt, hat ja überall in der Welt das Recht militärisch einzugreifen. Das ist einer der ungeheuerlichsten Sätze, die ich überhaupt je in den letzten Jahrzehnten gehört habe.“

Richard David Precht kritisiert scharf Anne Applebaums Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Paulskirche. Er stört sich an ihrer These, der Westen habe das Recht, überall militärisch einzugreifen, wo liberale Demokratien gefährdet seien. Precht vergleicht diese Position mit der Dominotheorie der 1960er Jahre, die den Vietnamkrieg rechtfertigte.

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Friedenspreis-Rede in der Paulskirche
Rede

Friedenspreis-Rede in der Paulskirche

Anne Applebaum

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:27:32 „sagt in dieser Rede am 20. Oktober in der Paulskirche Folgendes. 1938 äußert sich Thomas Mann, den wir alle kennen, entsetzt über die Situation in Deutschland“

Lanz zitiert ausführlich aus Applebaums Rede zum Friedenspreis des deutschen Buchhandels, in der sie Thomas Mann und George Orwell zum Thema Pazifismus anführt

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Memoiren (Vorabdruck in der Zeit)
Buch

Memoiren (Vorabdruck in der Zeit)

Angela Merkel

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:39:37 „Dieser Tage druckt die Zeit, waren jetzt die ersten vor Abdruck Merkels Memoiren. Und sie denkt darüber nach, wie das damals war auf dem NATO-Gipfel in Bukarest. Und sagt, in Bukarest wurde damals 2008, da sind wir jetzt, nicht über die Mitgliedschaft der Ukraine und Georgiens in der NATO entschieden.“

Lanz bezieht sich auf den Vorabdruck von Angela Merkels Memoiren in der Zeit. Er nutzt Merkels Erinnerungen an den NATO-Gipfel 2008 in Bukarest und die Münchner Sicherheitskonferenz 2007, um zu zeigen, dass Merkel durchaus ein Gespür für die russischen Befindlichkeiten hatte und die NATO-Erweiterung bewusst bremste.

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Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007
Rede

Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007

Wladimir Putin

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:41:11 „Und hat von einer monopolaren Welt gesprochen. Hat damals gefragt, aber was ist das eigentlich, eine monopolare Welt? Und sagt dann, es läuft darauf hinaus, es gibt ein Zentrum der Macht, es gibt ein Zentrum der Stärke, es gibt ein Entscheidungszentrum. Es ist die Welt eines einzigen Hausherrn und eines einzigen Souveräns.“

Lanz und Precht diskutieren Putins berühmte Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 als Schlüsselmoment. Precht beschreibt die Rede als Ausdruck tiefer Enttäuschung über den Westen, insbesondere nach dem Irakkrieg 2003. Beide sehen darin einen Wendepunkt, an dem Putin ankündigte, die US-amerikanische Vormachtstellung nicht mehr hinzunehmen.

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Eine Geschichte Russlands
Buch

Eine Geschichte Russlands

Orlando Figes

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:47:18 „Orlando Figues ist ein britischer Historiker, der in London lehrt. Und der ist einer der absoluten Experten weltweit renommiert, wenn es um Russland und russische Geschichte geht. Der hat 2022, glaube ich, ein Buch veröffentlicht, eine Geschichte Russlands, in dem ich damals ziemlich ausführlich gelesen habe.“

Lanz zieht das Buch von Orlando Figes heran, um die These zu stützen, dass Putins imperiales Denken tief in der russischen Geschichtsschreibung verwurzelt ist. Figes argumentiert laut Lanz, dass es immer wieder die gleichen Ideen, Mythen und Methoden waren, mit denen Russland seine Vergangenheit deutet — und dass der Konflikt daher fast unvermeidbar war.

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Über die historische Einheit der Russen und Ukrainer
Essay

Über die historische Einheit der Russen und Ukrainer

Wladimir Putin

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:47:56 „Und wenn man sich den Essay von Putin aus dem Jahre 2021, glaube ich, nochmal anschaut.“

Lanz verweist auf Putins programmatischen Essay von 2021 über die angebliche historische Einheit von Russen und Ukrainern. Er nutzt diesen Text als Beleg dafür, dass Putin die Ukraine nicht als eigenständige Nation anerkennt, sondern als Region Russlands betrachtet — eine Denkweise, die laut Lanz auf russische Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts zurückgeht.

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