Material World
Markus Lanz & Richard David Precht
Aus dem Sommerurlaub heraus schwärmt Markus Lanz vom Buch «Material World» von Ed Conway, das sechs unscheinbare Rohstoffe — Sand, Eisen, Salz, Öl, Kupfer und Lithium — als unbesungene Helden der modernen Zivilisation porträtiert. Die zentrale Erkenntnis: Allein 2019 wurde mehr Material aus der Erdkruste gesprengt als in der gesamten Menschheitsgeschichte bis 1950, und trotz aller technologischen Fortschritte stecken wir tiefer in der Abhängigkeit von Rohstoffen als je zuvor.
„Im Jahre 2019 wurde mehr Material aus der Erdkruste gegraben und gesprengt als in der gesamten Zeit seit Anbeginn der Menschheit bis ungefähr 1950.“
Erwähnte Medien (14)
Ich hab noch Sand in den Schuhen von Hawaii
Bill Ramsey
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:01:00 „Und passend hier zu meinem Urlaub ist, ich habe noch Sand in den Schuhen von Hawaii.“
Precht kontert Lanz' Schlager-Zitat mit einem weiteren Bill-Ramsey-Schlager, der thematisch zu seinem Strandurlaub passt. Die beiden scherzen über deutsche Schlagerklassiker.
Ich habe noch Sand in den Schuhen von Hawaii
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:01:05 „Und passend hier zu meinem Urlaub ist, ich habe noch Sand in den Schuhen von Hawaii.“
Markus Lanz zitiert eine weitere Liedzeile passend zum Urlaubsthema.
Deine Spuren im Sand
Howard Carpendale
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:01:10 „Oder Howard Carpendale, Deine Spuren im Sand. Deine Spuren im Sand. Die ich gestern noch fand. Die ich gestern noch fand.“
Precht setzt die Schlagerkette fort und singt den Refrain von Howard Carpendales Hit an. Die Sand-Thematik wird spielerisch von Schlager zu Schlager weitergeführt.
Hello Again
Howard Carpendale
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:01:24 „Hello again. Hello again. Siehst du, das geht mir so durch den Geist. Bei monotonen Strandliegen und Auf- und Abgehen und so.“
Precht zitiert einen weiteren Carpendale-Klassiker und erklärt, dass ihm beim monotonen Strandliegen solche Ohrwürmer durch den Kopf gehen.
Material World
Ed Conway
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:01:44 „Ich lese gerade ein Wahnsinnsbuch, Material World at Conway. Weiß nicht, ob du davon gehört hast. Nee, aber erstmal finde ich das spannend. Während ich einfach so blöd vor mich hin stiere, liest du schwierige Bücher.“
Das zentrale Buch dieser Episode. Markus Lanz empfiehlt es begeistert als ein Buch über sechs Rohstoffe – Sand, Eisen, Salz, Öl, Kupfer und Lithium –, die als unbesungene Helden der Neuzeit die Grundbausteine unserer modernen Welt bilden. Conway reist dafür um die Welt, besucht Bergwerke und Fabriken, und verwandelt das trockene Thema Rohstoffe in eine mitreißende Geschichte des Staunens.
Erde im Gleichgewicht
Al Gore
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:03:14 „seit dem Buch von Al Gore in den 90ern, sich verdoppelt haben gegenüber dem, was bis dahin sich an CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre angesammelt hat“
Precht verweist auf Al Gores Klimabuch aus den 1990er Jahren, um die Beschleunigung der Umweltschäden zu illustrieren.
Eine unbequeme Wahrheit
Al Gore
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:03:20 „Die Schäden, die wir an der Atmosphäre angerichtet haben, seit dem Buch von Al Gore in den 90ern, sich verdoppelt haben gegenüber dem, was bis dahin sich an CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre angesammelt hat.“
Precht nutzt Al Gores bekanntes Klimabuch als zeitlichen Referenzpunkt, um zu illustrieren, wie dramatisch sich die CO2-Belastung seit den 90er Jahren beschleunigt hat. Er zieht eine Parallele zum exponentiellen Rohstoffhunger, den Conway in Material World beschreibt.
Die Grenzen des Wachstums
Club of Rome / Dennis Meadows u.a.
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:06:34 „Die Fragen, die man sich ja immer stellt, der Club of Rome sich schon Anfang der 70er Jahre gestellt hat. Wie viel ist denn davon eigentlich da und wie lange reicht das? Und wie viel kann man dann künstlich herstellen oder auf andere Art und Weise gewinnen?“
Precht verweist auf die berühmten Fragen des Club of Rome nach den Grenzen der Ressourcen, die schon Anfang der 70er Jahre gestellt wurden. Er ordnet die heutige Rohstoffdebatte in eine lange Tradition des Nachdenkens über Endlichkeit ein.
Cradle to Cradle: Remaking the Way We Make Things
Michael Braungart, William McDonough
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:13:41 „Also der Mann, der das hier in Deutschland begründet hat quasi und von dem das auch stammt, das Cradle-to-Cradle, Michael Braungart, war ein Kollege in Lüneburg und ich war häufiger mit ihm gemeinsam auf Veranstaltungen.“
Lanz bringt die Cradle-to-Cradle-Idee als konsequente Kreislaufwirtschaft ins Gespräch. Precht erzählt, dass er Michael Braungart persönlich kennt und beschreibt dessen Vision, Produkte von Anfang an so zu designen, dass sie zu 100 Prozent recycelt werden können. Das Konzept wird ausführlich diskutiert, inklusive Braungarts These, dass Cradle-to-Cradle-Produkte strukturell 20 Prozent günstiger seien.
Ich war eine Dose
Titanic (Magazin)
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:19:51 „Ich erinnere mich daran, die Titanic hat damals ein Cover gemacht, da war ein blecherner Jesus am Kreuz und darunter stand, ich war eine Dose. Das war die Antwort darauf, dass es irgendwelche anderen Produkte gab, wo eben klar gemacht wurde, was man aus etwas machen kann.“
Precht erinnert sich an ein provokantes Titanic-Cover aus den späten 70er Jahren, das die aufkommende Recycling-Debatte satirisch kommentierte. Er erzählt, dass sich die Kirche damals massiv darüber aufgeregt hat, und nutzt die Anekdote als historischen Bezugspunkt für die Kreislaufwirtschafts-Diskussion.
I, Pencil
Leonard Read
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:20:35 „Ein Essay von Leonard Reed, glaube ich, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der Ende der 50er einen berühmt gewordenen Aufsatz geschrieben hat mit dem Titel »Ich, der Bleistift«. Ich weiß nicht, ob du den kennst. Ich kannte das nicht.“
Lanz zitiert ausführlich aus dem berühmten Essay, in dem ein Bleistift aus seiner eigenen Perspektive beschreibt, wie komplex seine Herstellung ist – von Zedernholz aus Amerika über Grafit aus Sri Lanka bis zu Kupfer und Zink von der anderen Seite der Welt. Lanz nutzt den Text, um Conways These von der unsichtbaren globalen Abhängigkeit bei Rohstoffen zu untermauern.
I, Pencil (Ich, der Bleistift)
Leonard Read
🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:23:03 „Ein Essay von Leonard Reed, glaube ich, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der Ende der 50er einen berühmt gewordenen Aufsatz geschrieben hat mit dem Titel »Ich, der Bleistift«.“
Lanz liest aus dem berühmten Essay vor, um die globale Vernetzung bei der Herstellung selbst einfachster Produkte zu veranschaulichen. Der Essay wird im Buch von Conway zitiert.
Der Hase und der Igel
Brüder Grimm
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:24:10 „Genau, und fühlt sich dabei wie in dem Märchen vom Hasen und vom Igel. Und dem Igel, genau. Das ist so. Es gibt ja keine unberührten Teile der Welt mehr.“
Precht verwendet das Grimm'sche Märchen als Metapher für Deutschlands Rohstoffdiplomatie: Staatssekretärin Franziska Brantner reist um die Welt, um Ressourcenzugänge zu sichern, doch überall waren die Chinesen schon vorher da – wie der Igel, der immer schon am Ziel wartet.
Nachmittage
Ferdinand von Schirach
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:44:51 „Das beschreibt, ich glaube, Ferdinand von Schirach in seinem letzten Buch, das ich sehr empfehle als Sommerlektüre. Da geht es genau darum.“
Lanz empfiehlt Ferdinand von Schirachs jüngstes Buch als Sommerlektüre, in dem offenbar auch das Thema beschrieben wird, dass weiße Sandstrände aus Papageienfisch-Kot bestehen. Der genaue Titel wird nicht genannt, Lanz sagt nur 'sein letztes Buch' — es dürfte sich um eines seiner jüngeren Werke handeln.