Lanz & Precht – Heiterkeit
#122

Heiterkeit

Lanz & Precht / 05. Januar 2024 / 14 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Zum Jahreswechsel kreist das Gespräch um gute Vorsätze, die sich Jahr für Jahr wiederholen — und nie eingelöst werden. Beide reflektieren, wie Routinen und Alltagstaktik die wirklich wichtigen Dinge verdrängen: Freundschaften pflegen, weniger arbeiten, mehr Zeit für das Soziale. Was als Selbstbeobachtung beginnt, mündet in eine kleine Kulturkritik: Die Diktatur der Taktik über die Strategie gilt nicht nur für die Politik, sondern auch fürs eigene Leben.

„Die Gewohnheiten sind einfach viel stärker als der Wille.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (14)

Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie das alles ein gutes Ende nehmen kann
Buch

Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie das alles ein gutes Ende nehmen kann

Axel Hacke

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:05:04 „Ich habe das Buch von Axel Hacke gelesen über die Heiterkeit. Es ist ein großartiges Buch über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wichtig uns der Ernst des Lebens sein sollte.“

Markus Lanz empfiehlt das Buch als Ausgangspunkt für das Gespräch über Heiterkeit in schwierigen Zeiten. Es ist das zentrale Werk der Episode, auf das beide Sprecher immer wieder Bezug nehmen. Lanz zitiert mehrfach daraus und nutzt Hackes Thesen als Gesprächsgrundlage – etwa zur Gnadenlosigkeit sozialer Medien, zum Fall Armin Laschet und zur kulturgeschichtlichen Linie von Platon über das Christentum bis heute.

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Was bin ich?
Serie

Was bin ich?

Robert Lembke

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:10:14 „Wenn du sagen würdest, prototypisch, was ist heiter? Zum Beispiel im Fernsehen. Was war eine heitere, schöne Sendung? Hätte ich zwei im Kopf gehabt. Die eine war Dalli Dalli und die andere war, was bin ich? Robert Lemke.“

Lanz nennt die TV-Show als Paradebeispiel für Heiterkeit im Fernsehen, inspiriert durch Axel Hackes Buch. Beide Sprecher schwärmen über das simple, unaufgeregte Konzept der Sendung und sehen darin ein Sinnbild für eine verlorengegangene Leichtigkeit in der deutschen Unterhaltungskultur.

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📺
Serie

Dalli Dalli

Hans Rosenthal

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:10:14 „Wenn du sagen würdest, prototypisch, was ist heiter? Zum Beispiel im Fernsehen. Was war eine heitere, schöne Sendung? Hätte ich zwei im Kopf gehabt. Die eine war Dalli Dalli und die andere war, was bin ich?“

Lanz nennt Dalli Dalli neben 'Was bin ich?' als prototypisches Beispiel für heitere Fernsehunterhaltung. Die Sendung wird als Sinnbild einer unbeschwerten, unschuldigen Unterhaltungskultur erwähnt, die es so heute nicht mehr gibt.

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Dokumentation über deutsche Talkmaster
Doku

Dokumentation über deutsche Talkmaster

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:12:54 „Ich habe ja mal diese sehr beeindruckende Dokumentation gesehen über mehrere deutsche Talkmaster und was die so vorher erlebt hatten, bevor sie Talkmaster im deutschen Fernsehen waren.“

Precht erwähnt eine Dokumentation, die zeigt, welche traumatischen Erfahrungen deutsche Fernseh-Entertainer wie Hans Rosenthal (Holocaust-Überlebender) und Kuhlenkampf (Kriegsveteran) vor ihrer Karriere gemacht hatten. Er nutzt das als Beleg, dass die heitere Nachkriegs-Fernsehunterhaltung vor dem Hintergrund tiefen persönlichen Grauens zu verstehen ist.

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Hitlerjunge Salomon
Film

Hitlerjunge Salomon

Agnieszka Holland

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:15:05 „Wenn ich an Sali Perel denke, der leider verstorben ist, der die Vorlage war sozusagen oder dessen Lebensgeschichte für Hitler, Junge Salomon, mit dem ich bis zum Schluss ein bisschen befreundet war.“

Lanz erzählt von seiner persönlichen Freundschaft mit dem Holocaust-Überlebenden Sally Perel, dessen Lebensgeschichte die Vorlage für den Film war. Er nutzt Perels Biografie als eindrückliches Beispiel dafür, wie jemand trotz extremster Leiderfahrung eine heitere Gelassenheit bewahren konnte.

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Glück der Gelassenheit
Buch

Glück der Gelassenheit

Wilhelm Schmid

🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:16:41 „Wilhelm Schmid hat das mal so schön beschrieben. Der sagt, es ist eine phänomenale Erfahrung, dass Heiterkeit sich gerade in der Konfrontation mit der Abgründigkeit der Existenz einstellt.“

Lanz zitiert den Philosophen Wilhelm Schmid mit der These, dass Heiterkeit sich gerade in der Konfrontation mit den Abgründen des Lebens einstellt – als Erleichterung, die die zugrunde liegende Tragik nicht leugnet. Das genaue Werk wird nicht genannt, aber Schmid wird als Quelle für diesen Gedanken angeführt.

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Politeia
Buch

Politeia

Platon

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:24:44 „Das eine ist aus der Politeia, wo er den Wächtern, also den zukünftigen Regenten eines erfundenen Idealstaats, sagt, die sollten nicht lachen. Also nach dem Motto, die dürfen sich nicht läppisch aufführen.“

Precht korrigiert die verbreitete These, Platon sei humorlos gewesen, und verweist auf die konkreten Stellen in der Politeia, wo Platon sich zum Lachen äußert. Er argumentiert, dass Platon dort nur die läppische Geisteshaltung bei Regierenden kritisiert – nicht den Humor an sich – und dass Platon selbst mit der Figur des Sokrates einen äußerst witzigen Charakter geschaffen hat.

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Der Name der Rose
Buch

Der Name der Rose

Umberto Eco

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:27:48 „Und wenn du mal dir überlegst, Umberto Eco, hier, Der Name der Rose. Genau darum geht es dort in diesem Roman.“

Lanz bringt Ecos Roman als literarisches Beispiel für den kulturgeschichtlichen Konflikt um das Lachen. Precht ergänzt die Handlung: Ein Klosteroberer vergiftet die Seiten eines verschollenen Aristoteles-Buches über die Komik, um zu verhindern, dass Mönche es lesen. Beide nutzen den Roman, um zu zeigen, wie das Christentum Heiterkeit als Bedrohung für den Glauben betrachtete.

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Poetik (Zweites Buch, über die Komödie)
Buch

Poetik (Zweites Buch, über die Komödie)

Aristoteles

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:27:52 „Da geht es um das Buch über das Komische von Aristoteles. Das ist die Komik, die dir verloren gegangen ist.“

Precht identifiziert das verschollene Buch aus 'Der Name der Rose' als das verlorene zweite Buch der Poetik von Aristoteles über die Komödie. Es dient im Gespräch als Symbol für die kulturgeschichtliche Unterdrückung des Lachens durch religiöse Autoritäten.

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Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie das alles ein gutes Ende nehmen kann
Buch

Über die Heiterkeit in schwierigen Zeiten und die Frage, wie das alles ein gutes Ende nehmen kann

Axel Hacke

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:32:46 „Axel Hacke schreibt den schönen Satz, der sich anschließend der Gedanke ist, gab es, so betrachtet, überhaupt je an der Zeit, in der Heiterkeit am Platze war, waren die Jahre nicht immer viel zu übel.“

Lanz zitiert Axel Hacke, der die rhetorische Frage stellt, ob es jemals eine Zeit gab, in der Heiterkeit wirklich angebracht war. Das Buch über Heiterkeit bildet offensichtlich eine zentrale Grundlage dieser gesamten Podcast-Episode, da mehrfach daraus zitiert wird und die Diskussion sich um Heiterkeit in schwierigen Zeiten dreht.

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Also sprach Bellavista
Buch

Also sprach Bellavista

Luciano de Crescenzo

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:46:10 „In den 80er Jahren gab es doch so einen Professor, der war Experte für die Vorsokratiker. Deswegen ist er aber nicht berühmt geworden, sondern weil er ein populär-philosophisches Buch geschrieben hat. Also sprach Bellavista, Luciano di Crescenzo.“

Precht erinnert sich an das populär-philosophische Buch von Luciano de Crescenzo aus den 1980er Jahren, in dem der Unterschied zwischen Nord- und Süditalienern humorvoll beschrieben wird. Es passt zum Gesprächsthema über den Zusammenhang von Temperatur, Temperament und Heiterkeit.

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Der blaue Punkt im All
Buch

Der blaue Punkt im All

Carl Sagan

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:51:37 „Und ich habe mir ein Buch von ihm besorgt, eines seiner letzten Bücher, wo er sich so Gedanken über das Universum und so weiter macht. Und da findet sich ein Gedanke, den ich sensationell finde. Da wird ja gefragt, wie er eigentlich auf uns, auf den Planeten, auf die Menschheit schaut. Und er sagt, wir sind im Grunde Milben auf einer Pflaume.“

Lanz hat sich eines der letzten Bücher von Carl Sagan besorgt und zitiert ausführlich daraus als Schlussbotschaft der Episode. Sagans kosmische Perspektive – wir sind Milben auf einer Pflaume, die um einen unbedeutenden Stern kreist, in einer von hunderten Milliarden Galaxien – dient als ultimatives Argument für mehr Gelassenheit und Heiterkeit angesichts der eigenen Bedeutungslosigkeit.

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Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn
Essay

Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn

Friedrich Nietzsche

🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:53:02 „Und damit ergibt er wieder, womit Nietzsche seinen Text anfängt über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn. Da fängt er nämlich umgekehrt an, also mit dem in Myriaden Strahlen ausgegossenen Weltall und so weiter, wo es einen Stern gab, auf dem kluge Tiere das Denken erfanden.“

Precht stellt eine Verbindung zwischen Carl Sagans kosmischer Perspektive und Nietzsches berühmtem Essay her. Nietzsche beschreibt darin, wie unbedeutend der menschliche Verstand im Universum ist – kluge Tiere auf einem Stern, die das Denken erfanden, bevor der Stern erkaltete. Precht nutzt die Parallele, um die Relativierung menschlicher Bedeutsamkeit philosophisch zu untermauern.

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Film

Dance Monkeys Dance

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:53:45 „Und die schönste Bearbeitung dieses Themas gibt es auf YouTube. Da gibt es nämlich schon seit über zehn Jahren ein Video, das heißt Dance Monkeys Dance. Das fängt mit dem Weltall an und das zoomt so auf den Menschen runter und beschreibt also unser Primatenverhalten.“

Precht empfiehlt begeistert ein YouTube-Video namens 'Dance Monkeys Dance', das die Menschheit aus der Perspektive eines außerirdischen Verhaltensforschers beschreibt. Er findet es 'enorm beeindruckend' und 'ganz große Klasse', weil es in nur ein bis zwei Minuten die kosmische Unbedeutsamkeit des Menschen humorvoll auf den Punkt bringt.

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