Sieben Todsuenden Teil 2
Markus Lanz & Richard David Precht
Im zweiten Teil ihrer Reihe über die sieben Todsünden widmen sich die beiden der Trägheit — und der Frage, warum das Wirtschaftswunder der 50er Jahre möglich war und ob der heutige Wohlstand uns träge gemacht hat. Richard David Precht argumentiert, dass Tüchtigkeit direkte Belohnung braucht: Wer den sozialen Aufstieg vor Augen hat, wird selten träge — doch genau diese Aufstiegserzählung fehle heute.
„Wenn du lohnende Ziele vor Augen siehst, wenn es was zu tun gibt, wenn quasi alle anpacken — dann wirst du selten unter solchen Bedingungen träge Gesellschaften finden.“
Erwähnte Medien (2)
Der Pate
Mario Puzo
🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:28:03 „Ich kenne den Satz aus dem Paten. Da sagt der Pate im ersten Band, man sollte seine Feinde nicht hassen. Das trübt das Urteilsvermögen. Ich weiß jetzt nicht, ob es der Dalai Lama aus dem Paten hat oder Mario Puzo vom Dalai Lama, aber das würde ich gerne mal wissen.“
Im Gespräch über Zorn und Wut als Todsünde zitiert Lanz den Dalai Lama mit dem Satz, dass Wut die Urteilskraft raubt. Precht erkennt das Zitat wieder – allerdings aus Mario Puzos Roman 'Der Pate', wo Don Corleone sagt, man solle seine Feinde nicht hassen, weil das das Urteilsvermögen trübe. Es entsteht eine humorvolle Debatte, wer wen zitiert hat.
Die sieben sozialen Sünden
Mahatma Gandhi
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:37:48 „Mahatma Gandhi, sozusagen die moralische Instanz. Der hat eine Liste der sieben sozialen Sünden irgendwann mal erstellt. Politik ohne Prinzipien, Reichtum ohne Arbeit, Vergnügen ohne Gewissen, Wissen ohne Charakter, Geschäft ohne Moral, Wissenschaft ohne Menschlichkeit und Religion ohne Opfer.“
Zum Abschluss der Folge über die sieben Todsünden stellt Lanz Gandhis 1925 veröffentlichte Liste der sieben sozialen Sünden vor. Er sieht darin eine topaktuelle Handlungsanleitung für das gesellschaftliche Zusammenleben, die den mittelalterlichen Todsünden einen modernen Tugendkatalog entgegensetzt. Precht stimmt zu und versucht, den rätselhaften letzten Punkt 'Religion ohne Opfer' als Selbstverpflichtung und Verzichtbereitschaft zu interpretieren.