Bericht aus der Ukraine
Markus Lanz & Richard David Precht
Markus Lanz meldet sich live aus einem Hotelzimmer in Kiew, wo er auf den nächtlichen Luftalarm wartet. Er beschreibt seine Reportagereise quer durch die Ukraine — von der polnischen Grenze mit ihrer amerikanischen Airbase bis in die Hauptstadt — und schildert, wie sehr ihn die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen berührt, die trotz anderthalb Jahren Ausnahmezustand immer noch ein Lächeln übrig haben und sich aufrichtig für Deutschlands Hilfe bedanken.
„Was mich so beeindruckt ist, wie freundlich nach wie vor dieses Land ist. Du erlebst Menschen, die im Stress sind, die anderthalb Jahre jetzt Ausnahmesituationen leben und die trotzdem immer ein Lächeln für dich übrig haben.“
Erwähnte Medien (3)
Interview mit einer ukrainischen Psychologin
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:58 „Dieser Tage ein sehr interessantes Interview mit einer Frau, ich habe eine Psychologin gelesen hier aus der Ecke, die sagte, wenn ein Kind zur Welt kommt und den Mann gibt es nicht mehr, den Vater gibt es nicht mehr, dann ist natürlich die Gefahr wahnsinnig groß, dass die Mutter diesen Jungen, der es dann möglicherweise ist, einfach als Kopie ihres verlorenen Mannes begreift.“
Lanz erzählt von einem jungen ukrainischen IT-Spezialisten und seiner Frau, die trotz des Krieges Kinder bekommen wollen. In diesem Zusammenhang verweist er auf ein Interview mit einer Psychologin, das er kürzlich gelesen hat und das die psychologischen Folgen für Kinder beschreibt, deren Väter im Krieg fallen. Weder Autorin noch Publikation werden genannt.
Foto aus einem Folterkeller (Hakenkreuz auf dem Rücken eines ukrainischen Soldaten)
Soja Schuh
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:33:00 „Ich habe heute mit einer jungen Fotografin gesprochen. Soja Schuh, die ein berühmtes Foto gemacht hat. Und zwar ein Foto aus einem Folterkeller in Russland. Und du siehst den Rücken eines ukrainischen Soldaten und darauf ein Hakenkreuz geritzt. Und du denkst, es ist ein Foto aus diesem Krieg. Dieses Foto ist 2014 entstanden.“
Lanz berichtet aus der Ukraine und beschreibt ein berühmtes Foto der Fotografin Soja Schuh, das einen ukrainischen Soldaten mit einem eingeritzten Hakenkreuz auf dem Rücken zeigt – aufgenommen in einem russischen Folterkeller. Das Schockierende: Das Foto stammt nicht aus dem aktuellen Krieg, sondern bereits von 2014, was Lanz' Argument untermauert, dass die systematische Gewalt gegen Ukrainer weit vor der Invasion 2022 begann.
The Road to Somewhere
David Goodhart
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:46:28 „Ist das nicht eher sozusagen die Zugehörigkeit zu einer globalen Kaste der Anywheres, zu denen die dazugehören, nicht der Somewheres, diese berühmte Unterscheidung.“
Precht greift die von David Goodhart geprägte Unterscheidung zwischen ‚Anywheres' (kosmopolitische, ortsungebundene Eliten) und ‚Somewheres' (lokal verwurzelte Menschen) auf. Er nutzt das Konzept, um Lanz' Beobachtung einzuordnen, dass junge ukrainische IT-Fachleute sich kaum von ihren Pendants in London oder New York unterscheiden – und fragt, ob das nicht ebenso für junge Russen in Moskau oder Minsk gelte.