Aiwanger - ueber Schuld und Suehne
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Flugblatt-Affäre um Hubert Aiwanger wird zum Lehrstück über politische Krisenkommunikation: Erst abstreiten, dann schweigen, dann eine halbherzige Entschuldigung mit der Formel *wenn ich Gefühle verletzt habe* — Lanz seziert minutiös, wie Aiwanger dieselbe Trotzstrategie fährt, die ihm schon in der Impfdebatte Aufmerksamkeit brachte. Dabei geht es längst nicht mehr nur um ein antisemitisches Flugblatt aus der Jugend, sondern um die Frage, ob jemand, der sich konsequent weigert seine Vergangenheit aufzuarbeiten, politische Verantwortung tragen kann.
„Hoffentlich holt nie irgendeiner das raus, was ich mit 16 so fabriziert habe, weil man ist niemals im Leben so dermaßen bescheuert und verblödet wie mit 16, 17.“
Erwähnte Medien (5)
Text über Aiwangers Trotzstrategie
Robin Alexander
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:02:21 „Und jetzt in dieser Flugblatt-Affäre versucht er erneut sozusagen diese Trotzstrategie, wie es Robin Alexander neulich in einem sehr guten Text genannt hat. Und er schreibt, Aiwanger möchte diese Angelegenheit irgendwie nicht richtig in Ordnung bringen.“
Markus Lanz zitiert einen Artikel von Robin Alexander, vermutlich in der Welt, der Aiwangers Umgang mit der Flugblatt-Affäre als bewusste 'Trotzstrategie' analysiert. Lanz nutzt den Text als argumentative Grundlage, um Aiwangers Verweigerungshaltung zu beschreiben — dass dieser weder den Vorfall aufklären noch sich glaubhaft entschuldigen wolle.
Interview mit einem langjährigen Politikberater über Trump
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:07:51 „Ich habe dieser Tage ein Interview gelesen mit einem langjährigen Politikberater, so ein ganz ausgebuffter Typ, der Donald Trump schon in relativ jungen Jahren politisch beraten hat. Und der sagte, ich habe ihm eine Sache beigebracht, gib nie irgendetwas zu.“
Markus Lanz erwähnt ein Interview mit einem nicht namentlich genannten Trump-Berater, das er kürzlich gelesen hat. Der Berater beschreibt darin die Strategie, niemals etwas zuzugeben und stets in die Offensive zu gehen — genau das Muster, das Lanz bei Aiwangers Umgang mit der Flugblatt-Affäre wiedererkennt.
WDR-2-Kolumne von Dieter Nuhr
Dieter Nuhr
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:30:44 „Er hatte früher beim WDR immer so eine Kolumne, bei WDR 2, und den habe ich ganz oft gehört auf dem Weg zur Arbeit, wenn ich so über die A4 ging.“
Lanz schildert seine persönliche Geschichte mit Dieter Nuhr, den er als linksliberalen Komiker in Erinnerung hat. Die regelmäßige WDR-2-Radiokolumne begleitete ihn auf dem Arbeitsweg und prägte sein Bild von Nuhr, bevor dieser zunehmend als rechts wahrgenommen wurde.
Investigativ-Artikel zum Fall Aiwanger
Roman Deininger
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:40:49 „Und das war in diesem ersten langen Stück, das sehr gut zu lesen war. Und das war auch das Problematische an dem Stück. Es war ein richtig gut geschriebener Text. Und man hatte das Gefühl, das ist zwingend, das ist logisch.“
Lanz diskutiert den umstrittenen Süddeutsche-Zeitung-Artikel, der das antisemitische Flugblatt aus Aiwangers Schulzeit öffentlich machte. Er lobt die handwerkliche Qualität des Textes, kritisiert aber den suggestiven Tenor, der eine direkte Linie vom 17-jährigen zum heutigen Aiwanger ziehe. Precht stimmt zu und bemängelt das Fehlen einer einordnenden Passage.
Söder-Reportagen
Roman Deininger
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:41:27 „Er schreibt auch immer so wunderbare Söder-Reportagen, empfehle ich sehr.“
Im Gespräch über den SZ-Journalisten Roman Deininger und dessen Einschätzung zum Fall Aiwanger schwärmt Lanz von Deiningers journalistischer Arbeit. Er beschreibt ihn als lustigen Menschenfreund und empfiehlt dessen Reportagen über Markus Söder als besonders lesenswert.