Ausgabe Achtundneunzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode kreist um die Frage, ob Deutschland den Pioniergeist verliert — Anlass sind sinkende Patentanmeldungen und ein Interview des Astronauten Ulrich Walter. Vom Henry-Ford-Zitat über schnellere Pferde bis zur Vollkasko-Gesellschaft diskutieren die beiden, warum echte Innovation Risikobereitschaft braucht und welche Pionierfiguren sie persönlich inspiriert haben.
„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, dann hätten sie gesagt, wir wollen schnellere Pferde. An Autos hat keiner gedacht.“
Erwähnte Medien (5)
Moonraker
Lewis Gilbert
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:31:21 „Und dann sind wir wieder aufgebrochen zum Pol, auch wieder anhand nur von GPS und trafen dann, es war völlig irre, wie so eine Moonraker-Szene aus James Bond. Irgendwann sahen wir so kleine schwarze Männchen in diesem weißen, weiten Nichts.“
Markus Lanz erzählt von seiner Nordpol-Expedition 2003, bei der sie nach dem Abbau ihres Camps erneut zum Pol aufbrachen und auf eine russische Expedition trafen. Den surrealen Anblick kleiner schwarzer Gestalten im endlosen Weiß vergleicht er mit einer Szene aus dem James-Bond-Film Moonraker.
Tagebuch von Robert Scott
Robert Falcon Scott
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:33:19 „Ich habe das Tagebuch von Scott mal gesehen, ich kann mich erinnern, das liegt im British Museum und die haben die letzte Seite aufgeschlagen. Diese Seite ist natürlich Gänsehaut. Da hat er ja reingeschrieben, ich glaube so ein Bleistift oder sowas.“
Im Gespräch über den Wettlauf zum Südpol zwischen Amundsen und Scott beschreibt Precht, wie er im British Museum Scotts Tagebuch gesehen hat. Er schildert den erschütternden letzten Eintrag: 18 Kilometer vor dem rettenden Depot schrieb Scott 'Gott schütze unsere Frauen', strich dann 'Wives' durch und ersetzte es durch 'Witwen'.
The Endurance
🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:34:05 „Aber die eigentlich ganz große Geschichte für mich sind eben nicht die beiden Entdeckungsgeschichten, sondern das ist die Shackleton-Geschichte, von der ich überhaupt nichts wusste, bis ich vor etwa 15 Jahren einen Dokumentarfilm darüber gesehen habe. Über die Endurance.“
Precht leitet die ausführlichste Erzählung der Episode ein: Shackletons gescheiterte Antarktis-Expedition von 1915. Er beschreibt, wie ein Dokumentarfilm mit authentischen Filmaufnahmen von 1915 ihn auf diese Geschichte aufmerksam machte. Das Besondere am Film sei gewesen, dass die Expeditionsteilnehmer sich damals selbst gefilmt hatten, sodass alles genau nachvollziehbar war.
Der Seewolf
Jack London
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:39:19 „Und jetzt muss ich immer an den Seewolf denken. Ich weiß nicht, ob du diese Verfilmung vom Seewolf vor Augen hast. Mit der Kartoffel. Mit der Kartoffel, genau, mit der berühmten Kartoffel. Und da heißt der dritte Teil Das Land der kleinen Zweige.“
Precht zieht eine Parallele zwischen Shackletons verzweifelter Rettungsmission und der berühmten deutschen TV-Verfilmung von Jack Londons 'Der Seewolf' mit Raimund Harmstorf. Er beschreibt detailliert eine Szene aus dem dritten Teil 'Das Land der kleinen Zweige', in der Wolf Larsen den entkräfteten Humphrey van Weyden zurücklässt – und vergleicht das mit Shackletons letzter Etappe zur Rettungsstation.
In Nacht und Eis
Fridtjof Nansen
🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:47:26 „Und ein Weltbester. In Nacht und Eis. Hast du das mal gelesen?“
Nachdem Markus Lanz ausführlich die abenteuerliche Nordpol-Expedition von Fridtjof Nansen erzählt hat – das Einfrieren der Fram, den Alleingang zum Pol, die Überwinterung auf Franz-Josef-Land und die zufällige Rettung durch den Engländer Jackson – nennt Precht Nansens Expeditionsbericht 'In Nacht und Eis'. Lanz reagiert begeistert: 'Ich liebe dieses Buch. Es ist ein großartiges Buch.'