Lanz & Precht – Ausgabe Fuenfundneunzig
#095

Ausgabe Fuenfundneunzig

Lanz & Precht / 30. Juni 2023 / 3 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Zwischen Bücherstapeln auf einer Yogamatte kniend philosophiert Precht über die Gegenwartsschrumpfung — Hermann Lübbes Idee, dass die Halbwertszeit von Wissen immer kürzer wird und selbst Fachbücher nach wenigen Jahren kalter Kaffee sind. Lanz bringt den KI-Pionier Jürgen Schmidhuber ins Gespräch, dessen Grundlagenforschung an der TU München in den 90ern die heutigen Sprachassistenten ermöglichte — und der davon ausgeht, noch zu Lebzeiten ein künstliches Wesen zu erleben, das intelligenter ist als er selbst.

„Die Weisheiten von heute, die sind schon in zwei, drei Jahren der kälteste Kaffee der Welt.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (3)

Im Zug der Zeit: Verkürzter Aufenthalt in der Gegenwart
Buch

Im Zug der Zeit: Verkürzter Aufenthalt in der Gegenwart

Hermann Lübbe

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:02:14 „Er stammt von Hermann Lübbe. Er ist ein großer deutscher Philosoph. Und von dem stammt der Begriff Gegenwartsschrumpfung. Er sagt, dass die Halbwertszeit von Wissen, dass die immer kürzer wird.“

Richard David Precht erläutert das Konzept der 'Gegenwartsschrumpfung' des Philosophen Hermann Lübbe, wonach die Gültigkeitsdauer von Wissen immer kürzer wird. Er nennt Lübbe einen großen deutschen Philosophen und ordnet den Begriff in eine Diskussion über die Vergänglichkeit von Bücherwissen ein.

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Gaia-Hypothese
Buch

Gaia-Hypothese

James Lovelock

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:05:07 „James Lovelock ist der berühmteste Vertreter dieser Richtung, dieser englische Allround-Wissenschaftler, der damals diese Geyer-Hypothese, die war so in den 80er, 90ern total.“

Richard David Precht ordnet den KI-Forscher Jürgen Schmidhuber als 'Technozentristen' ein und kontrastiert ihn mit dem Biozentriker James Lovelock, dessen Gaia-Hypothese die Erde als beseelten Organismus begreift. Die Erwähnung dient der philosophischen Einordnung verschiedener Weltanschauungen im Kontext der KI-Debatte.

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Der Osten: eine westdeutsche Erfindung
Buch

Der Osten: eine westdeutsche Erfindung

Dirk Oschmann

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:27:58 „Der Osten, eine westdeutsche Erfindung. Es ist ein großartiges Buch, in dem er genau darüber schreibt. Man sagt, ich wollte eigentlich keines der üblichen Bücher darüber schreiben, wie schlimm im Osten alles ist. Weil eigentlich ist eben nicht der Osten sein Thema, sondern, und das ist entscheidend, der Westen.“

Markus Lanz empfiehlt das Buch von Dirk Oschmann als Beleg für die These, dass die Probleme zwischen Ost- und Westdeutschland vor allem durch westdeutsche Arroganz und mangelnde Repräsentation entstanden sind. Richard David Precht hatte zuvor ausführlich die Herablassung des Westens gegenüber ostdeutschen Biografien kritisiert, und Lanz greift Oschmanns Buch als pointierte Zusammenfassung genau dieser Argumentation auf.

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