Lanz & Precht – Ausgabe Neunundachtzig
#089

Ausgabe Neunundachtzig

Lanz & Precht / 19. Mai 2023 / 4 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode dreht sich um Deutschlands schwindenden Arbeitsfleiß: In keinem anderen Industrieland arbeiten Erwerbstätige mittlerweile so wenig — nur 1.350 Stunden pro Jahr, während Amerikaner fast 1.800 schaffen. Über 80 Prozent der Deutschen wünschen sich die Viertagewoche, natürlich bei vollen Bezügen. Richard David Precht hält mit dem Pareto-Prinzip dagegen: 80 Prozent der Leistung entstünden in 20 Prozent der Zeit, und der Grad der Technisierung mache reine Stundenzählerei ohnehin fragwürdig.

„Es kommt nicht auf die Summe der Arbeitsstunden an, sondern es kommt darauf an, was am Ende dabei rauskommt.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (4)

Why Nations Fail (Warum Nationen scheitern)
Buch

Why Nations Fail (Warum Nationen scheitern)

Daron Acemoglu, James A. Robinson

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:15:38 „Es ist eines meiner Lieblingsbücher, mit dem habe ich mich gerade nochmal beschäftigt, nämlich dieses ganz bekannte Buch, glaube ich schon zehn Jahre alt, Warum Nationen scheitern. Ja, warum scheitern Nationen plötzlich, wenn es doch irgendwie die ganze Weile gut geht?“

Markus Lanz führt das Buch als eines seiner Lieblingsbücher ein, um die Diskussion über den wirtschaftlichen Abstieg Deutschlands theoretisch zu unterfüttern. Das Buch wird anschließend ausführlich besprochen: die These inklusiver vs. exklusiver Institutionen, das Beispiel Venedig und die Frage, ob das Modell auch auf China und die Golfstaaten anwendbar ist. Richard David Precht ergänzt, dass er es vor zehn Jahren gerne gelesen hat und es nun mit neuen Fragen erneut gelesen hat.

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The End of History and the Last Man
Buch

The End of History and the Last Man

Francis Fukuyama

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:26:42 „Es fällt so in das gleiche Narrativ wie Francis Fukuyama, der eben gesagt hat, liberal-demokratische Staaten sind allen anderen per se überlegen. Und das hat dieses Buch ja versucht eigentlich zu beweisen.“

Precht ordnet 'Warum Nationen scheitern' in die Tradition von Fukuyamas These ein, dass liberale Demokratien allen anderen Staatsformen überlegen seien. Er nutzt den Vergleich, um zu zeigen, dass beide Thesen durch Gegenbeispiele wie China und die Golfstaaten herausgefordert werden.

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Civilization: The Six Killer Apps of Western Power
Buch

Civilization: The Six Killer Apps of Western Power

Niall Ferguson

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:34:15 „Und er sagt, Niall Ferguson, es gibt sozusagen so ein paar Apps, würde man heute sagen, sechs Apps, die den Erfolg von modernen Staaten ausmachen. Wettbewerb, also richtig harte Konkurrenz, das sehen wir überall, unbestritten. Wissenschaft.“

Lanz führt Niall Fergusons Konzept der sechs 'Killer-Apps' westlicher Zivilisation ein: Wettbewerb, Wissenschaft, Rechtsstaat, moderne Medizin, Arbeitsethik und Konsumgesellschaft. Er nutzt Fergusons Rahmen, um Japans wirtschaftlichen Aufstieg zu erklären – Japan habe diese Apps einfach kopiert. Precht ergänzt später eine 'siebte Killer-App': die Ausbeutung der Dritten Welt.

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📺
Serie

Die Geissens – Ein schrecklich glamouröses Leben

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:08 „Ich habe tatsächlich schon einige Folgen der Geistens gesehen. Man kann sagen, aus Verzweiflung. Also ein bisschen Unterhaltungsfaktor habe ich darin gesehen. Also diese Nachrichten aus Neureichenburg, die man da so aufnimmt, das ist so eine Dimension, ich komme mit solchen Leuten im Leben sonst nicht zusammen.“

Im Kontext der Diskussion über Vererbung von Reichtum und Prominenz erwähnt Precht überraschend, dass er die Reality-TV-Serie über die Geissens-Familie gesehen hat. Er gibt zu, die Serie 'aus Verzweiflung' geschaut zu haben, findet aber einen gewissen Unterhaltungswert darin, seine Klischees über Neureiche bestätigt zu sehen.

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