Ausgabe Sechsundachtzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Folge dreht sich um die Wellen, die Prechts Kritik an Annalena Baerbock in der vorherigen Ausgabe geschlagen hat — vom Praktikums-Satz bis zum Vorwurf mangelnder diplomatischer Erfahrung. Dabei entspinnt sich eine grundsätzliche Debatte darüber, ob das Auswärtige Amt nicht zwingend jemanden mit diplomatischem Handwerk verlangt, und warum die Grünen ausgerechnet dieses Ministerium beanspruchten, obwohl sie dort kaum grüne Programmatik umsetzen können.
„Ich finde es ein bisschen schade, dass diese diplomatische, nicht nur Kenntnis, sondern auch sozusagen diese Fertigkeit, das diplomatische Sprechen, was man als Außenminister braucht, dass das offensichtlich keine wichtige Qualifikation mehr ist.“
Erwähnte Medien (4)
Interview mit Sanna Marin
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:14:28 „Ich habe neulich ein Interview gehört mit Sana Marin, der gerade abgewählten finnischen Regierungschefin. Das ist eine sehr bemerkenswerte Frau und ich oute mich quasi als Groupie, als Fanboy von Sana Marin, die neulich etwas total Schönes sagte.“
Im Gespräch über Identitätspolitik und Gendern erwähnt Markus Lanz ein Interview mit der ehemaligen finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin. Er zitiert ihre pragmatische Haltung zur Diversitätsdebatte – Finnland sei ein kleines Land und brauche jeden, unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung. Lanz stellt diese Haltung als positiven Gegenentwurf zur deutschen Identitätspolitik-Debatte dar.
Macho Macho
Reinhard Fendrich
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:29:43 „Ich kann mich an den Macho-Song erinnern. Macho, Macho, kannst nicht lernen. Macho, Macho, musst du sein. Da kann ich mich dran erinnern.“
Im Gespräch über gute Sitten und Männerbilder kommt Markus Lanz auf Reinhard Fendrich zu sprechen. Richard David Precht erinnert sich an den Fendrich-Hit und zitiert den Refrain aus dem Gedächtnis.
Trattato di sociologia generale
Vilfredo Pareto
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:33:56 „Eine Feststellung Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Italiener Pareto, Vilfredo Pareto. Viele kennen das Pareto-Prinzip. Der hat eben gesagt, Gesellschaften müssen durch Derivationen zusammengehalten werden, also durch große Erzählungen, heute sagen wir Narrative.“
Precht erklärt, warum Gesellschaften große Erzählungen brauchen, und führt Vilfredo Paretos Konzept der Derivationen ein. Er referenziert damit Paretos soziologisches Hauptwerk, in dem dieser die Rolle von Narrativen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt analysiert.
Freiheit für alle: Das Ende der Arbeit wie wir sie kannten
Richard David Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:41:27 „Also ich habe das ja in meinem Buch über die Arbeit geschrieben. Wir gehen von einer klassischen Arbeitsgesellschaft, die wir kannten, in eine Sinngesellschaft ein.“
Precht spricht über die veränderte Arbeitswelt nach Corona und die wachsende Suche nach Sinn. Er verweist auf sein eigenes Buch über die Zukunft der Arbeit, in dem er den Übergang von der Arbeits- zur Sinngesellschaft beschrieben hat.