Ausgabe Zweiundfuenfzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Richard David Precht berichtet von seiner Reise zu den Virunga-Vulkanen in Ruanda und dem Bwindi-Regenwald in Uganda, wo er Berggorillas in nebligem, kaltem Dschungel auf 2.500 Metern Höhe beobachtete. Dabei geht es um die fragile Restnatur in Ruanda — dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, kleiner als Nordrhein-Westfalen, aber mit über 16 Millionen Menschen — und die schwierige Balance zwischen Naturschutz und Umsiedlung der Anwohner.
„Ich war in vielen afrikanischen Ländern. Aber ich glaube, ich habe kein Land gesehen, das so schön ist wie Uganda.“
Erwähnte Medien (7)
Gorillas im Nebel
Dian Fossey
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:01:07 „Die Virunga-Vulkane sind allen bekannt durch Dianphosis, Gorillas im Nebel. Und so ist das auch. Also das ist sehr, sehr feucht, kalt und neblig.“
Richard David Precht erzählt von seiner Afrikareise zu den Virunga-Vulkanen in Ruanda und Uganda, wo er Berggorillas beobachtet hat. Er verweist auf den Film über Dian Fossey, um die neblig-feuchten Bedingungen vor Ort zu beschreiben – der Titel trifft die Atmosphäre laut Precht perfekt.
Gorillas in the Mist (Film)
Michael Apted
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:06:01 „Also jeder, der Gorillas im Nebel mit Dayan Fossey, also den Film über Dayan Fossey gesehen hat, weiß, niemals weglaufen.“
Precht schildert eine Nahbegegnung mit einem Silberrücken-Gorilla, bei der er sich auf 30 Zentimeter Entfernung befand. Er verweist auf den Film über Dian Fossey, um die Verhaltensregel zu erklären, dass man vor Gorillas niemals weglaufen darf – eine Lektion, die er in dieser Situation selbst befolgen musste.
Gaia: A New Look at Life on Earth
James Lovelock
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:15:12 „Ich habe gesehen, gerade eben ist James Lovelock gestorben. James Lovelock war viel in den 80er Jahren so bekannt mit seiner Geyer-Hypothese. Er war irgendwie so ein bisschen auch ein Guru der Esoteriker.“
Im Gespräch über Klimawandel und die Perspektive der Natur erwähnt Precht den kürzlich verstorbenen James Lovelock und dessen Gaia-Hypothese. Precht nutzt Lovelocks biozentrischen Ansatz – die Welt aus der Perspektive des Planeten statt des Menschen zu betrachten – als Denkanstoß: Lovelock war sogar begeistert von Tschernobyl, weil sich die Vegetation in der Sperrzone erholen konnte.
Glosse über Friedrich Merz' Flugzeug auf Lindners Hochzeit
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:21:18 „Es gab eine herrliche Kolumne dazu, eine Glosse in der Süddeutschen Zeitung, wo sich jemand dann mal genau dieses Flugzeug angeguckt hat und sagt, das hat den Merz cool gemacht. Wenn er hinten gesessen hätte, wäre es uncool gewesen, aber weil er selber geflogen ist.“
Im Kontext der Diskussion über Christian Lindners Hochzeit auf Sylt und die öffentliche Debatte über politische Doppelmoral erinnert Lanz an eine Glosse der Süddeutschen Zeitung. Der Artikel analysierte humorvoll, wie Friedrich Merz' Anreise mit eigenem Flugzeug ihn paradoxerweise cool wirken ließ – weil er selbst am Steuer saß.
Recherche zu Axpo-Gewinnen
Handelsblatt
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:52 „Und sagen auf Anfrage, das haben die Kollegen vom Handelsblatt gemacht, wir sind da jetzt also in sehr geringfügigem Maß betroffen. Für uns geht es eigentlich gut, heißt das übersetzt.“
Lanz verweist auf eine Handelsblatt-Recherche, in der der Schweizer Energiehändler Axpo zu seinen Gewinnen während der Gaskrise befragt wurde. Die Journalisten konfrontierten das Unternehmen damit, dass es seinen Umsatz auf 6,2 Milliarden verdoppelt hatte, worauf Axpo beschwichtigend antwortete.
Ballade vom Käfer in der Südsee
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:36:05 „In den 80er Jahren, als das so mit der Öko-Bewegung losging, da gab es einen, Sänger kann man eigentlich nicht sagen, ich glaube das lief unter Musik, aber so richtig weiß ich das nicht mehr. Der hatte einen Karton, einen Pappkarton und der tippte immer mit dem Finger auf den Pappkarton. Das war sozusagen seine musikalische Untermalung. Und erzählte die Geschichte von irgendwo in der Südsee einem Käfer.“
Precht erinnert sich an ein Musikstück aus der Öko-Bewegung der 1980er Jahre, in dem ein Performer mit Pappkarton-Begleitung die Geschichte eines ausgestorbenen Käfers in der Südsee erzählt, dessen Verschwinden eine Kettenreaktion bis zum Weltuntergang auslöst. Precht nutzt diese Domino-Metapher als Parallele zu den globalen Folgewirkungen des Ukraine-Kriegs auf Energiemärkte, Logistik und Wirtschaft.
Der Mann ohne Eigenschaften
Robert Musil · 1930
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:37:50 „Mein Lieblingssatz von Robert Musil lautet, in der Geschichte der Menschheit gibt es kein freiwilliges Zurück. Und das kann man am Beispiel deiner Kohleschiffe und deiner Fracking-Industrie und natürlich auch noch an tausend anderen Beispielen aufzeigen.“
Precht und Lanz diskutieren über die Unmöglichkeit, globalisierte Wirtschaftsstrukturen einfach rückgängig zu machen – etwa bei der Kohlelogistik oder der Fracking-Industrie. Precht zitiert Robert Musil, um zu unterstreichen, dass es in der Geschichte keinen freiwilligen Rückschritt gibt.