Ausgabe Fuenfzig
Markus Lanz & Richard David Precht
In der Jubiläumsfolge reflektieren die beiden über ihre ungewöhnliche Beziehung: 50 Folgen gemeinsamer Podcast, doch noch nie beim anderen zu Hause gewesen. Was als Arbeitsbeziehung begann, befindet sich laut Lanz in einer „Übergangsphase
„Es gibt viele Tage, wo ich mit niemandem so viel rede wie mit dir.“
Erwähnte Medien (6)
The Revenant
Alejandro González Iñárritu
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:11:21 „Ich sehe den jetzt wie in The Revenant. Ja, da hätte man nicht Leonardo DiCaprio, sondern Anton Hofreiter nehmen müssen, dann wäre es authentischer geworden.“
Lanz erzählt die Geschichte, wie der Politiker Anton Hofreiter sich als Biologe allein im peruanischen Dschungel das Bein brach und sich tagelang mit gebrochenem Bein durch den Regenwald schleppte. Precht vergleicht diese Überlebensgeschichte humorvoll mit dem Survival-Film The Revenant und scherzt, Hofreiter wäre die authentischere Besetzung als Leonardo DiCaprio gewesen.
Il Gattopardo (Der Leopard)
Luchino Visconti
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:20:06 „Es gibt so eine Szene in dem Film Der Leopard von Visconti, da ist Alain Delon mit Claudia Cardinale, läuft er durch den Palast und die spielen Verstecken und kommen dann in einen riesigen Teil des Palastes, der nicht bewohnt wird. Und wo in 100 Jahren quasi nichts passiert ist. Und da sagt Claudia Cardinale, wie viele Räume hat denn eigentlich dieser Palast?“
Precht erzählt von seiner ersten Wohnung in Köln auf der Zülpicher Straße, in der er unter vielen Tapetenschichten alte Fresken entdeckte. Die Szene aus Viscontis Film, in der Alain Delon und Claudia Cardinale einen unbekannten Teil eines Palastes erkunden, dient ihm als poetisches Bild für das Gefühl, in seiner kleinen 60-Quadratmeter-Wohnung etwas Verborgenes und Großartiges freigelegt zu haben. Er sah den Film mit 20 und zog mit 22 ein.
E.T. the Extra-Terrestrial
Steven Spielberg
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:50 „Da gab es auf dem Kasernenhof standen drei Telefonzellen. Und abends war so der Moment, in dem man dann wie E.T. nach Hause telefonierte.“
Lanz erzählt von seiner Militärzeit in Neapel und wie die Soldaten abends an den Telefonzellen auf dem Kasernenhof Schlange standen, um ihre Familien anzurufen. Er vergleicht das sehnsüchtige Nach-Hause-Telefonieren mit der berühmten Szene aus Spielbergs E.T., in der der Außerirdische verzweifelt versucht, nach Hause zu kommunizieren.
Herr Pfarrer, die Camorra, der Minister, wir wollen alle wie Geschwister
Erste Allgemeine Verunsicherung (EAV)
🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:30:02 „Ja, Herr Pfora, die Kamorra, der Minister, wir wollen alle wie Geschwister. Das ist der alte Text von der EAV dazu.“
Lanz zitiert einen Songtext der EAV, als er über die Camorra-Strukturen in den namenlosen Gassen Neapels spricht, wo geschmuggelte Zigaretten gehandelt wurden. Der Text passt als ironischer Kommentar zur Verflechtung von Kirche, Mafia und Politik in Neapel.
Liebe. Ein unordentliches Gefühl
Richard David Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:32:35 „Ich habe meine Statistik gelesen, als ich mein Buch über die Liebe geschrieben habe, dass das Land in Europa, das den wenigsten Verkehr vor der Ehe hat, Italien ist.“
Precht erwähnt sein eigenes Buch über die Liebe beiläufig, als er eine Statistik über vorehelichen Sex in europäischen Ländern zitiert. Die Erwähnung dient als Quelle für die überraschende Behauptung, dass Italien in dieser Statistik das Schlusslicht bilde, was Lanz sofort humorvoll anzweifelt.
The Pinch: How the Baby Boomers Took Their Children's Future
David Willetts
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:36:29 „Es gibt einen englischen Soziologen David Willits, der sagt, das ist einer der Gründe, warum die weniger verdienen. Weil sie nicht bereit sind, einfach sofort dem Job hinterherzuziehen, sondern sagen, Freundschaft ist mir wichtiger.“
Im Gespräch über den hohen Stellenwert von Freundschaft bei jüngeren Generationen zitiert Markus Lanz den britischen Soziologen David Willetts mit der These, dass junge Menschen weniger verdienen, weil sie nicht bereit sind, für einen Job ihre Freundschaften aufzugeben und umzuziehen.