Ausgabe Achtundvierzig
Markus Lanz & Richard David Precht
Ein herrlich abseitiger Einstieg: Richard David Precht gewährt Einblick in seine Kemenate – ein mit über tausend Büchern vollgestopftes Studierzimmer, das auch als Gästezimmer dient – und vor allem in sein imposantes Süßwasser-Aquarium, das in seiner Kölner Altbauwohnung fast den Fußboden zum Einsturz brachte. Was als Aquarien-Plauderei beginnt, wird zur unterhaltsamen Abgrenzung vom Spießer-Aquarium à la Helmut Kohl und vom Oligarchen-Hai-Becken, während Schützenfische Insekten aus anderthalb Metern Entfernung von Blättern rotzen.
„Ein wahrer Aquarien-Oligarch hat natürlich ein Meerwasser-Aquarium. Er hat einen Hai, der dann oft den Spitznamen Wladimir hört.“
Erwähnte Medien (7)
Findet Nemo
Andrew Stanton
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:03:34 „Und was hast du da drin in diesem Aquarium? Wer schwimmt da? Nemo oder wer schwimmt da?“
Als Lanz nach den Fischen in Prechts Aquarium fragt, nennt er beiläufig 'Nemo' als Referenz an den Pixar-Animationsfilm, bevor Precht erklärt, dass es ein Süßwasser-Aquarium mit Schützenfischen ist.
Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Richard David Precht
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:01 „Also ich habe das Aquarium seit drei, 15 Jahren. Ich habe das gekauft von dem Vorschuss für Wer bin ich? Zum damaligen Zeitpunkt war ja noch nicht klar, dass das Buch sich gut verkaufen würde.“
Precht erzählt, dass er sich von dem Vorschuss für sein bekanntestes Philosophie-Buch ein großes Aquarium gekauft hat – sein persönliches Statussymbol statt eines Porsches. Die Erwähnung zeigt eine persönliche, humorvolle Seite des Autors.
Der Wanderer über dem Nebelmeer
Caspar David Friedrich
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:09:27 „Und dann stehst du da wie auf Kaspar David Friedrichs Bild, der Wanderer über dem Nebelmeer.“
Precht vergleicht Lanz' Erlebnis auf den Dolomiten-Gipfeln mit dem berühmten romantischen Gemälde. Lanz beschreibt zuvor seine Faszination für Inversionslagen in den Bergen, worauf Precht das ikonische Bild als Vergleich heranzieht.
Fifty Shades of Grey
E. L. James
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:34 „Und hinten sind 50 Schattierungen von Grau, die ineinander übergehen.“
Precht spielt humorvoll auf den Titel 'Fifty Shades of Grey' an, als er die Grautöne des Nebelmeers in den Bergen beschreibt. Lanz greift die Anspielung auf und scherzt: 'Das sind deine Fifty Shades of Grey.' Es handelt sich um ein reines Wortspiel, nicht um eine inhaltliche Referenz.
Biografie (Kaufhauserpresser Dagobert)
Arno Funke
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:13:55 „Und der war, nachdem er im Gefängnis gesessen hatte, hat er irgendwann eine Biografie veröffentlicht und war dann auch bei uns in der Sendung.“
Lanz erzählt von Arno Funke, dem berühmten Kaufhauserpresser 'Dagobert', der nach seiner Haftstrafe eine Biografie veröffentlichte. Lanz betont Funkes eigentliches Talent als begabter Grafiker und Zeichner und bedauert dessen kriminelle Laufbahn.
Der Totentanz
Albin Egger-Lienz
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:21:48 „Da gibt es so ein paar Motive, die vor allen Dingen Bezug nehmen auf den Ersten Weltkrieg. Der Totentanz zum Beispiel, ein ganz, ganz berühmtes Motiv.“
Lanz beschreibt sein Lieblingsmotiv von Albin Egger-Lienz, das in mehreren Variationen existiert und sich auf den Ersten Weltkrieg bezieht. Es ist Teil seiner ausführlichen Schilderung, wie er als Neunjähriger durch ein Kunstbuch über Egger-Lienz seine Leidenschaft für Kunst entdeckte.
Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit
Walter Benjamin
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:31:52 „Wir leben ja im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit von Schönheit. Durch Schönheitschirurgie und Schönheitskosmetik. Und damit kann man ja eine bestimmte gesellschaftlich akzeptierte Schönheit erzeugen.“
Precht paraphrasiert Walter Benjamins berühmten Essay-Titel, indem er von 'Schönheit im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit' spricht. Er überträgt Benjamins Kernthese – dass technische Reproduzierbarkeit die Aura des Originals zerstört – auf das Thema Schönheitschirurgie und argumentiert, dass massenhafte kosmetische Eingriffe den Wert individueller Schönheit entwerten.