Lanz & Precht – Ausgabe Einundvierzig
#041

Ausgabe Einundvierzig

Lanz & Precht / 10. Juni 2022 / 7 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode beginnt mit einer Diskussion über Bürgerpflichten und die Frage, ob eine liberale Demokratie ohne inneres Pflichtbewusstsein überleben kann. Von dort aus entspinnt sich ein Gespräch über Sizilien — ausgehend von Lampedusas Roman Der Leopard und Viscontis Verfilmung, die beide für die melancholische Schönheit der Insel stehen. Persönliche Erinnerungen an Sizilien münden in eine Betrachtung der sizilianischen Mentalität: ein Volk, das über Jahrhunderte von wechselnden Eroberern beherrscht wurde und daraus eine tiefsitzende Skepsis gegenüber jeder Obrigkeit entwickelt hat.

„Wir waren Löwen und Leoparden, an unsere Stelle treten Geier, Schakale und Hyänen. Aber alle, Löwen und Leoparden, Geier, Schakale und Hyänen, werden sie immer glauben, dass sie das Salz der Erde seien und sich für die Größten halten.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (7)

Der Leopard
Buch

Der Leopard

Giuseppe Tomasi di Lampedusa

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:04 „Also der Roman ist schon ganz große Klasse und der Film Visconti, der berühmteste Visconti-Film im Grunde genommen, der zeigt natürlich diese Schönheit Siziliens, aber auch so diese zutiefste Melancholie, die da drüber ist, wo er sagt, die Sizilianer wollen Schlaf.“

Precht erzählt, dass sein Verhältnis zu Sizilien durch den Roman 'Der Leopard' geprägt wurde. Er kann ganze Passagen auswendig zitieren und schwärmt von der melancholischen Darstellung Siziliens. Der Roman wird als Ausgangspunkt eines längeren Gesprächs über die sizilianische Mentalität und Geschichte verwendet.

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Der Leopard (Il Gattopardo)
Film

Der Leopard (Il Gattopardo)

Luchino Visconti

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:02:04 „Also der Roman ist schon ganz große Klasse und der Film Visconti, der berühmteste Visconti-Film im Grunde genommen, der zeigt natürlich diese Schönheit Siziliens, aber auch so diese zutiefste Melancholie, die da drüber ist.“

Precht erzählt, dass sein Verhältnis zu Sizilien aus dem Film 'Der Leopard' von Visconti entstanden ist. Er zitiert auswendig eine lange Passage aus dem Werk und beschreibt die visuelle Wirkung der Kamerafahrt über die sonnenverbrannte Landschaft.

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Von der Pflicht. Eine Betrachtung
Buch

Von der Pflicht. Eine Betrachtung

Richard David Precht

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:10:54 „Ich habe in Vorbereitung auf die Ausgabe heute noch einmal dein Pflichtbuch gelesen. Pflichtlektüre sozusagen. Und es war in mehrerlei Hinsicht total interessant. A, liest sich das sehr schnell, sehr süffig weg, um es mal so zu formulieren. Das war ja damals eher so ein Essay eigentlich, wenn man so will.“

Lanz hat Prechts Buch über Pflicht als Vorbereitung auf die Sendung erneut gelesen. Er beschreibt es als schnell und süffig zu lesen, eher essayistisch. Das Buch entstand im Kontext der Corona-Pandemie und behandelt die Frage, welche Pflichten Bürger und Staat haben – es bildet die inhaltliche Grundlage der gesamten Episode.

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Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation
Essay

Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation

Ernst-Wolfgang Böckenförde

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:22:33 „Und ich zitiere in dem Zusammenhang diesen sehr berühmten Satz des ehemaligen Verfassungsrichters Wolfgang Böckenförde, der gesagt hat, dass die liberalen Demokratien an Voraussetzungen gebunden sind, die sie nicht selbst erzeugen können.“

Im Gespräch über bürgerliches Pflichtbewusstsein jenseits gesetzlicher Vorgaben zitiert Precht das berühmte Böckenförde-Diktum, um zu zeigen, dass eine liberale Demokratie auf Werte und Normen angewiesen ist, die der Staat nicht selbst erzwingen kann.

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De Officiis (Die Pflichten)
Buch

De Officiis (Die Pflichten)

Marcus Tullius Cicero

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:47:38 „Cicero schreibt in seinem Buch Die Ophikies, also das Buch über die Pflichten, da geht es ihm darum zu sagen, es ist ehrenhaft. Pflichten zu verspüren, weil Pflichten sind in der Formulierung von Nietzsche, aber sinngemäß schon bei Cicero, die Rechte anderer auf uns.“

Precht erklärt, warum der Begriff der Pflicht heute so unbeliebt ist. Er greift auf Ciceros 'De Officiis' zurück, um zu zeigen, dass Pflichterfüllung in der Antike als ehrenhaft und charakterbildend galt — im Gegensatz zur heutigen, rein ökonomisch organisierten Gesellschaft, in der Pflicht nur noch als lästig empfunden wird.

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Anne Will
Serie

Anne Will

Anne Will

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:32 „Den Vorschlag selber habe ich ja das erste Mal über Anne Will in einer Talkshow gemacht vor zehn Jahren. Und ich war bei Anne Will und man kann nur ganz kurz dazu sagen, da muss man sich vorstellen, ich habe den Vorschlag gemacht, die wussten, ich würde den Vorschlag machen.“

Precht erzählt, dass er seinen Vorschlag eines gesellschaftlichen Pflichtjahres erstmals vor zehn Jahren in der ARD-Talkshow Anne Will öffentlich vorgestellt hat. Er beschreibt amüsiert, wie die Redaktion daraufhin gezielt hinfällige Greise am Flughafen befragte, ob sie noch ein Pflichtjahr absolvieren würden.

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Interview mit einem Personalchef über Generation Z
Artikel

Interview mit einem Personalchef über Generation Z

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:56:55 „Ich habe neulich wieder so ein Interview mit einem Personalchef gelesen, wo er sich fürchterlich über die Generation Z beschwert hat. Wir müssen mal eine Folge nur über die Generation Z machen übrigens, weil ich glaube, da liegen ein paar Missverständnisse vor.“

Lanz spricht über die Kritik an der Generation Z und deren angeblich überzogenes Anspruchsdenken im Berufsleben. Er erwähnt ein kürzlich gelesenes Interview mit einem Personalchef, der sich über Forderungen wie Signing Fees und Sabbaticals beim ersten Job beschwert. Lanz nutzt das Interview als Aufhänger, um die pauschale Kritik an der jungen Generation zu hinterfragen.

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