Lanz & Precht – Ausgabe Siebenundzwanzig
#027

Ausgabe Siebenundzwanzig

Lanz & Precht / 04. März 2022 / 3 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Wenige Tage nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine sprechen die beiden über ihre Angst vor einer schleichenden Eskalation — von Waffenlieferungen über Cyberangriffe bis hin zu einer direkten Konfrontation zwischen dem Westen und Russland. Richard David Precht warnt vor Shifting Baselines, jenen tausend kleinen Schritten, in denen sich Unvorstellbares normalisiert, während Markus Lanz Parallelen zu Christopher Clarks *Die Schlafwandler* zieht: Auch 1914 glaubte niemand, dass ein Mord in Sarajevo einen Weltkrieg auslösen könnte.

„Ich habe auch das Gefühl, wir schlafwandeln immer tiefer in die Krise rein.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (3)

Entscheidung in Kiew
Buch

Entscheidung in Kiew

Karl Schlögel

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:49 „Ich habe in diesem Buch von Karl Schlögl, der am Sonntag bei Anne Will gesessen hat und anfing, man merkte, wie es in dem brodelte. Das ist ein Mann, der tolle Bücher geschrieben hat, speziell über die Ukraine und ich habe mir eins davon gekauft. Das stammt aus 2015, da beschreibt er genau das, dieses ganze Szenario, was wir da sehen.“

Markus Lanz erwähnt ein Buch des Osteuropa-Historikers Karl Schlögel aus dem Jahr 2015, das die Ukraine-Krise vorweggenommen habe. Er ist beeindruckt, dass Schlögel das aktuelle Szenario bereits Jahre zuvor beschrieben hat. Der genaue Titel wird nicht genannt, aber es handelt sich vermutlich um 'Entscheidung in Kiew' (2015).

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Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog
Buch

Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Christopher Clark

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:45 „Ich habe in dem berühmten Buch von Christopher Clarke die Schlafwandler nochmal länger nachgelesen. Also der Titel ist so gut, finde ich, die Schlafwandler und ein bisschen so fühle ich mich gerade auch.“

Markus Lanz zieht eine historische Parallele zwischen der Situation vor dem Ersten Weltkrieg und dem Ukraine-Krieg. Er greift auf Christopher Clarks Bestseller zurück, um das Gefühl zu beschreiben, wie Europa scheinbar unaufhaltsam in eine Krise hineingleitet, ohne dass die Beteiligten das volle Ausmaß erkennen.

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Asterix
Buch

Asterix

René Goscinny / Albert Uderzo

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:42:38 „Wie kann etwas, was für die Geschichten aus der Zeit von Asterix waren, Kriege in Europa, Hochrüstung, militärische Drohkulissen, gar Alarmbereitschaft bei Atomwaffen und so weiter. Wie kann dieser Spuk bloß zurückgekommen sein?“

Precht beschreibt die Fassungslosigkeit der jüngeren Generation angesichts des Ukrainekriegs. Er nutzt Asterix als kulturelle Chiffre für eine längst vergangen geglaubte Epoche europäischer Kriege und Konflikte, um zu verdeutlichen, wie anachronistisch die aktuelle militärische Eskalation wirkt.

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