Lanz & Precht – Ausgabe Vierundzwanzig
#024

Ausgabe Vierundzwanzig

Lanz & Precht / 11. Februar 2022 / 8 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Von Dynamo Kiew über Oleg Blochin bis zu Steven Pinkers These in *Gewalt* — die Episode schlägt den Bogen von Fußballnostalgie der 1970er zur Frage, warum sich die Welt trotz statistisch sinkender Gewalt so unsicher anfühlt. Richard David Precht erinnert sich, wie er als Zehnjähriger Dynamo Kiew die Daumen drückte, weil seine Eltern alles hassten, wofür die Bayern standen — und erklärt, warum Gewalt heute zwar geächtet, aber keineswegs verschwunden ist.

„Mein Vater war theoretischer Marxist, wir drücken es mal so aus. Und meine Eltern waren unglaublich gegen die Bayern. Das war die Zeit, als Beckenbauer Wahlkampfhilfe für Franz Josef Strauß gemacht hat und so. Das war für die der Inbegriff des Bösen.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (8)

Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit
Buch

Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit

Steven Pinker

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:39 „Du kennst Steven Pinker und sein Buch »Gewalt«. In diesem Buch schreibt er, die Welt war noch nie so friedlich wie heute. Und im Vergleich zu den Gewalterfahrungen aller Generationen vor uns nimmt die Gewalt deutlich und kontinuierlich ab.“

Markus Lanz führt Pinkers Buch als Ausgangspunkt für die Diskussion über Krieg und Gewalt ein. Die zentrale These – dass Gewalt historisch abnimmt – dient als Kontrast zur gefühlten Unsicherheit angesichts des Ukraine-Konflikts. Precht greift die These auf und differenziert zwischen offener und versteckter Gewalt.

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War Is a Force That Gives Us Meaning
Buch

War Is a Force That Gives Us Meaning

Chris Hedges

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:06:14 „Und es gibt dieses Buch von Chris Hedges, War is a force that gives us a meaning. Also Krieg sozusagen ist etwas, was Sinn stiftet. Und da geht dort der These hinterher, es gibt Kriege vor allen Dingen deswegen, weil es Nationen gibt, die sich ihrer selbst nicht sicher sind.“

Lanz zitiert Hedges' Buch im Zusammenhang mit der Frage, warum es heute noch Kriege gibt. Die These, dass Kriege eine identitätsstiftende Funktion für unsichere Nationen haben, wird als psychologische Erklärung für Konflikte wie den Ukraine-Krieg herangezogen.

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Boulevard Bio
Serie

Boulevard Bio

Alfred Biolek

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:10:33 „Diese Zeit, in der Putin damals im Bundestag gesprochen hat und bei Biolek in der Talkshow saß.“

Precht erinnert an die Phase der Annäherung zwischen Russland und dem Westen nach dem Ende des Kalten Krieges. Als Beleg für die damalige Offenheit nennt er Putins Auftritt in der Talkshow von Alfred Biolek, neben seiner Rede im Bundestag.

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Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch
Buch

Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch

Francis Fukuyama

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:11:42 „Genau, das Ende der Geschichte, Francis Fukuyama.“

Lanz und Precht sprechen über die Euphorie nach dem Ende des Kalten Krieges. Fukuyamas These, dass mit dem Sieg des Liberalismus die Geschichte an ihr Ende gekommen sei, wird als Kontrastfolie zur aktuellen Eskalation des Ukraine-Konflikts erwähnt – die Hoffnung von damals steht im krassen Gegensatz zur heutigen geopolitischen Realität.

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Dokumentation über Russland
Doku

Dokumentation über Russland

Markus Lanz

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:37:23 „Ich kenne das Land wirklich nur sehr oberflächlich. Aber dennoch, als wir damals auch dort, war mehrfach da und als wir uns dann für diese Dokumentation sehr intensiv damit beschäftigt haben, dann ist das etwas, was du immer wieder hörst.“

Lanz verweist auf eine eigene Dokumentation über Russland, für die er mehrfach im Land war. Er nutzt diese Erfahrung, um zu erklären, dass viele Russen tatsächlich hinter Putin stehen und Angst vor einem Machtvakuum haben – die Zustimmung sei nicht nur Ergebnis von Wahlmanipulation.

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Die Letzte Seite
Artikel

Die Letzte Seite

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:48:39 „Letzte Seite Stern, wo ist der Stern, den man immer wirklich braucht? Wo ist Viktor Janukowitsch geblieben?“

Lanz spielt humorvoll auf die bekannte Rubrik 'Letzte Seite' im Stern-Magazin an, in der prominente Persönlichkeiten porträtiert werden, und fragt sich scherzhaft, was eigentlich aus dem geflohenen ukrainischen Präsidenten Janukowitsch geworden ist.

Zum Artikel bei Unsere-zeit.de
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Buch

Das Licht, das erlosch

Ivan Krastev

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:57:01 „Ich würde dir gerne zum Schluss noch etwas mitgeben, was ich von Ivan Krastev, den du kennst, das Licht, das Erlosch, großartiges Buch über das Ende des Ostblocks sozusagen, der hat in der Süddeutschen Zeitung jetzt einen Artikel veröffentlicht.“

Am Ende der Folge empfiehlt Markus Lanz das Buch von Ivan Krastev als Hintergrundlektüre zur aktuellen geopolitischen Lage. Er bezeichnet es als 'großartiges Buch' über das Ende des Ostblocks und leitet damit zu einem Krastev-Artikel über, der die Unübersichtlichkeit der aktuellen Ukraine-Krise mit einer Anekdote aus dem Ersten Weltkrieg illustriert.

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Artikel von Ivan Krastev zur Ukraine-Krise
Artikel

Artikel von Ivan Krastev zur Ukraine-Krise

Ivan Krastev

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:57:17 „Der hat in der Süddeutschen Zeitung jetzt einen Artikel veröffentlicht. Und der beginnt sozusagen anekdotisch und schreibt, in der Endphase des Ersten Weltkriegs schickte ein deutscher General ein Telegramm an die österreichischen Verbündeten, in dem er die Lage zusammenfasste und schrieb, die Lage ist ernst, aber nicht katastrophal.“

Lanz zitiert ausführlich aus einem aktuellen Artikel von Ivan Krastev in der Süddeutschen Zeitung, in dem dieser die Ukraine-Krise mit einer Anekdote aus dem Ersten Weltkrieg einordnet: Ein deutscher General kabelte 'Die Lage ist ernst, aber nicht katastrophal', worauf die Österreicher antworteten 'Hier ist die Lage katastrophal, aber nicht ernst'. Lanz nutzt das als Schlussbild für die unübersichtliche geopolitische Situation.

Zum Artikel bei Süddeutsche Zeitung