Ausgabe Achtzehn
Markus Lanz & Richard David Precht
Zum Jahresende ziehen die beiden Bilanz — und die fällt düster aus: Hochwasserkatastrophe, Parteikrisen, die nicht enden wollende Pandemie und der Nahostkonflikt als ewige Wiederkehr des Gleichen. Während Richard David Precht sich fragt, ob die Weltuntergangsstimmung vielleicht auch an seinen 57 Jahren liegt, hält Lanz als Berufsoptimist dagegen — und feiert die Anpassungsfähigkeit des Menschen, der als trockener Nasenaffe die ostafrikanische Savanne verließ und sich seitdem irgendwie durchschlägt.
„Ich würde, wenn ich ein Gemälde machen würde, würde ich doch einiges an Bleigrau in dieses Jahr reinmischen.“
Erwähnte Medien (5)
The March of Folly: From Troy to Vietnam
Barbara Tuchman
🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:09:56 „Barbara Tatschmann, eine berühmte amerikanische Historikerin, hat mal gesagt, wenn man sich die Leistungen der Menschheit anschaut, zum Beispiel in den Naturwissenschaften, die Leistungen der Menschheit in der Physik, Leistungen der Menschheit in der Chemie, in der Medizin, auch in der Philosophie. Und dann guckt man sich die Leistungen der Menschheit in der Staatskunst an. Und da hat man das Gefühl, von allen Künsten, die die Menschen beherrschen, ist das, wo man am langsamsten vorwärts schreitet und am schnellsten wieder zurück stolpert.“
Precht zitiert die Historikerin Barbara Tuchman (im Transkript als 'Tatschmann' verschrieben) mit ihrer These, dass die Staatskunst unter allen menschlichen Disziplinen am langsamsten Fortschritte macht und am schnellsten wieder zurückfällt. Er nutzt diesen Gedanken, um seine melancholische Jahresrückblick-Stimmung zu untermauern — trotz aller wissenschaftlichen Errungenschaften der Menschheit bleibt die Politik enttäuschend. Die These stammt sinngemäß aus Tuchmans Werk 'The March of Folly', in dem sie politische Torheit durch die Jahrhunderte analysiert.
Artikel über Impfgegner bei Masern
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:11:42 „Ich kann mich erinnern, vor drei Jahren hatten wir in der Jury beim Henry-Nannen-Preis einen Text über das Impfen beim Masern. Und da wurde in dem Text erwähnt, was für ein großes Problem die Impfgegner-Szene ist. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich überhaupt von Impfgegnern gehört habe.“
Precht erinnert sich an einen journalistischen Text über Masern-Impfgegner, den er als Jurymitglied beim Henry-Nannen-Preis gelesen hat. Er erwähnt den Artikel, um zu verdeutlichen, dass das Thema Impfgegner für ihn vor der Corona-Pandemie völlig unbekannt war — und wie überraschend es ist, dass genau diese Frage nun die Gesellschaft spaltet. Titel und Autor des Textes werden nicht genannt.
IPCC-Bericht (Sechster Sachstandsbericht)
IPCC
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:46:24 „Der IPCC-Bericht zeigt die Dramatik des Klimawandels und Charlie Watts stirbt.“
Im Schnelldurchlauf durch die Ereignisse des Augusts 2021 erwähnt Lanz den IPCC-Bericht als eines der wichtigen Ereignisse des Monats. Die Erwähnung bleibt kurz und wird nicht weiter vertieft, da das Gespräch sich stattdessen den Rolling Stones und Charlie Watts' Tod zuwendet.
Angie
The Rolling Stones
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:47:11 „Es fällt mir wirklich schwer, fünf Songs von den Stones aufzuzählen, die ich wirklich für Weltklasse halte. Angie, Nick Jagger. Oh komm, bitte. Ich finde, das ist keine gute Musik.“
Im Kontext des Todes von Charlie Watts diskutieren Lanz und Precht über die kulturelle Bedeutung der Rolling Stones. Precht provoziert, indem er die Band für musikalisch überschätzt hält und "Angie" als Beispiel für einen Song nennt, den er nicht für Weltklasse hält – trotz dessen Berühmtheit und der Assoziation mit Angela Merkels Kanzlerschaft.
Die unglaubliche Reise in die andere Welt
Kester
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:48:41 „Kester hat mal ein Kinderbuch gemacht, die unglaubliche Reise in die andere Welt. Und da taucht eine Mumie auf, Prinzessin Hatschepsut, die alle aber Margot nennen, weil das zu kompliziert ist.“
Lanz erzählt von dem Kinderbuch seines Freundes Kester, in dem eine Mumie namens Prinzessin Hatschepsut vorkommt. Die Assoziation entsteht, weil Lanz Mick Jaggers Erscheinung mit einer "Dörrfleisch-Mumie" vergleicht – ein Begriff, der ursprünglich aus diesem Kinderbuch stammt.