Ausgabe Siebzehn
Markus Lanz & Richard David Precht
In dieser Weihnachtsausgabe entspinnt sich ein nostalgischer Streifzug durch die Heldenwelt der Kindheit — ausgelöst durch DJ Ötzis Autobiografie und dessen Bekenntnis, dass Elvis, Winnetou und Jesus seine Helden seien. Daraus entwickelt sich ein liebevolles Schwelgen in Erinnerungen an die Karl-May-Filme, ihre Landschaftsaufnahmen im jugoslawischen Hinterland, die Schauspielerinnen von Karin Dor bis Uschi Glas und die Frage, ob diese Filme je wirklich gut waren — oder nur für Kinderaugen.
„Elvis, Winnetou und Jesus sind meine Helden.“
Erwähnte Medien (13)
Hey Baby
DJ Ötzi
🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:01:08 „Aber Hey Baby war sein größter Hit. Aber Gary, ich kenne den kaum, verfolge den aber schon seit einiger Zeit. Der hat eine Biografie veröffentlicht.“
Markus Lanz leitet das Gespräch mit einem Zitat von DJ Ötzi ein und erwähnt dabei dessen bekanntesten Song als Referenzpunkt, bevor er auf die Biografie zu sprechen kommt.
Biografie von DJ Ötzi
DJ Ötzi (Gary Friedle)
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:01:15 „Der hat eine Biografie veröffentlicht. Das ist ein tolles Buch. Und das ist das krasse Gegenteil von dem, was du erwartest, wenn du so Partymusik hörst. Der hat ein wahnsinnig interessantes, auch ein hartes Leben. Das ist eine harte Biografie. Und sehr lesenswert, wirklich.“
Markus Lanz empfiehlt die Autobiografie von DJ Ötzi als überraschend tiefgründig und lesenswert. Er betont den Kontrast zwischen der leichten Partymusik und dem harten Leben dahinter. Aus dem Buch stammt auch das Zitat 'Elvis, Winnetou und Jesus sind meine Helden', das den thematischen Rahmen der gesamten Episode bildet.
Winnetou (Romanreihe)
Karl May
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:01:47 „Also von den dreien, also klar, ich habe Vindetou reichhaltig gelesen, ich habe auch die Filme gesehen. Er hatte natürlich tatsächlich sowas, wie so ein roter Jesus. Das ist er ja irgendwie schon gewesen, seiner ganzen Art, dieser unglaubliche, friedfertige.“
Precht greift das Zitat 'Elvis, Winnetou und Jesus sind meine Helden' auf und erzählt, dass er die Winnetou-Bücher von Karl May ausgiebig gelesen hat. Er zieht eine Parallele zwischen der Figur Winnetou und Jesus – beide verkörpern für ihn Friedfertigkeit.
Der Schatz im Silbersee
Harald Reinl
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:48 „Ich fand also am allerbesten Karin Dohr, die Rihanna war in den T2. Die war doch Bond-Girl auch, ne? Karin Dohr. Die fand ich richtig gut und die war im Schatz im Silbersee. Ellen hieß sie da.“
Im Gespräch über die Winnetou-Filme erwähnt Precht konkret 'Der Schatz im Silbersee' und erinnert sich an Schauspielerin Karin Dor in der Rolle der Ellen. Er schwärmt von den Darstellerinnen in den Karl-May-Verfilmungen.
Stille Nacht, Heilige Nacht
Franz Xaver Gruber, Joseph Mohr
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:04:05 „Und wir haben auch Weihnachtslieder gesungen. Welche? Sowohl die heidnischen wie die christlichen. Sowohl O Tannebaum wie auch Stille Nacht, Heilige Nacht.“
Precht erzählt von den Weihnachtstraditionen seiner Familie. Obwohl seine Eltern Kommunisten waren, wurde Weihnachten bürgerlich gefeiert – mit Kirchgang und sowohl weltlichen als auch christlichen Weihnachtsliedern.
O Tannebaum
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:04:05 „Sowohl die heidnischen wie die christlichen. Sowohl O Tannebaum wie auch Stille Nacht, Heilige Nacht.“
Im Kontext der Weihnachtserinnerungen nennt Precht 'O Tannebaum' als Beispiel für die weltlichen Weihnachtslieder, die in seiner Familie gesungen wurden.
Die Bibel
Martin Luther (Übersetzung)
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:19:34 „Und das alles sich dafür zu interessieren, habe ich immer als unglaublich spannend empfunden. Also zu gucken, wie Religion gearbeitet ist, wie sie gemacht ist, warum sie so ist, wie sie ist. Und das befindet sich natürlich, wo wir das heute alles wissen, in einem riesigen Widerspruch dazu, die Bibel eben wörtlich zu nehmen.“
Die Bibel wird als zentrales Referenzwerk im Gespräch über Religion und Spiritualität herangezogen. Precht analysiert ausführlich die zwei Schöpfungsgeschichten der Genesis, ihre unterschiedlichen Ursprünge (babylonisch und kanaanitisch) und argumentiert, dass man die Bibel ernst, aber nicht wörtlich nehmen sollte.
Der Jüdische Krieg
Flavius Josephus
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:22:14 „Wir haben eine Quelle, die ist 100 oder 80 Jahre später. Da wird er erwähnt, bei Flavius Josephus. Ein jüdischer Geschichtsschreiber. Er schreibt über den jüdischen Krieg, über den Krieg der Römer und der Juden. Und da erwähnt er Jesus. Aber wir wissen, dass diese Sache zur Hälfte gefälscht ist.“
Precht diskutiert die historische Evidenz für die Existenz Jesu und verweist auf Flavius Josephus als einzige außerbiblische Quelle. Er erklärt, dass die Jesus-Erwähnung in diesem Werk teilweise gefälscht sei – spätere Ergänzungen wie 'er war der Messias' seien nachträglich eingefügt worden, und die Inhalte stammten wahrscheinlich aus den Evangelien selbst.
Spiegel-Titelgeschichte über die historische Figur Jesus
🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:24:23 „Und ich habe vor einiger Zeit, ich glaube, ich habe die dreimal gelesen, eine Spiegeltitelgeschichte gelesen, da ging es um Ostern und um die Frage sozusagen, was ist möglicherweise tatsächlich dran an dieser Figur Jesus unter einer historischen Perspektive? Und da beschreiben die am Anfang, das fand ich wahnsinnig faszinierend, deswegen empfehle ich das auch sehr zu lesen.“
Lanz empfiehlt eine Spiegel-Titelgeschichte, die er dreimal gelesen hat und die ihn so fasziniert hat, dass er sie ausdrücklich weiterempfiehlt. Der Artikel untersucht die historische Figur Jesus und beschreibt archäologische Forschungen einer Athener Archäologin an der Grabeskirche in Jerusalem, bei denen Felsplatten und Mörtel aus dem 4. Jahrhundert gefunden wurden, die mit Kaiser Konstantins Sicherung der Grabesstätte zusammenpassen.
Evangelium nach Markus
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:27:10 „Wir gehen davon aus, dass das Markus-Evangelium etwas älter ist und dass das Johannes-Evangelium vielleicht das letzte ist.“
Precht diskutiert die Entstehung der Evangelien und erklärt, dass sie Werbetexte für verschiedene Kulturkreise waren. Er ordnet die Evangelien zeitlich ein und hebt das Markus-Evangelium als vermutlich ältestes hervor.
Evangelium nach Johannes
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:27:23 „Das Johannes-Evangelium ist platonische Philosophie. Das heißt also, in einem platonischen Philosophentext wird Jesus Geschichte erzählt. Und warum ist das so? Weil das der Text war, der bestimmt war für das alte Griechenland.“
Precht hebt das Johannes-Evangelium als philosophisch besonders interessant hervor. Er erklärt, dass der berühmte Anfang 'Am Anfang war das Wort' im Original 'Logos' heißt – die alles durchdringende Vernunft – und dass dies reiner Platonismus sei: Die Ideenlehre Platons werde hier mit der Jesusgeschichte verbunden, weil der Text für das griechische Publikum bestimmt gewesen sei.
Schtonk!
Helmut Dietl
🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:41:53 „Seitdem ich allerdings in der norddeutschen Tiefebene lebe, habe ich festgestellt, auch der April hat schöne, warme Tage. Um mal Götz-George aus Stonk zu zitieren.“
In einer beiläufigen Bemerkung über den April als ungeliebten Monat zitiert Lanz Götz George aus der Filmkomödie Schtonk! (1992). Das Zitat dient als humorvolle Einlage im Gespräch über Jahreszeiten-Vorlieben.
Weihnachten bei Hoppenstedts
Loriot
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:47:17 „Ich weiß gar nicht, ob Lametta nicht zu den Dingen gehört, die irgendwann mal wiederentdeckt werden. Aber ich weiß irgendwie so, dass in den letzten Jahrzehnten war Lametta weg, also frei nach L'Oreal. Früher war mehr Lametta.“
Precht erzählt von den Weihnachtsbräuchen seiner Kindheit und dem silbergeschmückten Tannenbaum mit Lametta. Dabei fällt das berühmte Zitat 'Früher war mehr Lametta' aus Loriots Sketch 'Weihnachten bei Hoppenstedts', das er scherzhaft L'Oréal zuschreibt.