Lanz & Precht – Ausgabe Zwoelf
#012

Ausgabe Zwoelf

Lanz & Precht / 19. November 2021 / 10 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Die zwölfte Ausgabe kreist um die wachsende Überforderung der Gesellschaft in der Corona-Krise: aufgeschobene Entscheidungen, der Streit um die epidemische Lage und Olaf Scholz' Kurs gegen Angela Merkels Linie. Zwischen persönlichen Anekdoten über Heimweh und amerikanische Klischees wird es grundsätzlich — über eine moralische Impfpflicht, das Recht auf eigene Meinung versus eigene Fakten und die Frage, ob der Staat von oben herab anordnet oder eine echte Schutzpflicht erfüllt.

„Es gibt selbstverständlich das Recht auf eine eigene Meinung. Aber es gibt nicht das Recht auf eigene Fakten.“
🗣 Markus Lanz

Erwähnte Medien (10)

E.T. the Extra-Terrestrial
Film

E.T. the Extra-Terrestrial

Steven Spielberg

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:01:19 „Das ist so wie E.T. Ich glaube, ich fühle mich zu Hause auch so wie E.T., was er vermisst hat. Ich glaube, das habe ich zu Hause. Nach Hause telefonieren, genau.“

Lanz vergleicht Prechts Sehnsucht nach Zuhause humorvoll mit der ikonischen Szene aus Spielbergs E.T., in der der Außerirdische nach Hause telefonieren will. Eine beiläufige popkulturelle Referenz im lockeren Gesprächseinstieg.

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Why We're Polarized
Buch

Why We're Polarized

Ezra Klein

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:07:38 „Ich habe dieser Tage in einem Buch gelesen von Heidi Kastner, eine Gerichtspsychiaterin... Nein, warte. Also was interessant ist, ich höre dir gerade so zu und muss gerade denken an Ezra Klein. Kennst du Ezra Klein? Das ist von The Atlantic und hat mittlerweile so ein eigenes Nachrichtenportal. Das ist einer der führenden Politjournalisten in den USA. Der hat ein großartiges Buch gemacht. Ich glaube, das heißt sogar so die tiefen Gräben oder der tiefe Graben, so ähnlich.“

Lanz bringt das Buch von Ezra Klein ins Gespräch, als Precht über die Fragilität des sozialen Friedens spricht. Kleins zentrale These laut Lanz: Bei Trumps Wahl 2016 haben sich die Wählergruppen kaum verändert — nur eine kleine Gruppe weißer Männer ohne Collegeabschluss ist nach rechts abgebogen. Das zeige, wie wenig es braucht, bis ein System kippt.

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Dummheit
Buch

Dummheit

Heidi Kastner

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:47 „Ich habe dieser Tage in einem Buch gelesen von Heidi Kastner, eine Gerichtspsychiaterin, die du wahrscheinlich kennst, die ein Buch über Dummheit geschrieben hat. Das ist ein wirklich gutes Buch. Und die schreibt darin einen total guten Satz. Sie sagt, die Leute berufen sich immer auf so Sätze wie, ich bin in dieser Krise ganz bei mir selbst.“

Lanz empfiehlt das Buch der Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner im Kontext der Debatte über Eigenverantwortung und Impfskepsis. Er zitiert daraus den Gedanken, dass Eigenverantwortung ein fragwürdiges Konzept sei, weil Menschen immer in einem sozialen Kontext leben. Außerdem greift er den Satz auf: Es gibt das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten.

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The Great Reset
Buch

The Great Reset

Klaus Schwab

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:22:19 „Und dass der Veranstalter, also Klaus Schwab des Economic Forums, nicht der mächtigste Mann der Welt ist, der kranke Fantasien hat, sondern sein Buch The Great Reset hatte eigentlich einen anderen Ursprung. Es geht eigentlich darum, dass die sozialen und ökologischen Probleme, die wir heute in der Welt haben, tatsächlich das Potenzial dazu haben, über kurz oder lang zu katastrophischen Verhältnissen zu führen.“

Precht ordnet Klaus Schwabs Buch ein, um Verschwörungstheorien rund um das World Economic Forum zu entkräften. Er erklärt, dass der eigentliche Grundgedanke des Buches sei, dass soziale und ökologische Probleme ohne Kurskorrektur zu Katastrophen führen würden — und dass das Buch unglücklicherweise zeitlich mit Corona zusammenfiel, was Verschwörungsnarrative befeuerte.

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Interview in der ZEIT zum Thema Impfen und Gesprächsfähigkeit
Artikel

Interview in der ZEIT zum Thema Impfen und Gesprächsfähigkeit

Richard David Precht

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:23:55 „Du hast übrigens, Richard, in der Zeit, habe ich gesehen, ein gutes Interview, wo ihr ja genau darüber redet, ausgelöst auch durch unsere Diskussion rund ums Thema Impfen, dass wir eigentlich gar nicht mehr die Fähigkeit besitzen, miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Lanz erwähnt ein Interview, das Precht in der ZEIT gegeben hat, in dem es um den Verlust der Gesprächsfähigkeit in der Gesellschaft geht — ausgelöst durch die Impfdebatte. Das Interview wird nur kurz angerissen, ohne genauen Titel oder Datum.

Zum Artikel bei ZEIT Online
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Buch

Im Landesinneren

Klaus Brinkbäumer

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:24:38 „Du kennst Klaus Brinkbäumer, das ist der ehemalige Spiegel-Chefredakteur. Klaus, den kenne ich von ein paar Begegnungen hier in der Sendung. Das ist ein Textgott, ein großartiger Schreiber. Der hat ein wunderbares Buch gemacht über die USA. Und es gibt auch einen Film dazu mit Stefan Lambi und da geht es im Grunde im Kern genau um das Gleiche.“

Lanz empfiehlt Brinkbäumers USA-Buch im Kontext der Diskussion über gesellschaftliche Spaltung. Er zieht eine Parallele zwischen der amerikanischen Situation und der deutschen Corona-Debatte: Beide Gesellschaften können sich nicht mehr auf eine gemeinsame Wirklichkeit einigen. Das Buch wurde auch als Film mit Stefan Lambi umgesetzt.

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Im Landesinneren (Dokumentarfilm)
Doku

Im Landesinneren (Dokumentarfilm)

Stefan Lamby, Klaus Brinkbäumer

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:24:38 „Und es gibt auch einen Film dazu mit Stefan Lambi und da geht es im Grunde im Kern genau um das Gleiche. Es geht um die Frage, wie gehst du um mit einer Situation, in der ein Land, in dem Fall die USA, sich nicht mehr einigen kann auf eine Wirklichkeit, auf eine Realität.“

Markus Lanz erwähnt neben dem Buch von Klaus Brinkbäumer auch einen begleitenden Dokumentarfilm mit Stefan Lamby über die gesellschaftliche Spaltung in den USA. Er nutzt den Film als Parallele zur Corona-bedingten Spaltung in Deutschland.

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Rede zur Pandemie (geteiltes Wissen und Mitwirkung)
Rede

Rede zur Pandemie (geteiltes Wissen und Mitwirkung)

Angela Merkel

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:25:24 „Wir sind eine Demokratie, wir leben nicht von Zwang, sondern wir leben von geteiltem Wissen und Mitwirkung. Das ist eine historische Aufgabe und sie ist nur gemeinsam zu bewältigen.“

Markus Lanz zitiert eine Rede von Angela Merkel vom Anfang der Pandemie, die er sich aufgeschrieben hatte. Er nutzt das Zitat, um zu unterstreichen, dass Demokratie auf einer gemeinsamen Anerkennung von Fakten basieren muss.

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Von der Pflicht. Eine Betrachtung
Buch

Von der Pflicht. Eine Betrachtung

Richard David Precht

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:32:53 „Aber gibt es vielleicht eine moralische Verpflichtung, sich impfen zu lassen? Und da muss ich immer denken an dein Buch über die Pflicht. Du hast vor, wie lange ist das her? Ein gutes Jahr? Ja, ungefähr. Ein Buch veröffentlicht, ein tolles Buch über die Pflicht, die die Menschen haben.“

Markus Lanz leitet vom Thema Impfpflicht zur Frage einer moralischen Verpflichtung über und verweist auf Prechts Buch als gedanklichen Rahmen. Im weiteren Verlauf zitiert er ausführlich daraus, um die Fürsorgepflicht des Staates zu begründen – nämlich dass der Staat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht hat, Regeln zum Schutz gefährdeter Menschen zu verordnen. Das Buch wird zum zentralen Argumentationsbaustein der gesamten zweiten Gesprächshälfte.

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Why We're Polarized
Buch

Why We're Polarized

Ezra Klein

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:45:52 „Ich habe doch vorhin gesagt, dieses Buch von Esra Klein, der tiefe Graben, so heißt es, jetzt fällt es mir auch wieder ein, wo er beschreibt, was eigentlich nicht passiert ist 2016. Und wo du in erschreckender Weise mal analysiert kriegst, wie wenig es braucht, um ein gesamtes System sozusagen instabil zu machen oder möglicherweise auch zu zerstören.“

Lanz greift auf Ezra Kleins Analyse der US-Polarisierung zurück, um eine Parallele zur deutschen Situation nach dem Ende der Ära Merkel zu ziehen. Er argumentiert, dass Angela Merkel als stabilisierender Anker fungierte – ähnlich wie Klein beschreibt, wie fragil demokratische Systeme sein können. Das Buch wurde offenbar bereits im ersten Teil der Episode besprochen und wird hier erneut als Referenzpunkt aufgerufen.

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