Martin Suter – Warum gehören Wut und Liebe zueinander
Matze Hielscher & Martin Suter
Martin Suter spricht über seinen Weg vom Kolumnisten zum Bestsellerautor und darüber, wie ihn schwere Schicksalsschläge — der Tod seiner Frau und seines Sohnes — verändert haben. Vor Publikum in Zürich erzählt er offen von Wut, Liebe und der überraschenden Erkenntnis, Dinge überstehen zu können, die man sich nie zugetraut hätte.
„Ich hatte in den letzten 20 Jahren Dinge erlebt, von denen ich gar nicht gedacht hätte, dass ich sie überstehe. Und ich habe sie überstanden. Das ist eine Seite, die man nicht kennt von sich.“
Erwähnte Medien (6)
Melody
Martin Suter
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:10 „Vor allem sein vorletztes Buch, Melody, hat mich total begeistert und ist neben die dunkle Seite des Mondes finde ich sein bestes Buch.“
Matze Hielscher stellt seinen Gast Martin Suter vor und nennt Melody als eines seiner Lieblingsbücher von Suter. Er ordnet es zusammen mit 'Die dunkle Seite des Mondes' als Suters bestes Werk ein – eine persönliche Empfehlung gleich zu Beginn der Folge.
Die dunkle Seite des Mondes
Martin Suter
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:10 „Vor allem sein vorletztes Buch, Melody, hat mich total begeistert und ist neben die dunkle Seite des Mondes finde ich sein bestes Buch.“
Matze nennt 'Die dunkle Seite des Mondes' neben 'Melody' als bestes Buch von Martin Suter. Später im Gespräch erzählt Suter selbst, dass er nach Erscheinen dieses Romans einen Brief von Albert Hofmann erhielt, der seine Tripsbeschreibungen lobte.
Business Class
Martin Suter
🗣 Martin Suter referenziert bei ⏱ 00:22:14 „Die Business Class Kolumnen, von denen ich, ich glaube, 850 geschrieben habe, da geht es immer darum, das Lustige am Management oder überhaupt an den Autoritäten ist ja zu beschreiben, wie sie sich geben und wie sie am Abend, wenn sie ins Bett gehen, versuchen mit dem Fuss die Unterhose in die Luft zu springen.“
Martin Suter beschreibt seine langjährige Kolumnenreihe 'Business Class', von der er rund 850 Stück geschrieben hat. Er erklärt, dass das dramaturgische Prinzip 'Schein und Sein' – das auch seine Romane durchzieht – in diesen Kolumnen über die Absurditäten der Managementwelt besonders gut funktioniert.
Wut und Liebe
Martin Suter
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:30:33 „Es gibt in deinem neuen Buch, das heißt Wut und Liebe, da gibt es... Ja, wie heißt es? Wut und Liebe.“
Matze Hielscher spricht Martin Suters aktuellen Roman an, der zum Zeitpunkt des Gesprächs auf Platz 1 der Bestsellerliste steht. Matze zitiert daraus einen Satz über Trauer – 'es wird immer kürzlich bleiben' – und verbindet ihn mit Suters persönlicher Verlusterfahrung.
Allmen und Herr Weynfeldt
Martin Suter
🗣 Martin Suter referenziert bei ⏱ 00:37:11 „Nein, es war Alman und Herr Weinfeld. Das war der erste, den sie nicht... Melody hat sie noch gelesen, aber Alman und Herr Weinfeld und Mut und Liebe nicht.“
Martin Suter korrigiert Matze: Nicht 'Wut und Liebe', sondern 'Allmen und Herr Weynfeldt' war der erste Roman, den seine verstorbene Frau nicht mehr als erste Leserin lesen konnte. Suter erzählt bewegend, dass seine Frau trotzdem innerlich immer noch mitliest, weil sie nach 48 gemeinsamen Jahren Teil seines Denkens geworden ist.
You Can Get It If You Really Want
Jimmy Cliff
🗣 Martin Suter referenziert bei ⏱ 01:09:57 „You can get it if you really want, das finde ich auch so eine fadenscheinige Trostzeile. Es stimmt nicht, es stimmt für die Mehrheit der Menschheit eben leider nicht.“
Auf die Frage, was er Menschen rät, die sich beruflich nicht trauen, ihren Traum zu verfolgen, zitiert Suter den bekannten Song-Titel als Beispiel für einen wohlklingenden, aber unrealistischen Ratschlag. Er kontert, dass Erfolg von vielen Faktoren abhängt und nicht allein vom Wollen – bei ihm selbst spielten Glück, der Anstoß seiner Frau und äußere Umstände zusammen.