Ulf Poschardt – Was bedeutet es, liberal zu sein
Matze Hielscher & Ulf Poschardt
Ulf Poschardt, Herausgeber der Welt-Gruppe und Autor von "Shitbürgertum", spricht über seinen kompromisslosen Liberalismus, die Brutalität medialer Angriffe nach kontroversen Positionen und warum er rot-rot-grüne Milieus für die eigentlichen Konservativen hält. Er erzählt, wie er nach einer beruflichen Zäsur von der Abfindung einen Ferrari kaufte, wie seine Söhne ihn mit liebevoller Ehrlichkeit erden — und warum er inzwischen keine Brücken mehr bauen, sondern manche sogar abreißen will.
„Ich bin der Espresso. Ich bin der Doppio-Espresso ohne Milch und ohne Zucker. Und jeder kann für sich sagen, ich bin aber eher, ich lese lieber Cappuccino oder ein Chai Latte oder ein Fencheltee oder was auch immer. Und ich finde alles okay. Und wenn es andere provoziert, ist es deren Problem.“
Erwähnte Medien (44)
Shitbürgertum
Ulf Poschardt
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:19 „In diesem Jahr erschienen ist sein Buch Shitbürgertum und das ist... Wenn man es nett sagen möchte, eine Auseinandersetzung mit einem linksgrünen Milieu. Für mich las sich das allerdings wie eine Abrechnung.“
Matze Hielscher stellt seinen Gast Ulf Poschardt vor und nennt dessen aktuelles Buch als zentralen Gesprächsanlass. Er beschreibt es als Abrechnung mit dem linksgrünen Milieu, die ihn irritiert und provoziert hat – und genau deshalb wollte er mit dem Autor sprechen statt nur über ihn.
DJ Culture
Ulf Poschardt
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:33 „Seit seinem ersten Buch DJ Culture finde ich es immer interessant, wie er auf die Welt schaut. Ich habe aber festgestellt, dass sein Blick auf die Welt immer drastischer wird.“
Matze Hielscher ordnet sein langjähriges Interesse an Ulf Poschardt ein und nennt DJ Culture als dessen erstes Buch, das ihn damals schon fasziniert hat. Er stellt fest, dass Poschardts Weltsicht seitdem immer drastischer geworden ist.
Une Saison en Enfer (Eine Zeit in der Hölle)
Arthur Rimbaud
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:33:51 „Rambo, man muss absolut modern sein. Das ist für mich eigentlich das alles Entscheidende, also Aristoteles, Neugier, Hegel, Fortschritt im Geiste der Freiheit, so.“
Ulf Poschardt nennt Rimbauds berühmtes Diktum 'Il faut être absolument moderne' als eines seiner zentralen Lebensprinzipien, neben Aristoteles' Neugier und Hegels Fortschrittsdenken. Die Transkription gibt 'Rambo' wieder, gemeint ist eindeutig Rimbaud.
Mündig
Ulf Poschardt
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:38:27 „Was ich erschreckend finde, mein Buch vor Shitbürgertum hieß Mündig, editiert und mit Vorwort versehen von Peter Unfried von der Taz, ich habe es in der Taz vorgestellt.“
Poschardt beschreibt sein Vorgängerbuch 'Mündig' als Beispiel für seinen langen Versuch, Brücken ins linke Milieu zu bauen. Das Buch wurde von einem Taz-Redakteur editiert und bei einem konservativen Politiker vorgestellt — mit Gästen aus der Linkspartei. Kommerziell war es ein Totalausfall.
Wir müssen reden (Taz-Text)
Ulf Poschardt
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:39:45 „Und dann habe ich in der Taz nochmal gesagt, ey Kinder, ihr könnt jetzt weiterhin so mit mir umgehen. Oder aber, und dann habe ich einen Text geschrieben, den kann sich jeder reinziehen, wer mag. Wir müssen reden.“
Poschardt beschreibt einen Text, den er für die Taz geschrieben hat, als Teil seiner langjährigen Brückenbau-Versuche ins linke Milieu. Der Text 'Wir müssen reden' war ein Appell an sein Herkunftsmilieu, den Dialog nicht abzubrechen.
Porträt von Anna Meier über Ulf Poschardt
Anna Meier
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:42:34 „Allen voran das Porträt von Anna Meier in der Zeit. Hab ich gelesen, ja. Das fand ich extrem fair. Da war nichts von der Schärfe eingedämmt, aber gleichzeitig hat sie halt so genau hingeguckt.“
Poschardt hebt ein Porträt von Anna Meier in der Zeit als eine der besten Auseinandersetzungen mit seinem Buch hervor. Er lobt, dass die Journalistin trotz ihrer linken Perspektive fair und genau hingeschaut habe — sie habe erkannt, dass er habituell eher links sozialisiert sei als konservativ.
Rezension von Shitbürgertum in der Süddeutschen Zeitung
Jens Christian Rabe
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:43:21 „Dann gab es einen unfassbar klugen Text von Jens Christian Rabe in der Süddeutschen. Und der hat auch ganz wichtig darauf hingewiesen, ja, Ulf Poschert macht eigentlich da weiter, wo Reinhard Götz und Dietrich Dietrichsen aufgehört haben mit Pop als Politikstrategie.“
Poschardt empfiehlt die Rezension von Jens Christian Rabe in der Süddeutschen Zeitung als einen der besten Texte zu seinem Buch. Rabe habe die intellektuelle Linie von Rainald Goetz und Diedrich Diederichsen zu Poschardts Pop-als-Politik-Ansatz präzise nachgezeichnet.
Dennis Scheck Literatursendung (ARD)
Dennis Scheck
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:44:10 „Am besten Dennis Scheck, der in dieser ARD-Literatur, was auch immer, Sendung, der dann halt so sich darüber lustig macht, dass ich sage, ich schreibe es eigentlich für die Leute im Tattoo-Studio, für die Leute in den Fußballstadien auf Tuning-Messen.“
Poschardt kritisiert Dennis Schecks Besprechung in einer ARD-Literatursendung als Beispiel für eine wenig hilfreiche Kritik. Scheck habe sich über Poschardts Zielgruppe lustig gemacht und das Buch als 'rechtspopulistischen Unfug' abgetan, statt sich inhaltlich auseinanderzusetzen.
Rezension von Shitbürgertum in der Frankfurter Rundschau
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:44:58 „Und es gab einen Totalverriss, aber auch auf einem super Niveau. In der Frankfurter Rundschau. Warum? Weil der Rezensenten meinen Doktorvater kannte, Friedrich Kittler. Und er sagt halt, ich bin natürlich verglichen mit meinem Doktorvater das hundertmal kleinere Licht.“
Poschardt ordnet die Frankfurter-Rundschau-Rezension als einen der wenigen qualitativ hochwertigen Verrisse ein, weil der Rezensent die intellektuelle Prägung durch Doktorvater Friedrich Kittler erkannte und einordnen konnte.
Mündig
Ulf Poschardt
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:46:42 „Mündig, by the way. Totaler Komplettausfall. Super besprochen worden, aber ich glaube, ich habe neun Bücher verkauft oder zwölf.“
Ulf beschreibt den kommerziellen Misserfolg dieses Buches, das aber gut rezensiert wurde
Seite-3-Porträt über Ulf Poschardt
Anna (Die Zeit)
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:46:42 „der Text von Anna, In der Zeit, da auch auf der Seite 3, also für ein wirklich eher linksliberales Medium, finde ich A, mal beeindruckend, dass sie es gemacht haben“
Ein Porträt in der ZEIT über Ulf Poschardt, das er als bemerkenswert empfand
Cool
Ulf Poschardt
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:50:18 „Cool, auch grandios besprochen. Habe ich 24 Bücher verkauft und so.“
Poschardt erwähnt sein Buch 'Cool' als weiteres Beispiel für ein gut besprochenes, aber kommerziell gescheitertes Werk. Er nutzt es selbstironisch, um zu zeigen, dass er trotz ausbleibenden Erfolgs weitermacht.
Make Economy Great Again
🗣 Ulf Poschardt erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:52:13 „Was können wir machen mit dem Podcast, den ich mit Daniel Stelter mache? Make economy great again kriegen wir auch.“
Poschardt erwähnt seinen Podcast mit dem Ökonomen Daniel Stelter im Kontext der positiven Reaktionen auf sein Buch. Leser fragten, wie sie sich weiter engagieren könnten, und verwiesen auf den Podcast als Plattform für wirtschaftspolitische Themen.
Rede auf dem Karlsruher Parteitag
Angela Merkel
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:02:44 „Ich habe mir Merkels Rede auf dem Karlsruher Parteitag angehört. Damals hat sie im Grunde genommen, jeder Kanzler hat seine großen Herausforderungen. Adenauer, Westbindung, Willy Brandt, Ostpolitik, Helmut Schmidt, NATO-Doppelbeschluss und RAF, Helmut Kohl, die Wiedervereinigung und für sie ist die Flüchtlingsbewegung, Flüchtlingskrise, das war ihre Herausforderung.“
Poschardt analysiert Angela Merkels Rede auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe, in der sie die Flüchtlingskrise als ihre historische Kanzler-Herausforderung definierte. Er würdigt, dass Merkel in der Rede klar benannte, was alles getan werden müsste – kritisiert aber, dass davon kaum etwas umgesetzt wurde. Die Rede dient ihm als Beleg für das Versagen der Flüchtlingspolitik.
Seite-3-Reportage über einen schwulen Lehrer in Wedding
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:05:34 „Ich zitiere jetzt nur mal linke Medien. Süddeutsche Zeitung, die Seite 3 über den Lehrer Wasmohabit oder Wedding, der schwul war, das gesagt hat. Und dann nicht so gut in einem muslimisch-migrantischen Milieu.“
Poschardt zitiert bewusst eine Reportage aus der Süddeutschen Zeitung – einem ihm ideologisch eher fernstehenden Medium –, um seine These zu untermauern, dass die Probleme durch unkontrollierte Migration auch von linken Medien dokumentiert werden. Die Seite-3-Reportage handelt von einem schwulen Lehrer in Berlin-Wedding, der in einem muslimisch geprägten Umfeld Anfeindungen erlebte.
Seite-3-Artikel über schwulen Lehrer
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:11:30 „Süddeutsche Zeitung, die Seite 3 über den Lehrer, war es Moabit oder Wedding, der schwul war, das gesagt hat. Und dann nicht so gut in einem muslimisch-migrantischen Milieu.“
Ulf zitiert einen SZ-Artikel als Beleg für Probleme mit Migration und Homophobie
Pressekonferenz zur Jugendpsychiatrie während Corona
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:29:36 „Es gab drei Monate nach dem ersten Lockdown eine Pressekonferenz eines Leipziger Chefarztes für Jugendpsychiatrie. Und der hat gesagt, ich habe sowas noch nie erlebt, meine Praxis ist voll von jungen, misshandelten, missbrauchten Kindern und dieser Lockdown, gerade in sozial schwachen Familien, wir richten da einen nicht wiedergutzumachenden Schaden einer Generation an.“
Poschardt beschreibt eine Pressekonferenz eines Leipziger Chefarztes für Jugendpsychiatrie als Wendepunkt in seinem Denken über die Corona-Maßnahmen. Der Arzt berichtete, dass seine Praxis voll sei von misshandelten und missbrauchten Kindern – eine direkte Folge der Lockdown-Politik. Dieses Erlebnis habe Poschardts zunehmend kritische Haltung gegenüber den Lockdowns ausgelöst.
An die Toten
Kurt Tucholsky
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:36:25 „Ich empfehle immer meinen linken Freunden, habt ihr mal Kurt Tucholsky gelesen? Habt ihr mal gelesen, wo in der Weimarer Republik linke Satiriker, wie die über Politiker geschrieben haben.“
Poschardt empfiehlt das Werk Tucholskys als historischen Beleg dafür, dass scharfe politische Polemik eine lange linke Tradition hat. Er rechtfertigt damit seinen eigenen rauen Ton gegenüber der Linkspartei – wenn Tucholsky so über Politiker schreiben durfte, dürfe er das auch.
Außen vor den Toren
Erich Mühsam
🗣 Ulf Poschardt erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:36:25 „Ein Ernst Toller übrigens, einer auch USPD-Ultralinker, wie der über andere Sozialdemokraten geschrieben hat, Tucholsky, Erich Müsam, also da kann ich gar nicht, 1000 linke Beispielen sein.“
Erich Mühsam wird zusammen mit Tucholsky und Toller als weiterer linker Satiriker und Autor der Weimarer Republik genannt, der scharfe politische Polemik betrieb. Poschardt führt diese Tradition an, um seinen eigenen Ton zu legitimieren.
Rede in Davos
Javier Milei
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:41:01 „Und wer die Rede von Millai in Davos gehört hat, einfach so ein total kluger Ökonomie-Professor zu sein. Das heißt, und jetzt sind wir beim Dark Liberalism, geh aus deinem Sprachspiel raus.“
Poschardt verweist auf Mileis Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos als Beleg dafür, dass man populistisch im Ton und gleichzeitig intellektuell in der Sache sein kann. Er sieht darin ein Modell für seinen 'Dark Liberalism'.
Dark Liberalism
Ulf Poschardt
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:45:37 „Und meine These ist, und da stimmen mir selbst die Rezensenten zu, die nicht meiner Meinung sind, dass wir eine kulturelle Dominanz eines Milieus haben, die diesen Diskurs in den vergangenen 40 Jahren selbstbewusst geprägt haben.“
Poschardt referenziert durchgehend sein aktuelles Buch, in dem er die kulturelle Hegemonie des links-grünen Milieus analysiert. Er beschreibt den historischen Bogen von der Gruppe 47 über 1968 bis heute und seine These, dass Liberale den Kulturkampf nie geführt haben. Das Buch erschien zunächst im Eigenverlag, weil sein regulärer Verlag es als zu heikel einstufte.
Die Freiheit führt das Volk
Eugène Delacroix
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:46:51 „Ich bin dankbar, aufgewachsen zu sein in einem sehr, sehr politisierten Alltag, in dem ich zwischen Stag-Plakaten und bei mir im Kinderzimmer hing, Delacroix, die Freiheit führt das Volk an. Das sind ja Sachen, die mir weiterhin wichtig sind.“
Poschardt erzählt von seiner Kindheit in einem linken Elternhaus und erwähnt Delacroix' berühmtes Revolutionsgemälde, das in seinem Kinderzimmer hing. Er nutzt es als Symbol für seinen eigenen Freiheitsbegriff, den er heute gegen die Linke wendet.
Gefängnishefte
Antonio Gramsci
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:48:12 „Und dann gibt es ja so einen zweiten großen Denker, der glaube ich da wichtig ist, Antonio Gramsci, ein italienischer Kommunist auch, der hat gesagt, kulturelle Hegemonie.“
Poschardt verweist auf Gramscis Konzept der kulturellen Hegemonie als theoretischen Schlüssel seiner Analyse. Er argumentiert, dass rot-rot-grüne Milieus Gramscis Strategie – erst die Kultur dominieren, dann die Politik – in den letzten Jahrzehnten erfolgreich umgesetzt haben.
Dennis Scheck Besprechung Shitbürgertum
Dennis Scheck
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:53:59 „Wie Dennis Scheck, das ist ja die ARD, die es so richtig festgestellt hat... Und Dennis schickt die Besprechung. Wer sie sehen will, habe ich auf Instagram gepostet. Die ist so gut.“
Ulf verweist auf eine TV-Buchbesprechung von Dennis Scheck, die er auf Instagram geteilt hat
Dennis Schecks Besprechung von Dark Liberalism
Dennis Scheck
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:58:14 „Und Dennis schickt die Besprechung. Wer sie sehen will, habe ich auf Instagram gepostet. Die ist so gut. Die sind in einer Minute 50 Sekunden all die Ressentiments, die es gegen Leute wie uns gibt, einfach so schön auf den Punkt gebracht.“
Poschardt empfiehlt Dennis Schecks TV-Besprechung seines Buches, die er auf Instagram geteilt hat. Er schätzt, dass Scheck in anderthalb Minuten die Ressentiments gegen liberale Positionen pointiert zusammenfasst – obwohl Scheck ihn als jemanden beschreibt, der 'für einen Pöbel schreibt'.
Bill Maher Show
Bill Maher
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:01:14 „Bill Maher, ein Demokrat, der diese super Comedy-Sendung macht, kann ich nur allem empfehlen.“
Ulf empfiehlt Bill Mahers Sendung als Beispiel für unparteiischen Journalismus in den USA
Kevin – Allein zu Haus
Chris Columbus
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:03:23 „Seine Auftritte in Kevin-Alain-Zuhause, in Sex in the City, das ist ja eine popkulturelle Ikone. Und nur deshalb konnte er so einen Wahlkampf führen.“
Poschardt führt Trumps Cameo-Auftritte in Filmen und Serien als Beleg dafür an, dass Trump eine popkulturelle Ikone ist. Diese kulturelle Verankerung habe seinen Wahlkampferfolg erst möglich gemacht.
Sex and the City
Darren Star
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:03:23 „Seine Auftritte in Kevin-Alain-Zuhause, in Sex in the City, das ist ja eine popkulturelle Ikone. Und nur deshalb konnte er so einen Wahlkampf führen.“
Im selben Atemzug wie 'Kevin allein zu Haus' nennt Poschardt Trumps Auftritt in 'Sex and the City' als weiteres Beispiel für dessen popkulturelle Präsenz, die seinen politischen Erfolg fundiert habe.
Grammophon, Film, Typewriter
Friedrich Kittler
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:10:21 „Und dann gab es eigentlich nur einen, der das verstanden hat, weil Friedrich Kittler, ein Filmgrammophon, Typewriter, eine Kultur- und Mediengeschichte geschrieben hat, deren Grundthese ist, nicht die Poeten, Filmemacher und Musiker sind die Genies, sondern die Ingenieure, die die Produktionsmittel revolutionieren.“
Poschardt erklärt, warum Friedrich Kittler sein Doktorvater wurde. Kittlers Buch 'Grammophon, Film, Typewriter' mit seiner These, dass technische Ingenieure die eigentlichen kulturellen Revolutionäre sind, war der intellektuelle Rahmen für Poschardts Doktorarbeit über DJs als neue Autoren.
Bauhaus-Grafik (Grammophon)
László Moholy-Nagy
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:11:10 „Und dann gibt es auf Seite 123 in dem Buch, hat er so eine Bauhausgrafik von Moholy-Nagy gesehen, wo ein Grammophon als Grafik so gescratcht ist. Und er hat gesagt, das ist ja einfach eine Grafik wie die DJs sie gescratcht hätten.“
Poschardt beschreibt, wie Friedrich Kittler in 'Grammophon, Film, Typewriter' auf Seite 123 eine Bauhaus-Grafik von Moholy-Nagy entdeckte, die ein Grammophon zeigt. Diese Grafik war für Poschardt der Schlüssel, um Kittler als Doktorvater anzusprechen.
Alte Weiße Männer
Sophie Passmann
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:15:58 „Ich habe einen alten Beitrag über dich gelesen von Sophie Passmann in Alte Weiße Männer und da kommt von dir ein Satz drin vor, Feindbilder sind Dinge, mit denen man spielt.“
Matze zitiert aus Sophie Passmanns Buch 'Alte Weiße Männer', in dem ein Interview mit Poschardt enthalten ist. Das Buch wird mehrfach im Gespräch aufgegriffen – Poschardt lobt es als gelungenes Werk, das mit Facetten und Feindbildern spielt, und freut sich für Passmanns Erfolg.
Porträt über Ulf Poschardt
Philipp Oehmke
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:30:58 „es gibt ein Porträt, ich meine das war von Philipp Oemke, im Spiegel, wo du sagst, dass dein Rauswurf bei der SZ deine Urszene für die aktuelle Entwicklung ist“
Matze bezieht sich auf ein Spiegel-Porträt über Poschardt
Anpassen
Ulf Poschardt
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:32:32 „Nach die Check-Culture kam dann das Mode-Theorie-Anpassen. Es war schon viel, viel melancholischer. Und dann cool wurde richtig düster.“
Poschardt rekapituliert seine intellektuelle Entwicklung anhand seiner Bücher. Nach DJ Culture folgte das modetheoretische Buch 'Anpassen', das melancholischer war, gefolgt von 'Cool', das noch düsterer ausfiel.
Spiegel-Porträt über Ulf Poschardt
Philipp Oemke
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:34:40 „Es gibt ein Porträt, ich meine das war von Philipp Oemke, im Spiegel, wo du sagst, dass dein Rauswurf bei der SZ deine Urszene für die aktuelle Entwicklung ist.“
Matze Hielscher referenziert ein Spiegel-Porträt von Philipp Oemke über Ulf Poschardt, in dem der Rauswurf beim SZ-Magazin als prägende Urszene für Poschardts weitere Entwicklung beschrieben wird. Poschardt widerspricht dieser Deutung.
Interstellar
Christopher Nolan
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:42:08 „Kennst du Interstellar, die Szene, wo der da so weinend drin sitzt und dann geht alles ganz schnell und er hat so einen Time Warp. Ich bin in zwei Wochen vom emotional 17-Jährigen emotional 33 geworden, der ich sein müsste.“
Poschardt nutzt die berühmte Zeitdilatations-Szene aus Interstellar als Metapher für seine eigene emotionale Reifung während des Tom-Kummer-Skandals. So wie Cooper im Film Jahrzehnte in Minuten durchlebt, sei er in nur zwei Wochen vom emotional Jugendlichen zum Erwachsenen gereift – eine schmerzhafte, aber prägende Erfahrung.
Deutschlandfunk-Interview mit Ulf Poschardt
Korbinian (Deutschlandfunk)
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:55:25 „ich habe jetzt auch dein Interview gehört im Deutschlandfunk“
Matze bezieht sich auf ein aktuelles Interview im Deutschlandfunk, über dessen Moderator sie diskutieren
Wohlstand für Alle
Ludwig Erhard
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:04:11 „Und das Ludwig-Ehrer-Zitat, der hat ja dieses wunderbare Buch geschrieben, wo ich dann für alle... Und das war eigentlich der Versuch, die Deutschen, die in Sachen Marktwirtschaft versöhnt, nämlich eine Form von sozialem Ausgleich und erfolgreicher Marktwirtschaft.“
Im Kontext einer Diskussion über funktionierende Marktwirtschaft verweist Poschardt auf Ludwig Erhards Klassiker als Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. Er beschreibt das Buch als den Versuch, die Deutschen mit der Marktwirtschaft zu versöhnen, indem sozialer Ausgleich und wirtschaftlicher Erfolg verbunden werden – eine Balance, die Deutschland seiner Meinung nach inzwischen verloren hat.
Unbekanntes Buch über Ungleichheit
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:13:34 „Wir haben eine Podcast-Folge, wo wir über ihr sehr populäres Buch und ihr Ressentiment, wir sind nicht ungleich genug, um es mal ganz hart zu sagen.“
Ulf Poschardt verweist verächtlich auf ein populäres Sachbuch einer Autorin, die er als 'Ungleichheitspopulistin' bezeichnet. Der Titel wird nicht genannt, aber Poschardt ordnet es als ideologisch motiviert ein und als Beispiel für 'Shitbürger-Sachbücher, die das Land weiter kaputt machen'.
Die Gesellschaft des Spektakels
Guy Debord
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:15:29 „Die Texte von Guy Debord sind einfach absolut brillant. Und ja, wenn ich darüber wieder schreibe, wächst Deutschland mit 4,5 Prozent“
Ulf nennt Debord als den Autor, über den er am liebsten wieder schreiben würde, statt über Politik
Macht kaputt, was euch kaputt macht
Ton Steine Scherben
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 03:16:32 „Wir machen natürlich Tonsteine Scherben. Macht kaputt, was euch kaputt macht.“
Matze und Ulf wetten um eine Schallplatte in der Frage, ob der Gini-Koeffizient in Deutschland steigt oder sinkt. Matze schlägt als seinen Wetteinsatz das Album von Ton Steine Scherben vor – passend zum rebellischen Grundton des Gesprächs.
Alle gegen alle
Slime
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:16:41 „Das wäre deine Platte, ich würde sagen. Meine Platte wäre jetzt natürlich Slime, alle gegen alle. Ja, okay, gut, dann machen wir das. Das ist super.“
Als Gegenstück zu Matzes Ton-Steine-Scherben-Platte setzt Ulf auf Slimes Punkrock-Klassiker als seinen Wetteinsatz. Beide Platten werden als 'großartig' gewürdigt – die Wahl spiegelt beider Affinität zur Punkkultur wider.
Die Revolution der Gesellschaft der Spektakel
Guy Debord
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:19:05 „Alles ist gut in dem Land, wenn ich wieder über Guy Debord schreiben kann. Die Texte von Guy Debord sind einfach absolut brillant.“
Auf Matzes Wunsch, Ulf möge wieder mehr über Kunst schreiben, nennt Poschardt Guy Debord als den Autor, über den er am liebsten schreiben würde. Er bezeichnet Debords Texte als 'absolut brillant' und den Situationismus als die beste Fortführung von Surrealismus und Dadaismus.
Lipstick Traces
Greil Marcus
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:19:14 „Das ist der Gründer des Situationismus. Der letzte große avantgardistische Kunstbewegung und die bis heute eigentlich, also bis auf das fantastische Buch von Grail Marcus, etwas unter dem Radar fliegt, wie man auch an deiner Nachfrage merkt.“
Ulf Poschardt erklärt seine Begeisterung für Guy Debord und den Situationismus. Er verweist auf Greil Marcus' Buch als die einzige bedeutende Aufarbeitung dieser Kunstbewegung, die ansonsten unter dem Radar fliege. Das Buch wird als 'fantastisch' gelobt.
Die gebende Hand
Peter Sloterdijk
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:27:11 „Das hat Sloterdijk mal so schön geschrieben in dem Essay über die gebende Hand. In dem Moment, wo du den Staat so in seinen Mitteln so beschneidest, kann er sich nicht mehr viel erlauben.“
Im Kontext seines Gedankenexperiments einer 25-Prozent-Pauschalsteuer zitiert Poschardt Sloterdijks Essay zur Unterstützung seiner These: Ein finanziell beschnittener Staat könne keine überbordenden Subventionen mehr verteilen, was er als wünschenswert betrachtet.