Check In mit Philip Siefer – Kann es zu viel Mitgefühl geben
Matze Hielscher & Philip Siefer
Philip Siefer, frisch aus einer Meditationswoche zurück, coacht sich mit Matze durch die Frage, warum wir für manche Menschen mehr Mitgefühl aufbringen als für andere. Dabei entwickelt er die Idee eines differenzierten Mitgefühls: Verhalten darf man ablehnen, aber niemanden entmenschlichen — eine Unterscheidung, die echte innere Arbeit erfordert.
„Wir können natürlich sagen, dass das falsch ist, was Leute tun, aber sie zu entmenschlichen oder in den Mülleimer zu werfen, ist nie okay.“
Erwähnte Medien (5)
Dschungelcamp (Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!)
RTL
🗣 Philip Siefer referenziert bei ⏱ 00:05:11 „Nee, das ist doch auch so, wenn man sich, weiß ich nicht, das Dschungelcamp anguckt oder so. Das ist doch quasi, das ist doch, sich das anzugucken und dann die ganze Zeit zu denken, oh Gott.“
Philip nutzt das Dschungelcamp als Beispiel für eine Sendung, die man sich anschaut, um über die Teilnehmenden zu urteilen – als Vergleich zu Matzes Beschreibung, wie man sich im Internet Inhalte von Personen anschaut, die einen aufregen.
Dschungelcamp
RTL
🗣 Philip Siefer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:05:36 „Ne, das ist doch auch so, wenn man sich, weiß ich nicht, das Dschungelcamp anguckt oder so, das ist doch quasi, das ist doch sich das anzugucken und dann die ganze Zeit zu denken, oh Gott.“
Philip Siefer und Matze Hielscher sprechen darüber, warum man sich im Internet Inhalte von Personen anschaut, die einen eigentlich aufregen. Siefer vergleicht dieses Verhalten mit dem Konsum des Dschungelcamps als eine Art Leidenstourismus. Hielscher widerspricht und sagt, das Dschungelcamp sei bewusst dafür gemacht, während sein eigenes Verhalten gezielter und auf bestimmte Personen bezogen sei.
Healing Collective Trauma
Thomas Hübl
🗣 Philip Siefer referenziert bei ⏱ 00:23:05 „Ich komme ja gerade aus einer Woche Retreat bei Thomas Hübel wieder aus der sogenannten Core Group. Das ist, wenn man das Timeless Wisdom Training gemacht hat, was ich ja gemacht habe, dann kann man danach sich dieser Gruppe anschließen und weiter diese innere Arbeit, also Collective Trauma und Trauma Healing machen.“
Philip Siefer spricht ausführlich über seine Arbeit mit Thomas Hübl, dessen Timeless Wisdom Training er absolviert hat. Er beschreibt Konzepte wie Bezeugung (Witnessing), Collective Trauma, Intelligent Function und Revelatory Life – zentrale Begriffe aus Hübls Lehre und Buch über kollektive Traumaheilung.
Theory U / Presencing
Otto Scharmer
🗣 Philip Siefer referenziert bei ⏱ 00:25:47 „Und diese Tiefe im, bei Otto Schama nennt das Presencen oder wir nennen es Witnessen, aber es ist Bezeugung, ja, du kriegst, du hörst jemanden im Akt, und das machst du ja auch die ganze Zeit, du bist ja ein Profi auch im aktiven Zuhören.“
Philip Siefer beschreibt seine Erfahrungen mit Bezeugung und aktivem Zuhören aus der Trauma-Arbeit bei Thomas Hübl. Er verweist auf Otto Scharmers Konzept des 'Presencing' als verwandten Begriff für die Praxis des tiefen, urteilsfreien Zuhörens und Bezeugens, die er über Jahre trainiert hat.
In the Realm of Hungry Ghosts
Gabor Maté
🗣 Philip Siefer referenziert bei ⏱ 00:34:44 „Gabo Mati fragt das auch immer. Das ist quasi die erste Frage, die der Drogensüchtigen, das ist ja auch ein Trauma, was du verarbeitest, was du betäubst, ist dann Drogen oder Alkohol, was ja auch eine Droge ist. Und er sagt immer, was hat es für dich getan? Also nicht hör auf, die zu nehmen, sondern was tut es für dich?“
Philip Siefer beschreibt Gabor Matés therapeutischen Ansatz bei Suchterkrankungen, bei dem nicht die Abstinenz im Vordergrund steht, sondern die Frage, welche Funktion die Sucht für den Menschen erfüllt. Er nutzt dies als Analogie für den Umgang mit eigenen Bewertungsmustern und inneren Urteilen.