Anja Reschke – Welche Aufgabe hat der Journalismus
Matze Hielscher & Anja Reschke
Anja Reschke spricht über ihren Antrieb als Journalistin und ihr leidenschaftliches Plädoyer für den deutschen Rechtsstaat. Sie erzählt, wie sie den Wert von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit als etwas Schützenswertes begreift, das viele Menschen heute nicht mehr zu schätzen wissen — und warum sie als Moderatorin von Panorama und Reschke Fernsehen genau deshalb jeden Tag arbeitet.
„Du hast einen Rechtsstaat. Wer hat denn das? Du kannst zu Gericht gehen, wenn dir was... Du kannst jeden Tag deine Meinung... Du kannst sagen, ich finde den Kanzler scheiße und dir passiert gar nichts. Wo ist denn das so?“
Erwähnte Medien (25)
Reschke Fernsehen
Anja Reschke
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:01:13 „und seit 2023 ihre eigene Fernsehsendung Reschke Fernsehen“
Wird als Anja Reschkes eigene Fernsehsendung in der Vorstellung erwähnt
Wetten, dass..?
Frank Elstner
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:03:54 „Ihr dürft nur wetten, das gucken, danach geht ihr ins Bett. Und ich glaube, seitdem habe ich diesen Wunsch, einfach durchgehend nur Fernsehen.“
Anja Reschke erinnert sich an die Familienregel, dass die Kinder samstagsabends nur Wetten, dass..? schauen durften, bevor sie ins Bett mussten. Die Show steht als Symbol für das Fernsehverbot, das ihren lebenslangen Wunsch nach ungebremstem TV-Konsum begründete.
Raumschiff Enterprise (Star Trek)
Gene Roddenberry
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:05:29 „Und dann durften wir nachmittags ausgesuchte Serien gucken. Also beispielsweise Raumschiff Enterprise oder Ein Colt für alle Fälle.“
Anja Reschke erzählt von ihrer Kindheit und welche Fernsehserien sie als Kind schauen durfte. Die Serie wird als eines der erlaubten Nachmittagsprogramme genannt, im Kontrast zu Dallas, das sie nicht sehen durfte.
Ein Colt für alle Fälle
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:05:29 „Und dann durften wir nachmittags ausgesuchte Serien gucken. Also beispielsweise Raumschiff Enterprise oder Ein Colt für alle Fälle.“
Im Gespräch über ihr Fernsehverhalten als Kind zählt Anja Reschke die Serien auf, die sie nachmittags schauen durfte. Ein Colt für alle Fälle gehörte zu den von den Eltern genehmigten Programmen.
Hart aber herzlich
Sidney Sheldon
🗣 Anja Reschke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:05:40 „Hart aber herzlich, habe ich auch gerne gesehen. Ja. Solche Serien haben wir geguckt.“
Anja Reschke ergänzt ihre Liste der Kinderserien um Hart aber herzlich, eine weitere amerikanische Serie, die sie als Kind gerne geschaut hat.
Dallas
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:05:51 „Und ich wollte immer Dallas gucken, das durfte ich aber nicht. Das lief dienstags um 21 Uhr, da musste ich schon im Bett sein. Und ich weiß noch, dass ich meinen Eltern irgendwann mal eine Schimpftirade gegeben habe, dass das total unfair wäre, dass ich das nicht sehen darf.“
Dallas wird als Beispiel für die Ungerechtigkeit genannt, die Anja Reschke als Kind empfand — sie durfte die Serie nicht sehen, weil sie zu spät lief. Ihre prophetische Beschwerde, dass es Dallas nicht mehr geben würde, wenn sie erwachsen ist, erwies sich als richtig.
Perry Mason
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:06:07 „Ich habe zum Beispiel Perry Mason geguckt. Ich weiß nicht, ob das was sagt. Oder Columbo. Columbo, ja. Fand ich super.“
Matze Hielscher teilt im Gegenzug seine eigenen Kindheits-Fernseherfahrungen und erzählt, dass Perry Mason und Columbo bei ihm den Berufswunsch geweckt haben, Ermittler oder Anwalt zu werden.
Columbo
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:06:12 „Oder Columbo.“
Anja nennt Columbo als Kindheitsserie, die ihren Wunsch weckte, Ermittlerin oder Anwältin zu werden
Columbo
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:06:14 „Ich habe zum Beispiel Perry Mason geguckt. Ich weiß nicht, ob das was sagt. Oder Columbo. Columbo, ja. Fand ich super. Und ich habe mir gewünscht, aufgrund dieser Serien, dass ich mal Ermittler werde oder Anwalt.“
Matze Hielscher nennt Columbo als Kindheitsserie, die seinen Berufswunsch geprägt hat. Er zieht die humorvolle Parallele, dass er als Interviewer ja tatsächlich eine Art Ermittler geworden sei.
Hotel
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:06:29 „Ja, ich habe die Serie Hotel geguckt.“
Anja erklärt, dass die amerikanische Serie Hotel ihren Berufswunsch geprägt hat, in einem Hotel zu arbeiten
Hotel
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:06:31 „Es gab die Serie Hotel mit einer sehr, für mich damals, wahnsinnig schönen, coolen Hotelmanagerin. Die hatte so braune, tolle Haare und hatte so einen geschniegelten anderen Hotelmanager. War auch so eine amerikanische Serie. Und dann dachte ich, das sei doch eine tolle Sache.“
Anja Reschke erklärt, dass die amerikanische Serie Hotel den Grundstein für ihren Kindheitstraum gelegt hat, einmal in einem Hotel zu arbeiten — ein Wunsch, der sich bis heute als Fantasie einer kleinen Frühstückspension hält.
Nobody
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:17:32 „Ich habe neulich den Film Nobody gesehen. Das ist ein Film, wo ein ehemaliger, ja, was war der, Killer, wieder Gerechtigkeit herstellt.“
Im Gespräch über Anja Reschkes Gerechtigkeitsdrang fragt Matze Hielscher, ob sie sich manchmal wünscht, handfest einzugreifen, und nennt Nobody als Beispiel für einen Film, in dem ein ehemaliger Killer für Gerechtigkeit sorgt.
John Wick
Chad Stahelski
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:17:42 „Oder ich bin auch großer John Wick-Fan zum Beispiel, wo es handfest für Gerechtigkeit wieder gesorgt wird. Früher Bud Spencer und Terrence Hill.“
Matze Hielscher reiht John Wick in seine persönliche Liste von Filmen ein, in denen Gerechtigkeit durch körperlichen Einsatz hergestellt wird — von Bud Spencer und Terence Hill bis heute.
Bud Spencer und Terence Hill Filme
Bud Spencer, Terence Hill
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:17:42 „Ich habe neulich den Film Nobody gesehen. Das ist ein Film, wo ein ehemaliger, ja, was war der, Killer, wieder Gerechtigkeit herstellt. Oder ich bin auch großer John Wick-Fan zum Beispiel, wo es handfest für Gerechtigkeit wieder gesorgt wird. Früher Bud Spencer und Terrence Hill.“
Matze Hielscher spricht über Filme, in denen handfest für Gerechtigkeit gesorgt wird, und reiht die Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Filme als Kindheitserinnerung in diese Tradition ein, neben Nobody und John Wick.
Top Gun
Tony Scott
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:18:36 „Ja gut, Tom Cruise habe ich verehrt in der Zeit von Top Gun, logischerweise.“
Anja Reschke ordnet ihre jugendliche Tom-Cruise-Begeisterung zeitlich ein: Es war die Top-Gun-Ära, in der sie Bravo-Starschnitte ausschnitt und ihr Kinderzimmer mit Postern tapezierte.
Thelma & Louise
Ridley Scott
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:18:46 „Ich glaube, der erste Film, in dem Frauen irgendwie eine, wie soll ich sagen, emanzipierte, empowerte Rolle spielten, war Thelma und Louise, den ich gesehen habe.“
Anja nennt Thelma & Louise als ersten Film, in dem Frauen emanzipierte Rollen hatten
Bravo
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:18:53 „Ich war, weiß ich nicht, 15 und habe aus der Bravo, die ich eigentlich nicht lesen durfte, Sachen ausgeschnitten. Und habe die dann in mein Zimmer gehängt. Bravo-Starschnitte.“
Anja Reschke erzählt von ihrer Jugend und ihrer Begeisterung für Tom Cruise. Sie schnitt Poster und Starschnitte aus der Jugendzeitschrift Bravo aus, obwohl sie diese eigentlich nicht lesen durfte, und hängte sie in ihr Zimmer.
Thelma und Louise
Ridley Scott
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:19:45 „Ich glaube, der erste Film, in dem Frauen irgendwie eine, wie soll ich sagen, emanzipierte, empowerte Rolle spielten, war Thelma und Louise, den ich gesehen habe. Ach doch, stimmt nicht. Jenseits von Afrika.“
Auf die Frage nach weiblichen Heldinnen reflektiert Anja Reschke, wie wenig emanzipierte Frauenrollen es im Kino ihrer Jugend gab. Thelma und Louise fällt ihr zuerst ein, bevor sie sich an Jenseits von Afrika erinnert.
Jenseits von Afrika
Sydney Pollack
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 00:20:13 „Ach doch, stimmt nicht. Jenseits von Afrika. Mit Karen Blixen. Die war eine starke Frau, die alleine versucht hat, ihre Kaffee... Baronin Blixen, die in Afrika eine Farm hatte und dort versucht hat, Kaffee anzupflanzen und das alleine durchgezogen hat.“
Anja Reschke korrigiert sich selbst und nennt Jenseits von Afrika als den eigentlich ersten Film mit einer starken Frauenfigur, den sie gesehen hat. Sie beschreibt Karen Blixen als Vorbild, merkt aber auch an, dass der Film aus heutiger Sicht kolonialistische Aspekte hat. Gespielt von Meryl Streep.
ZDF-Magazin
Gerhard Löwenthal
🗣 Anja Reschke erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:43:15 „Da gab es auch Herrn Löwenthal vom ZDF-Magazin, der ja sozusagen die rechtskonservative Stimme war und Herr Bettnath und Herr Merseburger und lauter so Herren, die saßen da in der Runde.“
Anja Reschke erzählt von der Feier zum 40. Geburtstag von Panorama, bei der prominente Moderatoren politischer Magazine zusammenkamen. Sie erwähnt Gerhard Löwenthal vom ZDF-Magazin als die rechtskonservative Gegenstimme zu den eher linksliberalen ARD-Magazinen. Die Aufzählung der gewichtigen älteren Herren dient als Kontrast zu ihr als junger Frau, die in diese Riege aufgenommen wurde.
Akzeptanzstudie der ARD
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 01:14:59 „Also beispielsweise gab es gerade eine Akzeptanzstudie der ARD. Da gibt es eine Zahl, die hat viele nervös gemacht, dass, ich glaube, gut 40 Prozent der Befragten gesagt haben, sie würden ihre Stimme nicht wiedergegeben finden im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.“
Im Gespräch über politischen Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zitiert Reschke eine aktuelle ARD-Studie zur Akzeptanz. Die Zahl, dass 40 Prozent der Befragten sich nicht repräsentiert fühlen, habe intern für Nervosität gesorgt. Reschke hinterfragt jedoch, ob es überhaupt Aufgabe des ÖRR sei, jede einzelne Stimme wiederzugeben, und kritisiert die automatische Annahme, es handele sich um konservative Stimmen.
Laurel and Hardy
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 01:34:08 „Und jeder Mensch hat eine Humorbiografie. Und über was man als Kind gelacht hat und was man da komisch fand. Und natürlich bin ich ja auch aufgewachsen mit Laurel und Hardy und Louis de Finet, den ich rasend komisch fand als Kind.“
Im Gespräch über Humor und was sie zum Lachen bringt, nennt Anja Reschke Laurel und Hardy als prägend für ihre Kindheit. Sie ordnet die Nennung in eine Reflexion über die persönliche Humorbiografie ein – was man als Kind lustig fand, empfindet man heute anders.
Brust oder Keule
Louis de Funès
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 01:34:18 „Natürlich bin ich ja auch aufgewachsen mit Laurel und Hardy und Louis de Finet, den ich rasend komisch fand als Kind. Heute eher anstrengend. Aber wenn du heute Brust oder Keule guckst, dann denkst du, das ist ja wahnsinnig hektisch alles. Aber als Kind fand ich das saukomisch.“
Anja Reschke spricht über ihre persönliche Humorbiografie und darüber, was sie als Kind zum Lachen gebracht hat. Sie erinnert sich an Louis de Funès als rasend komisch, merkt aber an, dass seine Filme heute eher anstrengend wirken – ein Beispiel dafür, wie sich der eigene Humor im Laufe des Lebens verändert.
Pappa ante Portas
Loriot
🗣 Anja Reschke empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:34:49 „Ich finde wirklich Loriot komisch. Und meine Familie versteht das überhaupt nicht. Ich weiß nicht, wie oft ich in meinem Leben schon Papa and the Porters geguckt habe. Man kann ihn ja auch auswendig inzwischen diesen Film. Ich kann mich jedes Mal über jede Szene in der Kopf wieder so schlapp lachen.“
Anja Reschke bekennt sich leidenschaftlich zu Loriots Film als ihre größte Humor-Quelle. Sie beschreibt, wie sie den Film unzählige Male gesehen hat und sich jedes Mal wieder schlapp lacht – während ihr Mann diese Form von Humor überhaupt nicht teilt. Ein sehr persönlicher Moment im Gespräch über unterschiedliche Humortypen.
Die Truman Show
Peter Weir
🗣 Anja Reschke referenziert bei ⏱ 01:37:05 „Dieses Flugzeug, was er haben will, wie Mar-a-Lago aussieht in diesem Fake-Versailles, wo man denkt, das kann doch niemand ernst meinen. Das ist doch wie so eine Show. Das ist ja wie die Truman Show. Das ist ja nicht zu fassen.“
Anja Reschke zieht den Vergleich zur Truman Show, um die surreale Inszenierung von Trumps Umgebung zu beschreiben – Mar-a-Lago als Fake-Versailles, die goldenen Putten im Oval Office. Der Film dient als Metapher dafür, dass Trumps gesamtes Auftreten wie eine unwirkliche Show wirkt, die man kaum für real halten kann.