Mathias Döpfner – Welchen Preis hat deine Macht
Matze Hielscher & Mathias Döpfner
Mathias Döpfner, CEO von Axel Springer, spricht über die Kluft zwischen seinem öffentlichen Image als mächtiger Medienmanager und der Person, die er wirklich ist. Er reflektiert über die Reichelt-Affäre als schlimmstes Kapitel seiner Karriere und verteidigt seinen Führungsstil: Er habe lange daran gearbeitet, dass bei Springer nicht alle schreiben, was er für richtig hält — auch wenn am Ende einer entscheiden muss.
„Du bist ein CEO, du bist ein Kapitalist, du bist Springer, Bild, grauenvoll, ein Klischee nach dem anderen kann ja nur ein Monster sein, ein Finsterling, der mit den Bösen dieser Welt konspiriert, um den Planeten zu einem schlechten zu machen. Ich denke, lern mich doch erstmal kennen, du kennst mich doch gar nicht.“
Erwähnte Medien (9)
Die Freiheitsfalle
Mathias Döpfner
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:15:30 „Also wenn ich so deine Sachen gelesen habe, das Buch Die Freiheitsfalle auch, dann steht Freiheit über deinen Namen so drüber immer wieder. Und ich habe mich gefragt, woher das kommt, weil du eigentlich ja keine Unfreiheit erlebt hast, denke ich.“
Matze Hielscher spricht Döpfners Buch an, um zu verstehen, woher dessen starke Fixierung auf das Thema Freiheit kommt. Das Buch dient als Beleg dafür, dass Freiheit ein zentrales Lebensthema für Döpfner ist, und leitet eine längere Passage ein, in der Döpfner die biografischen Wurzeln dieses Freiheitsbegriffs erklärt — von den Kriegserlebnissen seines Vaters bis hin zu Erfahrungen mit staatlicher Repression im beruflichen Kontext.
Virginia Jetzt!
Virginia Jetzt!
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:38:16 „Nee, ich wollte Profimusiker werden, aber Bandmusiker und habe das dann auch elf Jahre lang gemacht. Also ich habe in einer Band gespielt, Virginia Jetzt hieß die und wir sind richtig getourt.“
Im Gespräch über ihre gemeinsame Vergangenheit als Bassisten erzählt Matze Hielscher von seiner Band Virginia Jetzt!, in der er elf Jahre lang Indie-Pop gespielt hat. Im Gegensatz zu Döpfners virtuosem Funk-Anspruch ging es Hielscher dabei vor allem um den Spaß am Bandleben und Touren.
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
Thomas Mann
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:47:49 „Und hast du dich aber trotzdem richtig gefühlt? Also ich weiß, dass eines deiner Lieblingsbücher der Hochstapler Felix Krohl ist und der hochstapelt sich ja sozusagen durch die Welt ein bisschen und hat ja aber auch Angst, dass er irgendwann mal, dass er doch erwischt wird.“
Matze Hielscher bringt Thomas Manns Roman als Brücke zum Thema Hochstapler-Syndrom ins Gespräch. Er vergleicht Döpfners Karriereweg – vom Bassisten und Musikkritiker zum Medien-CEO – mit Felix Krulls Aufstieg und der ständigen Angst, entlarvt zu werden. Döpfner greift das Bild auf und bestätigt, dass er das Impostor-Syndrom aus eigener Erfahrung kennt.
Encheiridion (Handbüchlein der Moral)
Epiktet
🗣 Mathias Döpfner referenziert bei ⏱ 00:55:12 „Ferdinand von Schirach hat mich auf den Philosophen Epiktet gebracht, ein Stoiker. Und ein wichtiges Element seiner Philosophie ist ja, dass man sich nur um die Dinge kümmern sollte, die man selbst beeinflussen kann“
Döpfner beschreibt, wie Ferdinand von Schirach ihn auf die stoische Philosophie Epiktets aufmerksam machte, um mit Außenwahrnehmung umzugehen
Handbüchlein der Moral (Encheiridion)
Epiktet
🗣 Mathias Döpfner referenziert bei ⏱ 00:59:38 „Ferdinand von Schirach hat mich auf den Philosophen Epiktet gebracht, ein Stoiker. Und ein wichtiges Element seiner Philosophie ist ja, dass man sich nur um die Dinge kümmern sollte, die man selbst beeinflussen kann und nicht um die Dinge, die man sich nicht beeinflussen kann, insbesondere nicht um die Wahrnehmung des eigenen Tuns oder der eigenen Person durch andere.“
Döpfner spricht darüber, wie sich der Blick anderer auf ihn als Milliardär verändert hat und wie gefährlich es ist, sich von dieser Fremdwahrnehmung abhängig zu machen. Ferdinand von Schirach habe ihn auf den stoischen Philosophen Epiktet gebracht, dessen Kernlehre – sich nur um das Beeinflussbare zu kümmern – ihn nachhaltig geprägt habe.
Spiegel-Recherche zu Julian Reichelt
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:00:00 „als ich das zum ersten Mal gelesen habe, ich meine, es war im Spiegel“
Matze referenziert die Spiegel-Berichterstattung über den Julian-Reichelt-Skandal bei Springer
Le Freak
Chic
🗣 Mathias Döpfner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:39:56 „Nile Rodgers hat ein Buch geschrieben, das heißt Le Freak, nach diesem berühmten Song“
Der Song wird als Namensgeber des Buches erwähnt
Le Freak
Nile Rodgers
🗣 Mathias Döpfner referenziert bei ⏱ 01:44:13 „Nile Rodgers hat ein Buch geschrieben, das heißt Le Freak, nach diesem berühmten Song. Und da beschreibt er seine Kindheit und beschreibt, wie er während andere Kinder mit Poppen gespielt hat, mit den Heroinnadeln seiner Eltern gespielt hat.“
Döpfner spricht über bedingungslose Liebe als wichtigstes Fundament der Kindheit. Er führt Nile Rodgers' Autobiografie als eindrückliches Beispiel an: Trotz einer objektiv katastrophalen Kindheit mit heroinsüchtigen Eltern beschreibt Rodgers seine Kindheit als glücklich, weil er sich immer bedingungslos geliebt fühlte. Döpfner hat ihn nach der Lektüre persönlich getroffen, um ihn genau darüber zu befragen.
Grabrede des Perikles
Perikles (überliefert durch Thukydides)
🗣 Mathias Döpfner zitiert daraus bei ⏱ 01:51:54 „Tatsächlich mein Lieblingssatz, wenn man es auf einen Satz bringen will, ist von Pericles, das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit und das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.“
Auf die Frage, was er auf eine große Plakatwand am Alexanderplatz schreiben würde, zitiert Döpfner Perikles' berühmten Satz aus der Gefallenenrede, überliefert durch Thukydides. Er bezeichnet ihn als seinen Lieblingssatz.