Entwicklungszusammenarbeit – Was ist faire Hilfe - Neven Subotić und Svenja Schulze
Matze Hielscher & Gäste
Neven Subotić und Svenja Schulze diskutieren, warum die Entwicklungszusammenarbeit gerade von allen Seiten unter Beschuss steht — von Trumps Einfrieren der US-Auslandshilfen bis zur Debatte um die Abschaffung des BMZ in Deutschland. Subotić warnt eindringlich vor den konkreten Folgen: Rund 1.000 Menschen bei seinen Partnern würden sofort ihren Arbeitsplatz verlieren, und ob die Arbeit je fortgesetzt wird, ist unklar.
„Man kann nicht einfach, weil ein Projekt noch besser gemacht werden kann, sagen, dann machen wir die Projekte gar nicht mehr. Ist uns doch egal, ob die nebenan verhungern.“
Erwähnte Medien (6)
Bericht des Bundesrechnungshofs 2023
Bundesrechnungshof
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:52:42 „weil du den Rechnungshof gerade ansprichst, der hat aber 2023, soweit ich das gelesen habe, in seinem Bericht gesagt, September 2023, es mangelt weiterhin an Transparenz“
Matze konfrontiert Svenja Schulze mit dem Befund des Rechnungshofs, der dem BMZ mangelnde Transparenz attestiert
Bemerkungen des Bundesrechnungshofes 2023
Bundesrechnungshof
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:54:07 „Der hat aber 2023, soweit ich das gelesen habe, in seinem Bericht gesagt, September 2023, es mangelt weiterhin an Transparenz. Diese muss das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung deutlich verbessern. So würden mehrfach Mittel für denselben Zweck bei unterschiedlichen Titeln veranschlagt.“
Matze Hielscher konfrontiert Neven Subotić mit den Ergebnissen des Rechnungshof-Berichts von September 2023. Er nutzt die konkreten Kritikpunkte – mangelnde Transparenz und doppelte Mittelveranschlagung –, um Subotićs Darstellung einer transparenten Entwicklungszusammenarbeit zu hinterfragen. Der Bericht wird mehrfach im Gespräch als zentrale Quelle herangezogen.
DEval-Evaluierungsbericht zum Afghanistan-Engagement
DEval (Deutsches Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit)
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:57:22 „Und da steht dann über das Engagement in Afghanistan, das BMZ und die anderen deutschen und internationalen Akteure insgesamt setzen sich nur unzureichend mit negativen Wirkungen auseinander. Es habe eine begrenzte Wirksamkeit der Maßnahmen bei gleichzeitig außerordentlich hohen Kosten.“
Matze Hielscher zitiert aus dem Evaluierungsbericht des DEval-Instituts zum deutschen Afghanistan-Engagement, um seine Kritik an der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit zu untermauern. Er betont, dass selbst das eigene Evaluierungsinstitut des BMZ die begrenzte Wirksamkeit bei hohen Kosten feststellt. Subotić kontert, dass aus Afghanistan konkrete Lehren gezogen wurden, etwa zur besseren Koordinierung der Ministerien vor Ort.
Markus Lanz
Markus Lanz
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:02:52 „Nevin war bei Lanz jetzt vor zwei Wochen und da ging es um Libyen. Und dass die Gelder da gar nicht vor Ort richtig angekommen sind.“
Matze verweist auf Nevens kürzlichen Auftritt in der ZDF-Talkshow Markus Lanz, wo es um die Frage ging, ob Entwicklungsgelder im Libanon vor Ort ankommen
ZEIT-Artikel über ehemalige GIZ-Mitarbeitende und deren Gehälter
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:38:11 „letzte Woche gab es in der Zeit einen Artikel darüber, dass sich inzwischen ehemalige GIZ-Mitarbeitende sagen, wir sind da eigentlich viel zu... Also wir haben viel zu viel Geld, kriegen wir als Gehalt“
Matze erwähnt einen aktuellen ZEIT-Artikel, in dem ehemalige GIZ-Mitarbeitende ihre als zu hoch empfundenen Auslandsgehälter kritisieren und berichten, teils deswegen gekündigt zu haben
Artikel über GIZ-Gehälter im Ausland
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:40:42 „Und in der Zeit gab es eben einen Artikel, die haben ein paar Menschen gesprochen und die von sich aus gekündigt haben, weil sie sagten, wir können das eigentlich nicht so stehen lassen, dass wir so gut bezahlt werden für diese Arbeit, die wir da machen.“
Matze Hielscher erwähnt einen Artikel aus der ZEIT, in dem ehemalige GIZ-Mitarbeitende zu Wort kommen, die freiwillig gekündigt haben, weil sie ihre hohen Auslandsgehälter als unverhältnismäßig empfanden. Hielscher verbindet den Artikel mit einer eigenen Begegnung in Tansania, wo ihm ein ehemaliger GIZ-Mitarbeiter dasselbe berichtete. Der Artikel wird zum Ausgangspunkt einer Debatte mit Subotić über faire Bezahlung in der Entwicklungszusammenarbeit.