Maja Göpel (2025) - Wie gewinne ich das Vertrauen in die Politik zurück
Matze Hielscher & Gäste
Maja Göpel spricht über Politikverdrossenheit, mangelnde Ernsthaftigkeit in der Politik und die Frage, ob eine neue Regierung das Vertrauen zurückgewinnen kann. Sie kritisiert die Verachtung und fehlende Gemeinwohlorientierung führender Politiker und sieht im europäischen Momentum eine Chance — wenn sie mit Courage genutzt wird.
„Verachtung für andere ist sicherlich kein Charakteristikum, was Personen in sich tragen sollten, die diese Ämter bekleiden möchten.“
Erwähnte Medien (13)
Bleibefreiheit
Eva von Redecker
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:44 „Ich habe ein total schönes Zitat von einer Frau gefunden, die du mir beigebracht hast sozusagen, Eva von Redeker. Die hat gesagt, wir sind daran gewöhnt, die Welt zu verlieren. Das ist unsere Form, in ihr zu leben.“
Matze Hielscher eröffnet das Gespräch mit Maja Göpel über die aktuelle Weltlage, indem er ein Zitat von Eva von Redecker anführt. Das Zitat dient als thematischer Ausgangspunkt für die Frage, wann man zuletzt das Gefühl hatte, die Welt zu gewinnen statt sie zu verlieren. Es wird kein konkreter Buchtitel genannt, die Formulierung passt jedoch zu Eva von Redeckers philosophischem Werk über Freiheit und Verlust.
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Vereinte Nationen
🗣 Maja Göpel referenziert bei ⏱ 00:08:30 „Die Würde aller Menschen ist nicht nur unpassbar, sondern gleich viel wert. Das war so die Letztbegründung des letzten Jahrhunderts und das war neu. Also so weltgedacht haben wir als erstes mal eine Weltgesellschaft nach zwei Weltkriegen auch als eine Größenordnung gefasst.“
Maja Göpel spricht über zivilisatorische Versprechen und Fluchtpunkte, die nach den zwei Weltkriegen formuliert wurden. Sie verweist implizit auf die UN-Menschenrechtserklärung als beruhigende Deklaration, die beschreibt, wie man Wahnsinn wie Kriege und Zerstörung verhindern kann.
Unbenanntes letztes Buch von Maja Göpel
Maja Göpel
🗣 Maja Göpel referenziert bei ⏱ 00:39:06 „Weil wenn man mal Gesetzestexte liest, das habe ich jetzt viel für das letzte Buch gemacht, dann hast du einen total super Vorbau mit einer richtigen langen Begründung, wo die Wirkungsvorausschau drin ist und du überlegst, warum machst du das, wie ist das abgeleitet, was waren vorherige Maßnahmen.“
Maja Göpel erklärt, dass sie für ihr jüngstes Buch intensiv Gesetzestexte gelesen hat und dabei festgestellt hat, wie fundiert die Begründungen und Wirkungsvorausschauen in Gesetzesentwürfen eigentlich sind. Sie nutzt dieses Beispiel, um zu zeigen, dass seriöse politische Arbeit durchaus stattfindet, aber in der medialen Berichterstattung nicht sichtbar wird. Der konkrete Titel des Buches wird nicht genannt.
Interview in der taz
Maja Göpel
🗣 Maja Göpel referenziert bei ⏱ 00:59:35 „Ich habe jetzt eben heute in der Taz geschrieben, ich fände es gut, oder ein Interview gehabt. Und ich fände es super, jetzt eben das Sondervermögen Verteidigung zu machen, weil da sind alle völlig klar und da weiß man nicht genau, ob die Mehrheit mit den Linken noch da ist oder nicht.“
Maja Göpel erwähnt ein tagesaktuelles Interview oder einen Beitrag von ihr in der taz, in dem sie ihren Vorschlag darlegt, das Sondervermögen Verteidigung und die Schuldenbremsenreform in zwei getrennten Schritten anzugehen. Sie nutzt die Erwähnung, um ihren konkreten politischen Lösungsvorschlag im Gespräch zu untermauern.
Caren Miosga
Caren Miosga
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:01:41 „Wobei Markus Söder gestern Abend bei Karin Miosga gesagt hat, dass es weniger Klagerechte geben soll. Also whatever it takes, also friss oder stirb oder du hast gar keine andere Möglichkeit.“
Matze verweist auf einen Auftritt von Markus Söder in der ARD-Talkshow Caren Miosga vom Vorabend. Söder habe dort gefordert, Klagerechte einzuschränken, um politische Vorhaben schneller durchsetzen zu können. Matze nutzt die Aussage als Aufhänger, um mit Maja Göpel über den Widerspruch zwischen schnellem Durchregieren und demokratischer Partizipation zu diskutieren.
Lage der Nation
Philip Banse, Ulf Buermeyer
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:13:59 „Also das Thema Migration und wie viel mehr ein Verbrechen, so schlimm es auch ist, wie viel häufiger das thematisiert wird. Also, das habe ich jetzt bei den Lagern der Nationen gehört, ich meine, das waren 14 Mal mehr.“
Matze bezieht sich auf eine Statistik, die er im Podcast Lage der Nation gehört hat: Verbrechen mit Migrationsbezug würden in den Medien etwa 14-mal häufiger thematisiert als vergleichbare Fälle ohne Migrationsbezug. Er nutzt die Zahl, um zu illustrieren, wie mediale Überrepräsentation Ängste katalysiert. Der Titel ist im Transkript leicht verzerrt wiedergegeben ('Lagern der Nationen').
Der Streiktag
🗣 Maja Göpel empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:14:48 „Aber der Film ist in Österreich schon angelaufen über den Streiktag in Island, wo die Frauen 1975 einen Tag mal alle gesagt haben, wir bearbeiten jetzt nicht. Und wie das der Auftakt war eigentlich zu so einer Bewegung, dass Frauen jetzt in Island wie in kaum einem anderen Land gleichberechtigt sind.“
Maja Göpel erwähnt einen Film über den historischen Frauenstreiktag 1975 in Island, der in Österreich bereits angelaufen ist und in Deutschland in drei Tagen startet. Sie sieht darin ein positives Beispiel, wie kollektives Handeln von Frauen zu realer Gleichberechtigung führen kann – ein Gegenmodell zum bloßen Auschecken.
Linksgrün versifft
Antilopen Gang
🗣 Maja Göpel empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:31:31 „Hatte die Antilopen-Gang. [...] Sie meinte, los, wir gehen jetzt mal einfach nur in die Columbia-Halle. Und es tat so wahnsinnig gut.“
Maja Göpel erzählt begeistert von einem Konzert der Antilopen Gang in der Columbiahalle Berlin. Sie beschreibt es als dringend nötigen Ausgleich zum politischen Dauerstress – einfach mal in den Moshpit und Energie rauslassen. Matze bestätigt, dass sie eine großartige Liveband seien.
Deichkind
Deichkind
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:32:04 „Das Deichkind-Konzert, ich schaffe ich nicht mehr.“
Matze und Maja sprechen über die körperliche und emotionale Kraft von Konzerten als Mittel gegen Ohnmacht. Matze vergleicht seine Ausdauer im Moshpit bei verschiedenen Bands.
Gut leben in Deutschland
🗣 Maja Göpel referenziert bei ⏱ 01:37:11 „Also die Umfrage Gut Leben in Deutschland kommt zu ganz ähnlichen Zielen, die aus der Bevölkerung war. OECD, Better Life Index, kommt zu ganz ähnlichen Elfdimensionen.“
Maja Göpel verweist auf die Bürgerbefragung 'Gut leben in Deutschland' der Bundesregierung als Beleg dafür, dass die Menschen eigentlich wissen, was ein gutes Zusammenleben ausmacht. Die Ergebnisse decken sich mit den globalen Nachhaltigkeitszielen und dem OECD Better Life Index.
Better Life Index
OECD
🗣 Maja Göpel referenziert bei ⏱ 01:37:11 „Also die Umfrage Gut Leben in Deutschland kommt zu ganz ähnlichen Zielen, die aus der Bevölkerung war. OECD, Better Life Index, kommt zu ganz ähnlichen Elfdimensionen.“
Maja Göpel nennt den OECD Better Life Index mit seinen elf Dimensionen als internationale Bestätigung dafür, dass Menschen weltweit ähnliche Vorstellungen von einem guten Leben haben – bezahlbarer Wohnraum, Sicherheit, Gleichberechtigung, funktionierende Institutionen.
Energiemonitor
Die Zeit
🗣 Maja Göpel empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:41:10 „Also da ist ja von der Zeit dieser Energiemonitor dazu gekommen, überhaupt mal zu sagen, wow, welche Ausbauziele haben wir eigentlich und wie nah sind wir rangekommen? Und wie viele Terawattstunden haben wir jetzt aus der und der Energiequelle? Das ist ja eigentlich sowas wie eine Erfolgsvermeldung, anstatt dass man nur darüber redet, wie unfassbar drangsalierend jetzt diese Energiewende eigentlich ist.“
Göpel nennt den Energiemonitor der Zeit als positives Beispiel für eine Berichterstattung, die Fortschritte bei der Energiewende sichtbar macht. Statt nur über Kosten und Belastungen zu berichten, zeige dieses Format konkret, wie nah Deutschland den Ausbauzielen komme – eine Art Erfolgsvermeldung.
Horizont
🗣 Maja Göpel erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:44:34 „beim Horizont-Ranking sind wir runtergelaufen, das ist so eine Zeitung, Marketing-Zeitung, und alle so, oh, was ist denn bei denen los?“
Maja erzählt eine Anekdote über einen Freund mit Marketingagentur, die im Horizont-Ranking abrutschte, als sie sich bewusst verkleinerte – als Beispiel für das Missverständnis, Wachstum mit Qualität gleichzusetzen.