Frank Schätzing - Welche Macht haben Geschichten
Matze Hielscher & Gäste
Frank Schätzing spricht über die Entstehung seiner monumentalen Romane, seine unstillbare Neugierde als kreative Triebfeder und den schmalen Grat zwischen Größenwahn und Selbstzweifel. Er erzählt von seinem inneren Absturz nach Jahren rastloser Produktivität und wie er lernen musste, sich selbst wieder zu spüren — und warum gute Ideen wie ein Urknall funktionieren, dem man nur zusehen muss.
„Wenn eine Idee Potenzial hat, dann musst du dafür nichts mehr tun. Wenn du sie einmal hattest, entwickelt sie sich von selbst. Das ist wie ein Urknall.“
Erwähnte Medien (20)
Der Schwarm
Frank Schätzing
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:53 „Sein bekanntestes Buch heißt Der Schwarm. Und Der Schwarm wurde allein 4,5 Millionen Mal weltweit verkauft. Ein gigantischer Hit.“
Matze Hielscher stellt seinen Gast Frank Schätzing vor und nennt Der Schwarm als dessen bekanntestes Werk. Das Buch wird als gigantischer Hit beschrieben und zieht sich als zentrales Werk durch das gesamte Gespräch – Schätzing erzählt später ausführlich, wie der Durchbruch sein Leben veränderte und ihn an den Rand der Erschöpfung brachte.
Limit
Frank Schätzing
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:58 „Seine Bücher danach, Limit, Breaking News, Die Tyrannei des Schmetterlings, waren auch große Hits.“
Matze Hielscher zählt in seiner Vorstellung Schätzings weitere Romane nach dem Schwarm auf. Limit wird als einer der Folge-Hits genannt, ohne näher darauf einzugehen.
Breaking News
Frank Schätzing
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:58 „Seine Bücher danach, Limit, Breaking News, Die Tyrannei des Schmetterlings, waren auch große Hits.“
In der Vorstellung des Gastes listet Matze Hielscher Breaking News als einen von Schätzings erfolgreichen Romanen nach dem Schwarm auf.
Die Tyrannei des Schmetterlings
Frank Schätzing
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:58 „Seine Bücher danach, Limit, Breaking News, Die Tyrannei des Schmetterlings, waren auch große Hits.“
Matze Hielscher nennt Die Tyrannei des Schmetterlings als dritten großen Hit nach dem Schwarm in seiner Einführung zu Frank Schätzing.
Helden
Frank Schätzing
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:06 „Und jetzt gibt es ganz, ganz neue Helden. Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass es auch sehr, sehr erfolgreich sein wird. Wir machen auch einen kleinen Ausflug ins 13. Jahrhundert. Da spielt nämlich Helden.“
Matze Hielscher stellt Frank Schätzings neuesten Roman Helden vor, der im 13. Jahrhundert spielt. Er beschreibt, wie er das tausend Seiten starke Buch in sieben Tagen verschlungen hat und nicht mehr aufhören konnte zu lesen – ein klassischer Page-Turner. Das Buch ist der aktuelle Anlass des Gesprächs.
Heroes (Helden)
David Bowie
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:47:00 „Das neue Buch heißt Helden. Wer Bowie kennt, weiß, da gab es so ein Lied. Im Buch, der Thin White Duke taucht auch drin auf.“
Matze stellt die Verbindung zwischen dem Buchtitel 'Helden' und David Bowies Song 'Heroes' her. Er verweist auch auf die Bowie-Figur 'Thin White Duke', die im Buch vorkommt, und leitet damit über zu Schätzings tiefer Prägung durch Bowie.
Heroes
David Bowie
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:48:12 „Das neue Buch heißt Helden. Wer Bowie kennt, weiß, da gab es so ein Lied.“
Matze stellt die Verbindung zwischen dem Buchtitel Helden und Bowies Song her
Le Sacre du Printemps
Igor Strawinsky
🗣 Frank Schätzing empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:48:50 „Und dann spielte er uns Sacre de Printemps von Stravinsky vor. Ich hingegen fand es unfassbar geil. Ich bin darin aufgegangen. Ich bin in dieser Musik verschwunden. Sie war ein komplett unbekannter neuer Raum.“
Schätzing erzählt von einem Schlüsselmoment im Musikunterricht: Ein progressiver Lehrer spielte Strawinskys 'Le Sacre du Printemps' vor. Während alle Mitschüler gelangweilt oder verstört reagierten, war Schätzing völlig fasziniert — das Stück öffnete ihm ein neues klangliches Universum und bestätigte sein Gefühl, anders zu sein als die anderen.
A Whiter Shade of Pale
Procol Harum
🗣 Frank Schätzing erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:49:30 „Procol Harum von The Graph Generator und solche Sachen“
Frank zählt Bands seiner Jugendzeit auf, die ihn prägten und zu deren Szene er sich zugehörig fühlte
Space Oddity
David Bowie
🗣 Frank Schätzing referenziert bei ⏱ 00:49:59 „Und dann sagte er, okay, und jetzt spiele ich euch das nächste große Ding vor. Und ich glaube, das ist die Zukunft der Popmusik. Und legte einen jungen, rothaarigen Mann auf, der Space Oddity sang.“
Direkt nach dem Strawinsky-Erlebnis spielte derselbe Musiklehrer Bowies 'Space Oddity' vor. Schätzing fühlte sich sofort verbunden und erkannte in Bowie einen Seelenverwandten — jemanden, der sich ebenfalls wie ein Alien fühlte. Dieser Moment war der Beginn von Schätzings lebenslanger Bowie-Prägung.
Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung
Mao Zedong
🗣 Frank Schätzing erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:42 „Da gab es so eine frühmarxistische Bewegung. Ich meine, das waren alles 15-Jährige, die hatten von Marx überhaupt keine Ahnung. Aber sie liefen alle plötzlich mit so einem roten Büchlein rum und waren extrem politisiert.“
Schätzing beschreibt die politisierte Atmosphäre in seiner Schulzeit in den 1970er Jahren. Während seine Mitschüler mit Maos 'rotem Büchlein' herumliefen und sich als Marxisten gerierten, lebte er in Fantasiewelten — ein weiteres Beispiel für sein Gefühl, ein Alien zu sein.
Bravo
🗣 Frank Schätzing erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:53:11 „Ich habe Bravo gelesen und diese ganze Londoner-Szene zu der Zeit, die waren ja auch alle blutjung.“
Schätzing erwähnt die Jugendzeitschrift Bravo als sein Fenster zur britischen Musikszene der 1970er Jahre. Über das Magazin verfolgte er als Teenager Bands wie Suzi Quatro, The Sweet, Slade und Alice Cooper.
She Loves You
The Beatles
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:03:07 „Wenn wir jetzt an die schönsten Songs unseres Lebens denken, die wir gehört haben, dann waren das, also in meinem Fall sind das nie die Songs, wo jemand singt, she loves you, yeah, yeah, yeah, ist ein cooler Song. Aber es ist jetzt nicht derjenige, der mich am meisten berührt.“
Matze Hielscher nutzt den Beatles-Klassiker als Gegenbeispiel: Songs, die aus reiner Freude entstehen, berühren ihn weniger als solche, die aus Leid und Zurücksetzung geboren wurden. Der Song dient als Kontrastfolie zu seiner These über den Zusammenhang von kreativem Schaffen und persönlichem Schmerz.
The Man Who Sold the World
David Bowie
🗣 Frank Schätzing referenziert bei ⏱ 01:05:07 „Es gibt einen Song. The Man Who Sold the World. Nee, es ist The Man Who Sold the World und es gibt den Film, Der Mann, der zur Erde fiel.“
Im Kontext der Bowie-Bewunderung erwähnt Schätzing den Song in Abgrenzung zum Filmtitel 'The Man Who Fell to Earth'. Die Erwähnung dient der Unterscheidung der beiden ähnlich klingenden Bowie-Werke.
The Man Who Fell to Earth
Nicolas Roeg
🗣 Frank Schätzing referenziert bei ⏱ 01:05:12 „Und ich fand seine Vielseitigkeit gut, die sich dann eben auch in dieser Filmrolle niederschlug, The Man Who Fell to Earth. Da spielt er einen Alien, der von einem Wasserplaneten kommt, der aber austrocknet und seine Menschen leiden und seine Rasse droht auszusterben.“
Frank Schätzing spricht über David Bowie als Künstler, der sich immer wieder neu erfunden hat. Er verweist auf den Film als Beispiel für Bowies Vielseitigkeit und zieht eine Parallele zu seinem eigenen Gefühl, als Teenager ein 'Alien' gewesen zu sein — das Bowie-Alien im Film, das sozial gehemmt unter den Erdlingen lebt, spiegelt Schätzings eigene Adoleszenz-Erfahrung wider.
Nachrichten aus einem unbekannten Universum
Frank Schätzing
🗣 Frank Schätzing referenziert bei ⏱ 01:14:48 „Ich habe schon mal ein Sachbuch geschrieben, direkt nach dem Schwarm. Das hieß Nachrichten aus einem unbekannten Universum. Und das erzählt die Geschichte der Evolution des Lebens im Meer. Das habe ich nicht geschrieben mit dem Hintergedanken, jemandem was zu erklären, sondern das habe ich geschrieben, weil ich finde, dass der faszinierendste Thriller in der Menschheitsgeschichte der der Entwicklung des Lebens ist.“
Schätzing grenzt dieses Sachbuch vom Klimabuch ab: Während das Klimabuch einen gesellschaftlichen Auftrag hatte, entstand dieses Buch rein aus Faszination für die Evolution des Lebens im Meer. Er beschreibt es als 'großes Abenteuerbuch', geschrieben aus Spaß an der Sache.
Was wäre, wenn wir einfach die Welt retten
Frank Schätzing
🗣 Frank Schätzing referenziert bei ⏱ 01:14:55 „das ist so ein bisschen die Aufgabe, die ich vor allem bei dem Klimabuch für mich übernommen habe, wo ich einfach dachte, was wäre, wenn wir einfach die Welt retten“
Frank beschreibt sein Klimabuch als bewussten Versuch, den Klimawandel verständlich zu erklären und zum Handeln zu motivieren
Tod und Teufel
Frank Schätzing
🗣 Frank Schätzing referenziert bei ⏱ 01:23:21 „Etwas in mir dachte oder die Dusche plätscherte es mir zu, diese Prämisse eignet sich doch viel besser, um Tod und Teufel weiterzuerzählen. Ein Roman aus den 90ern. Ich wollte aber nie eine Fortsetzung zu einem meiner Bücher schreiben.“
Schätzings Roman aus den 1990er Jahren über das 13. Jahrhundert wird als Ursprung der 'Helden'-Trilogie erwähnt. Die Figur Jakob der Fuchs stammt aus diesem Buch, und Schätzing gesteht, dass er seine Helden damals 'ein bisschen im Stich gelassen' hat und selbst wissen wollte, was aus ihnen geworden ist.
Gefängnishefte
Antonio Gramsci
🗣 Frank Schätzing zitiert daraus bei ⏱ 02:20:29 „Es gibt ein schönes Zitat. Die alte Welt ist untergegangen, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster. Das hat ein italienischer Politiker in den 30ern gesagt. 20er oder 30er, muss ich nochmal nachschlagen. Und darauf hat mich vor kurzem ein Journalist der Zeit hingewiesen.“
Schätzing zitiert den berühmten Satz von Antonio Gramsci aus dessen Gefängnisheften, ohne den Autor namentlich zu nennen – er spricht nur von 'einem italienischen Politiker in den 30ern'. Das Zitat dient ihm als Schlüssel zu seiner eigenen Faszination für das Grauen: In Umbruchzeiten steigen die Monster in uns auf, und er als Schriftsteller gibt ihnen in seinen Büchern Raum, statt sie im echten Leben auszuleben.
Berlin Alexanderplatz
Alfred Döblin
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:23:37 „Ja, deswegen passt das Zitat vom Alexanderplatz jetzt, weil ich auch dachte, Mann, jetzt will ich aber schon wissen, was als nächstes passiert.“
Matze Hielscher greift ein offenbar zuvor im Gespräch besprochenes Zitat aus Döblins 'Berlin Alexanderplatz' auf und verbindet es mit seiner eigenen Situation – er befindet sich physisch an einem Alexanderplatz und zieht eine inhaltliche Parallele zu seiner Neugier auf den Fortgang von Schätzings Roman.