Gregor Gysi - Welches Gefühl versuchen Sie zu vermeiden
Matze Hielscher & Gäste
Gregor Gysi spricht über seine Mittelpunkte im Leben — vom Alleinsein über die Existenzkrise seiner Partei bis zu den großen Kriegen und der unvollendeten deutschen Einheit. Zwischendurch blitzt sein typischer Humor auf, etwa wenn er zugibt, als Politiker Fragen grundsätzlich nicht zu beantworten, sondern einfach über das zu reden, was ihm gerade einfällt.
„Ich bin ja Politiker. Wir beantworten ja nicht Fragen, sondern reden über das, was uns gerade einbezieht.“
Erwähnte Medien (8)
Ein Leben ist zu wenig
Gregor Gysi
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:08 „Ich habe einen Satz gelesen oder Sie haben den geschrieben in Ihrem Buch von Ihrem Vater. Es gibt so viele Mittelpunkte auf der Erde wie Menschen. Das fand ich einen ganz, ganz schönen Satz.“
Matze Hielscher zitiert zu Beginn des Gesprächs einen Satz aus Gregor Gysis Buch, in dem dessen Vater sagt, es gebe so viele Mittelpunkte auf der Erde wie Menschen. Gysi korrigiert, dass sein Vater dabei einen Schriftsteller zitiert habe. Der Satz dient als Einstieg in ein Gespräch über persönliche Lebensmittelpunkte.
Nachruf auf Klaus Gysi
Der Spiegel
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:34:11 „Über Ihren Vater hat der Spiegel zum Nachruf geschrieben, er war weltmännisch und linientreu.“
Matze Hielscher zitiert den Nachruf des Spiegel auf Gregor Gysis Vater Klaus Gysi. Die Formulierung 'weltmännisch und linientreu' wird zum Ausgangspunkt eines Wortspiels, in dem Gysi seine eigene DDR-Haltung als 'weltmännisch und nicht ganz linientreu' beschreibt.
Dokumentarfilm über Gregor Gysi
🗣 Gregor Gysi erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:45:26 „Also einer machte mal einen Dokumentarfilm über mich, da kam ich sehr gut bei weg, aber es war so ein alter Haudegen und die trauten sich nicht, seine Filme nicht zu zeigen.“
Im Kontext der Stasi-Vorwürfe und der medialen Feindseligkeit gegen Gysi nach der Wende erwähnt er einen nicht namentlich genannten Dokumentarfilmer, der einen Film über ihn drehte, in dem er positiv dargestellt wurde. Der Filmemacher wird als 'alter Haudegen' beschrieben, dessen Reputation die Ausstrahlung sicherte.
Rede am Alexanderplatz (4. November 1989)
Gregor Gysi
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:49:42 „Also ich habe mir natürlich angeguckt, noch mal Ihre Rede am Alexanderplatz am 4.11.89, was ich wirklich beachtlich fand. Also das noch mal so zu sehen. Ich war damals zehn.“
Matze Hielscher erwähnt, dass er sich Gysis historische Rede auf der Großdemonstration am Alexanderplatz vom 4. November 1989 angesehen hat – die größte nicht-staatliche Demonstration in der DDR-Geschichte mit rund 500.000 Teilnehmern. Gysi erzählt daraufhin, dass es seine erste große Rede war und er sich alles aufgeschrieben hatte.
Der Drahtzieher (Spiegel-Titelgeschichte)
Der Spiegel
🗣 Gregor Gysi referenziert bei ⏱ 00:59:37 „Der Drahtzieher. Das war am 3. Oktober 1990 schon, sehr früh. Es war so, dass erst nachdem ich zum Parteichef gewählt wurde, die FAZ und die sagen, das ist wirklich eine Reform, da könnt ihr ja wirklich was verändern etc. Und der Spiegel entschied, dass man mich und meine Partei nicht mehr braucht.“
Matze Hielscher spricht Gysi auf eine große Spiegel-Titelgeschichte an, die ihn als 'Drahtzieher' darstellte. Gysi ordnet den Artikel politisch ein: Während FAZ und andere zunächst die Reformfähigkeit der PDS anerkannten, habe der Spiegel entschieden, dass Gysi und seine Partei nicht mehr gebraucht würden. Der Artikel wurde laut Gysi hunderttausendfach gebührenfrei in Leipzig verteilt.
Der Drahtzieher
🗣 Gregor Gysi referenziert bei ⏱ 00:59:54 „Der Drahtzieher. Das war am 3. Oktober 1990 schon, sehr früh. Der Spiegel entschied, dass man mich und meine Partei nicht mehr braucht. Das war der Hintergrund für den Artikel der Drahtseher. Der wurde hunderttausendfach gebührenfrei verteilt in Leipzig.“
Gysi erzählt von einem Spiegel-Artikel mit dem Titel 'Der Drahtzieher', der kurz nach der Wiedervereinigung erschien und sich gegen ihn und die PDS richtete. Der Artikel wurde massenhaft in Leipzig verteilt und war Teil einer Kampagne gegen seine Partei, nachdem die FAZ zunächst positiv über die Reformbemühungen berichtet hatte.
Der heiße Stuhl
🗣 Gregor Gysi referenziert bei ⏱ 01:01:24 „Und das war, als ich Komitees für Gerechtigkeit vorschlug, um Ostinteressen besser vertreten, artikulieren und durchsetzen zu können. Und da kam ich bei RTL auf den heißen Stuhl. Da gab es vier Leute, die mich beschimpfen sollten.“
Gysi beschreibt seinen Auftritt in der RTL-Sendung 'Der heiße Stuhl' als Wendepunkt seiner öffentlichen Akzeptanz im Osten. In der Sendung konterte er einen Staatssekretär mit dem Wortspiel über 'Ahnung' und 'Ahnungen', was ihm breite Sympathien einbrachte – am nächsten Tag klopften ihm in Eisfeld die Menschen auf die Schulter statt ihn zu beschimpfen.
Wetten, dass..?
Frank Elstner
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:20:47 „Markus Lanz hatte ja mit, den habe ich auch interviewt, der hat Wetten, dass? moderiert, wie Sie wissen, und hat ja danach auch einiges einstecken müssen. Und er sagte mir, dass was seitdem bei ihm ist, dass er sehr große Schwierigkeiten hat, Menschen zu vertrauen.“
Matze Hielscher erwähnt die TV-Show 'Wetten, dass..?' im Kontext von Markus Lanz' Erfahrung als Moderator. Er zieht eine Parallele zwischen Lanz' Vertrauensproblemen nach öffentlicher Kritik und Gysis Erfahrungen mit Anfeindungen, um zu fragen, ob Gysi ähnliche Schwierigkeiten hat, Menschen zu vertrauen.