1000 Narben tief
Jan Böhmermann & Olli Schulz
Eine Sonntagssendung, die mit gedämpfter Stimmung startet: Jan ist in einen Shitstorm geraten und hat sich am Vorabend beim Schneiden eines mysteriösen Audio-Projekts durch eine umgekippte Kaffeetasse einen Kurzschluss eingehandelt — Sicherung raus, alles dunkel. Olli wiederum kämpft in seinem selbsterklärten Rentnerparadies mit garstigen Senioren im Supermarkt, die sein freundliches Lächeln stoisch ignorieren.
„Mir ist gestern Abend beim Schneiden um 22.30 Uhr eine Kaffeetasse umgefallen, die hier noch stand von vor zwei Tagen und in den Mehrfachstecker reingefallen und ich dachte, ach ja gut, was soll passieren — auf einmal alles aus.“
Erwähnte Medien (23)
Drei nach Neun
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:12:49 „Ich war ja mal bei, das ist schon zehn Jahre her oder acht Jahre, in der Talksendung, Drei nach Neun, ist das die Giovanni di Lorenzo. Und wir haben uns nach der Talksendung kurz über alte Politiker, Helmut Schmidt ähnliches, unterhalten, Menschen, die sehr früh durch Kriegserlebnisse oder Ähnlichem mit dem Tod konfrontiert worden sind.“
Olli Schulz erinnert sich an einen Auftritt in der Bremer Talkshow 'Drei nach Neun' vor etwa acht bis zehn Jahren. Er nutzt ein Gespräch mit Giovanni di Lorenzo nach der Sendung als Aufhänger für seine These, dass frühe Konfrontation mit dem Tod – etwa durch Kriegserfahrungen – Menschen nicht unbedingt empathischer, sondern härter macht.
Lassie Singers
Christiane Rösinger
🗣 Olli Schulz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:22:48 „Christiane Rösinger hat bei den Lassie-Singern früher gesungen. Das ist eine ganz schöne Band. Die Message von der Band war immer, Liebe ist gar nicht mal so gut, denn das machen nur Idioten. Und so weiter und so fort. Und eigentlich fand ich das immer ganz charmant und ganz gut.“
Olli Schulz ordnet Christiane Rösinger musikalisch ein, indem er ihre frühere Band, die Lassie Singers, erwähnt. Er beschreibt deren ironische Grundhaltung zur Liebe und drückt seine Sympathie für die Band und Rösinger aus, um klarzustellen, dass er persönlich kein Problem mit ihr hat – trotz der kontroversen Tatort-Diskussion.
Hamburger Schulegate – Eine Oral History in sieben Kapiteln
Christian Ihle
🗣 Olli Schulz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:23:37 „Das ist jetzt unabhängig davon, aber ich hab dir vor drei Tagen die unglaublich gute Taz-Zusammenfassung des Facebooks-Dialogs, der losgetreten wurde, nachdem der NDR eine Doku gemacht hat, eine zweiteilige über die Hamburger Schule.“
Olli Schulz empfiehlt einen ausführlichen Taz-Blogartikel von Christian Ihle, der eine Facebook-Diskussion zwischen Protagonisten der Hamburger Schule dokumentiert. Der Artikel fasst den Streit zusammen, der nach einer NDR-Doku über die Hamburger Schule ausbrach, und wird von beiden Hosts als hervorragend und extrem spannend beschrieben. Sie bauen sogar ein Hörspiel daraus.
Hamburger Schule
Natascha Geier
🗣 Olli Schulz referenziert bei ⏱ 00:24:00 „Ich habe ganz am Anfang den ersten Teil der Doku gesehen und vor einer Woche hier gesagt, die Faina Müllerung dieser Doku. Was ich nicht gewusst habe, ist, dass sehr viele Musiker der Hamburger Schule, der ich nie angehörig war, viel zu jung, ich war immer nur Zaungasten, habe mir die Konzerte dieser Bands erklärt.“
Olli Schulz spricht über eine zweiteilige NDR-Dokumentation über die Hamburger Schule, gedreht von Natascha Geier. Die Doku ist der Auslöser der gesamten Facebook-Diskussion, da viele Protagonisten der Szene sich in ihr nicht repräsentiert fühlten. Bernd Begemann hat sie öffentlich scharf kritisiert, was eine Lawine an Reaktionen auslöste.
Hamburger Schule
Natascha Geier
🗣 Olli Schulz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:27:36 „nachdem der NDR eine Doku gemacht hat, eine zweiteilige über die Hamburger Schule“
Zweiteilige NDR-Dokumentation über die Hamburger Schule, die eine große Facebook-Diskussion unter den damaligen Protagonisten ausgelöst hat
Zusammenfassung der Hamburger-Schule-Debatte
Christian Ile
🗣 Olli Schulz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:27:36 „in der Taz hervorragend von, wie heißt der, Ile? Christian Ile ist der Autor. Von Christian Ile zusammengefasst worden“
TAZ-Artikel, der die Facebook-Diskussion zwischen den Protagonisten der Hamburger Schule zusammenfasst, von Olli als hervorragend gelobt
Die Braut haut ins Auge
Die Braut haut ins Auge
🗣 Olli Schulz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:29:39 „Ich bin mit meiner damaligen Freundin, die absoluter Fan von Die Brautraut ins Auge war, zu den Konzerten gegangen. Und ich finde, wenn es irgendwo sowas gab wie einen Ansatz von, hier geht es auch um Frauen und sowas, dann war das in der Hamburger Schule.“
Olli Schulz argumentiert gegen die These, die Hamburger Schule sei ein reiner Männerverein gewesen. Er nennt mehrere starke Frauenpersönlichkeiten der Szene und erwähnt, dass er mit seiner damaligen Freundin, die Fan der Band Die Braut haut ins Auge war, zu Konzerten ging.
Was hat dich bloß so ruiniert
🗣 Jan Böhmermann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:32:18 „Für mich waren das krasse Songs, die bei Viva 2 liefen, wo ich dachte, was hat dich bloß so ruiniert? Was ist das denn für eine Idee? Mega geil, tolles Video. Irgendwie smart, aber die Ecke hat sich mir dann schon nicht vermittelt.“
Jan Böhmermann erinnert sich, wie er als Jugendlicher den Song bei Viva 2 gesehen hat. Für ihn war die Hamburger Schule nie eine Erweckung, sondern etwas, das als Teil der Popkultur schon da war. Der Song beeindruckte ihn als smart und visuell stark, ohne dass er die ideologische Dimension erfasste.
Tocotronic
Tocotronic
🗣 Jan Böhmermann referenziert bei ⏱ 00:32:29 „Am ehesten hab ich noch DokuTronic und dann später Blumenfeld mitbekommen. Und Blumenfeld hat mich auch echt im Nachhinein erschlossen.“
Jan Böhmermann spricht über seinen persönlichen Zugang zur Hamburger Schule. Er war jünger als Olli Schulz und hat die Bewegung nur in ihren Ausläufern mitbekommen. Tocotronic (im Transkript als 'DokuTronic' verschrieben) war eine der Bands, die er am ehesten wahrgenommen hat.
Blumfeld
Jochen Distelmeyer
🗣 Jan Böhmermann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:35:17 „Am ehesten hab ich noch DokuTronic und dann später Blumenfeld mitbekommen. Blumenfeld hab ich mir auch echt im Nachhinein erschlossen“
Jan erwähnt Blumfeld (im Transkript als 'Blumenfeld' verschrieben) als Band der Hamburger Schule, die er sich erst im Nachhinein erschlossen hat
An Tagen wie diesen
Die Toten Hosen
🗣 Jan Böhmermann referenziert bei ⏱ 00:36:14 „Du kannst nicht bestimmen, wer sich inspirieren lässt von dem, was du machst. Sobald du auf der Bühne bist, ist das der Welt geschenkt. Das ist total hart, dass man das eben nicht unter Kontrolle hat. Und dass du eben, im Worst-Case-Szenario, singt dann die CDU an Tagen wie diesen von Campino auf der Bühne von den Toten Hosen und dann muss Campino aufregen.“
Jan Böhmermann nutzt den Song als Beispiel dafür, dass Künstler nicht kontrollieren können, wer ihre Kunst vereinnahmt. Die CDU hat den Toten-Hosen-Song auf Parteitagen gespielt, was Campino empört hat – ein Paradebeispiel für den Kontrollverlust, den auch die Hamburger Schule über ihre kulturelle Wirkung erlebt.
Green Day
Green Day
🗣 Olli Schulz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:46:32 „Eine Woche danach hab ich Green Day im Störtebeker gesehen. So alt bin ich. Das war damals in der Hafenstraße, im Laden.“
Olli Schulz erzählt von seinen frühen Konzerterlebnissen in Hamburg Anfang der 90er Jahre. Nach einem NOFX-Konzert im Störtebeker sah er eine Woche später Green Day im selben kleinen Laden – als Beleg dafür, wie lange er schon in der Szene unterwegs ist.
Kill All the White Men
NOFX
🗣 Olli Schulz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:46:39 „Und ich pack jetzt Kill All The White Men von 0FX auf die Liste und pack von Captain Beefheart Hothead auf die Liste und von JJ Cale.“
Olli Schulz packt den Song auf die gemeinsame Playlist, anlässlich des Abschiedskonzerts von NOFX in Berlin, das er am selben Abend besuchen will. NOFX ist seine Lieblings-Punkband der 90er Jahre, die er 1991 erstmals im Störtebeker in Hamburg vor 80 Leuten gesehen hat.
Money Talks
J.J. Cale
🗣 Olli Schulz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:46:55 „J.J. Cale mit Money Talks, J.J. Cale, ein Typ, der hat Cocaine geschrieben, was dann Eric Clapton groß gemacht hat, der coolste und entspannteste Musiker, ich liebe die Musik von J.J. Cale, wenn mir alles zu viel wird, lege ich eine J.J. Cale-Platte auf.“
Olli Schulz empfiehlt den Song Money Talks von J.J. Cale für die gemeinsame Playlist. Er beschreibt J.J. Cale als den coolsten und entspanntesten Musiker überhaupt und erwähnt, dass dieser auch Cocaine geschrieben hat, das später durch Eric Clapton berühmt wurde. J.J. Cale ist für ihn Entspannungsmusik.
Cocaine
J.J. Cale
🗣 Olli Schulz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:46:55 „J.J. Cale, ein Typ, der hat Cocaine geschrieben, was dann Eric Clapton groß gemacht hat, der coolste und entspannteste Musiker, ich liebe die Musik von J.J. Cale.“
Olli Schulz erwähnt beiläufig, dass J.J. Cale den Song Cocaine geschrieben hat, der dann in der Version von Eric Clapton berühmt wurde. Die Erwähnung dient als Einordnung, wer J.J. Cale ist.
Hothead
Captain Beefheart
🗣 Olli Schulz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:47:22 „Captain Beefheart war nicht nur Musiker, war Maler, war eigentlich ein Anti-Musiker. Von Frank Zappa produziert. Ziemlich atonale, irre, aber irgendwie richtig geile Musik. Und als Ende der 70er Jahre Tom Waits in seinem ersten kreativen Loch stand, hat er irgendwann Captain Beefheart gehört und meinte, so was will ich auch machen.“
Olli Schulz empfiehlt Captain Beefheart und beschreibt ihn als Anti-Musiker und Maler, der von Frank Zappa produziert wurde. Er erklärt, dass Captain Beefheart großen Einfluss auf die zweite Karrierephase von Tom Waits hatte, als dieser nach einem kreativen Loch abstrakte Kunst in seiner Musik suchte.
Jenseits von Jedem
Blumfeld
🗣 Jan Böhmermann empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:48:09 „Ich darf euch bitten, die folgenden Songs auf der Fiddy & Bumsi-Playlist nachzuhören. Los geht es mit Jenseits von Jedem, 14 Minuten 30 von Blumfeld.“
Jan Böhmermann empfiehlt passend zur ausführlichen Hamburger-Schule-Diskussion den 14-minütigen Blumfeld-Song Jenseits von Jedem, der bereits auf der gemeinsamen Playlist steht. Die Empfehlung reiht sich in eine Auswahl von Songs ein, die thematisch zur Hamburger-Schule-Debatte passen.
Mein System kennt keine Grenzen
Old Nobody
🗣 Jan Böhmermann empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:48:20 „Mein System kennt keine Grenzen von Old Nobody, 3,33, ein bisschen kürzer.“
Jan Böhmermann verweist auf den Song als Teil seiner thematisch passenden Auswahl auf der gemeinsamen Playlist im Kontext der Hamburger-Schule-Diskussion.
1000 Tränen tief
🗣 Jan Böhmermann empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:48:27 „Dann gibt's einen kurzen Dip in 1000 Tränen tief zur Selbsterforschung.“
Jan Böhmermann empfiehlt den Song als Teil seiner Playlist-Auswahl, beschreibt ihn als Stück zur Selbsterforschung. Der Interpret wird nicht explizit genannt.
Apfelmann
Blumfeld
🗣 Jan Böhmermann empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:48:32 „Und komm, weil's jetzt nicht drauf ist, es ist nicht drauf, dann pack ich noch drauf außerdem den Song Apfelmann.“
Jan Böhmermann fügt den Song Apfelmann neu zur gemeinsamen Playlist hinzu. Der Interpret wird nicht explizit genannt, aber im Kontext der Hamburger-Schule-Diskussion und der umliegenden Blumfeld/Jochen-Distelmeyer-Empfehlungen liegt ein Bezug zur Hamburger Schule nahe.
Hetero
Jochen Distelmeyer
🗣 Jan Böhmermann referenziert bei ⏱ 00:48:59 „Weil es die letzten, vom Hetero-Album jetzt nichts drauf, weil mir das zu schwülstig ist. Sorry, das ist mein persönlicher Geschmack.“
Jan Böhmermann erklärt, warum er vom Album Hetero (Jochen Distelmeyers Soloalbum) bewusst keinen Song auf die Playlist genommen hat – es ist ihm persönlich zu schwülstig. Das dient als Überleitung zu seiner Reflexion über Kunstdiskurs und die Hamburger Schule.
Hamburg
Lassie Singers
🗣 Olli Schulz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:52:05 „Ich packe auch noch ganz kurz, das wollte ich nur sagen, von den Lassie-Singers den Song Hamburg auf die Liste. Die Lassie-Singers kommen übrigens nicht aus Hamburg.“
Olli Schulz ergänzt die Playlist um den Song Hamburg der Lassie Singers und merkt an, dass die Band – inklusive Christiane Rösinger – gar nicht aus Hamburg stammt, sondern aus Berlin. Das passt zum Diskurs über die Hamburger Schule und wer wirklich dazugehört.
Player of Ibiza
Emil und Oskar Belton
🗣 Jan Böhmermann referenziert bei ⏱ 00:53:30 „Während du suchst, soll ich kurz sagen, dass ich Player of Ibiza durchgeguckt habe. Liebe Grüße an die Beltenbrüder, an Bruno, Alexander. Alter, das ist so all over the place, das ist so wild geschnitten, Alter.“
Jan Böhmermann erzählt, dass er die Serie Player of Ibiza komplett geschaut hat. Er beschreibt den Stil als wild geschnitten und vergleicht ihn mit dem ProSieben der Nullerjahre. Olli Schulz findet die Arbeitsweise der Beltenbrüder bewundernswert – sie ziehen eine Serie in einer Woche durch.