Zur Genealogie der Moral
Friedrich Nietzsche
"Sprechen wir sie aus, diese neue Forderung: wir haben eine Kritik der moralischen Werthe nöthig, der Werth dieser Werthe ist selbst erst einmal in Frage zu stellen – und dazu thut eine Kenntniss der Bedingungen und Umstände noth, aus denen sie gewachsen, unter denen sie sich entwickelt und verschoben haben (Moral als Folge, als Symptom, als Maske, als Tartüfferie, als Krankheit, als Missverständniss; aber auch Moral als Ursache, als Heilmittel, als Stimulans, als Hemmung, als Gift), wie eine so...
Erwähnungen (4)
„was man der Geschichte ja unterstellen kann, ist, dass sie dazu wiederum so eine nidgianische Position bezieht. Das ist sozusagen alles Sklavenmoral und das ist sowieso uninteressant. Worum es uns eigentlich geht, ist so Übermenschen zu schaffen.“
Lars Weisbrod analysiert die ideologischen Grundlagen von Dune und identifiziert eine nietzscheanische Position, die Mitleidsmoral als Sklavenmoral verwirft und stattdessen auf die Schaffung von Übermenschen durch widrige Umstände abzielt.
„Es war das Soziale am Christentum, worüber Nietzsche spottete und das er brutal entlarvte. Durch das Christentum fanden die Schwachen einen Weg, die Starken zu unterjochen. Das Schwache wurde das Starke und das Schlechte das Gute und das Kranke wurde das Gesunde.“
Im vorgelesenen Abschnitt aus Knausgårds 'Der Morgenstern' wird Nietzsches Kritik am Christentum als Sklavenmoral referiert – die zentrale These aus 'Zur Genealogie der Moral'. Der Autor wird namentlich genannt, das konkrete Werk jedoch nicht, die Argumentation ist aber eindeutig zuordenbar.
„Wenn man so von Nietzsche und einer Ressentiment-Theorie kommt, dann würde man sagen, die eigentliche Grausamkeit entsteht immer bei den zu kurz gekommenen und eigentlich nicht bei denen, die sich durchgesetzt haben.“
Ijoma nutzt Nietzsches Ressentiment-Theorie, um das Phänomen der Incels und der Manosphere einzuordnen. Seine These: Die eigentliche Aggression entsteht nicht bei den 'Alpha-Männern', sondern bei den zu kurz Gekommenen – den 80 Prozent, die laut Pareto-Prinzip von den Frauen nicht beachtet werden. Nina widerspricht aus feministischer Perspektive.
„Nietzsche, der gesagt hat, das Christentum redet immer von Demut und von Mitgefühl und von Gleichheit und die letzten werden die ersten sein und so weiter und so weiter. Aber in Wirklichkeit, sagt Nietzsche, wenn man diese Hermeneutik des Verdachts gewissermaßen anwendet, dann sieht man, dass das eigentlich nur eine Art Rache-Reaktion der Schlechtweggekommenen ist.“
Sauer paraphrasiert ausführlich Nietzsches Analyse der Sklavenmoral und der ‚Umwertung der Werte' – zentrale Thesen aus der ‚Genealogie der Moral'. Er nutzt Nietzsche als zweites Beispiel (neben Marx) für die ‚Hermeneutik des Verdachts': Die christliche Moral sei in Wahrheit ein Ressentiment-getriebener Statusumsturz der Schwachen gegen die Starken gewesen.
Ähnliche Medien
Also sprach Zarathustra
Friedrich Nietzsche
Ein Solitär der Literaturgeschichte und zugleich Hauptwerk des Philosophen Friedrich Nietzsche. Eine philosophische Dichtung "für Alle und Keinen"? in der (der erfundene, östlichen Weisheitslehren verpflichtete) Zarathustra die 'Lehren' Nietzsches verkündet: Von der ewigen Wiederkehr des Gleichen, dem Übermenschen, vom Tod Gottes und dem Willen zur Macht.
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn
Friedrich Nietzsche
"In irgend einem abgelegenen Winkel des Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der "Weltgeschichte": aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Atemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Tiere mußten sterben.
Werke von Friedrich Nietzsche
Friedrich Nietzsche
Nietzsche Sämtliche Werke: Ausnahmslos Alle Werke Von Friedrich Wilhelm Nietzsche In Einer Bindung In Chronologischer Reihenfolge - Sämtliche Werke von Friedrich Nietzsche Als Gesamtausgabe In Einem Band Inhaltsverzeichnis Die Geburt der Tragödie oder Griechentum und Pessimismus 8 Versuch einer Selbstkritik 8 Vorwort an Richard Wagner 11 Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik 11 Unzeitgemäße Betrachtungen 42 David Strauß.
Der Antichrist
Friedrich Nietzsche
"Dies Buch gehört den Wenigsten. Vielleicht lebt selbst noch Keiner von ihnen. Es mögen Die sein, welche meinen Zarathustra verstehn: wie dürfte ich mich mit Denen verwechseln, für welche heute schon Ohren wachsen? – Erst das Übermorgen gehört mir. Einige werden posthum geboren." (Zitat auf S. 3 in diesem Buch) Friedrich Nietzsche. Der Antichrist. Versuch einer Kritik des Christenthums. Erstdruck: C. G. Naumann Verlag, Leipzig 1895.