Triggerpunkte: Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft
Steffen Mau
»Soziale Konflikte sind nie einfach nur da, sie werden auch gesellschaftlich hergestellt: entfacht, angeheizt, getriggert.« Von einer »Spaltung der Gesellschaft« ist immer häufiger die Rede. Auch in der Alltagswahrnehmung vieler Menschen stehen sich zunehmend unversöhnliche Lager gegenüber. So plausibel sie klingen mögen, werfen entsprechende Diagnosen doch Fragen auf: Wie weit liegen die Meinungen in der Bevölkerung wirklich auseinander? Und ist die Gesellschaft heute wirklich zerstrittener als...
Erwähnungen (2)
„Der sagt sinngemäß, wenn man genauer hinschaut, ist auch diese sehr oberflächliche Rede von der vermeintlich gespaltenen deutschen Gesellschaft nicht zutreffend. Die Leute, die Gesellschaft sind nicht so gespalten, wie wir sie häufig wahrnehmen. Was hart polarisiert ist, ist der öffentliche, der politische Debattenraum.“
Lanz referiert ausführlich die zentrale These von Steffen Mau, dass die deutsche Gesellschaft weniger gespalten sei als oft behauptet – die Polarisierung finde vor allem im vorpolitischen, medialen Raum statt, nicht in der breiten Bevölkerung. Obwohl der Buchtitel nicht explizit genannt wird, deckt sich die Argumentation exakt mit Maus Werk 'Triggerpunkte'. Lanz nutzt Maus Analyse als argumentatives Fundament für das Plädoyer einer besseren Streitkultur.
„Das ist das Ende meiner Analyse, aber ich bin mir da nicht 100% sicher, das kommt am Ende, dass man es so interpretieren kann, dass wir gar nicht, das sagt ja Steffen Mau, gar nicht eine so starke Polarisierung auf der inhaltlichen Ebene haben. Und seine Befunde sind überzeugend, aber gleichzeitig sieht man ganz schön viel Polarisierung.“
El-Mafaalani verweist auf die Forschungsergebnisse von Steffen Mau, wonach die inhaltliche Polarisierung in Deutschland gar nicht so stark ausgeprägt sei. Er nennt Maus Befunde überzeugend, nutzt sie aber als Sprungbrett für seine eigene These: Die sichtbare Polarisierung erkläre sich nicht über Inhalte, sondern über den Graben zwischen Vertrauenden und Misstrauenden.
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