Tod eines Kritikers
Martin Walser
Hans Lach wird verhaftet: Mordverdacht. Auf der Party seines Verlegers hatte er einen für seine Verrisse gefürchteten Kritiker bedroht. Am nächsten Morgen findet sich dessen blutdurchtränkter Pullover, nur von der Leiche fehlt jede Spur. Dafür treten immer neue Verdächtige auf den Plan. Ein Vexierspiel auf Leben und Tod nimmt seinen Anfang, denn über die Schuld oder Unschuld des Schriftstellers, so scheint es, ist viel zu sagen, aber schwer zu entscheiden.
Erwähnungen (6)
„Wie fanden Sie Tod eines Kritikers? Ah, ja. Dünnes Eis.“
Thea Dorn bezeichnet das Buch als nicht Walsers bestes, es gehöre eher zur Rubrik offene Rechnung des Trotzschädels
„Wie fanden Sie Tod eines Kritikers? Das ist garantiert nicht sein bestes Buch. Garantiert nicht. Das gehört eher in die Rubrik offene Rechnung Trotzschädel.“
Christoph Amend fragt gezielt nach diesem kontroversen Roman, der das Zerwürfnis zwischen Walser und Marcel Reich-Ranicki literarisch verarbeitete. Thea Dorn ordnet das Buch als persönliche Abrechnung ein und attestiert Walser ein 'Trotzschädelproblem', räumt aber ein, dass er das wohl selbst wisse.
„stellt sich Frau Reich-Ranitzky als Walzer seinen antisemitischen Roman Schreibtod eines Kritikers“
Biller erzählt, wie Schirrmacher den Vorabdruck von Walsers Roman in der FAZ ablehnte und einen Text über dessen antisemitischen Charakter schrieb
„Und es war besprochen mit Surkamp, dass die Walsers Tod eines Kritikers abdrucken. Und dann kommt, ich hoffe, wenn ich einen Fehler mache, entschuldige mich. Und dann irgendwie liest Schirrmacher das Manuskript und statt den Roman vorab zu drucken, schreibt er einen großen Text darüber, warum der Roman antisemitisch ist und warum er ihn nicht abdruckt.“
Biller erzählt die Geschichte um Frank Schirrmachers Entscheidung, Walsers Roman nicht wie geplant in der FAZ vorabzudrucken, sondern stattdessen einen Text über dessen Antisemitismus zu veröffentlichen. Er nutzt das Beispiel, um Schirrmachers widersprüchliche Haltung als 'Linksrechtsdeutscher' zu illustrieren.
„Und selbst bei dem jetzt gerade verstorbenen Martin Walser war es ja so, obwohl er schon wirklich ein über die Maßen arrivierter Schriftsteller war, hat ihn das, was Reich Ranitzky über ihn gesagt hat, furchtbar verletzt, dass er so blöd war, darüber noch ein Buch zu schreiben. Der Tod eines Kritikers.“
Ferdinand von Schirach spricht darüber, wie Kritik Schriftsteller verletzen kann. Er nennt Martin Walser als Beispiel, der sich so von Marcel Reich-Ranickis Kritik getroffen fühlte, dass er darüber einen Roman schrieb – was Schirach als Fehler betrachtet.
„Also Sie haben nicht Tod eines Kritikers geschrieben? Ich habe nicht Tod eines Kritikers geschrieben, genau. Martin Weiser damals über Reich Rennitz.“
Amend zieht einen Vergleich zwischen Kehlmanns satirischer Verarbeitung des Kulturbetriebs in 'Ich und Kaminski' und Martin Walsers skandalträchtigem Roman 'Tod eines Kritikers', der als Abrechnung mit dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki gelesen wurde. Kehlmann grenzt sich davon ab: Er habe seinen Zorn durch Identifikation mit der Figur bewältigt, nicht durch einen Angriff.
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