Theorie des kommunikativen Handelns
Jürgen Habermas
Die Theorie des kommunikativen Handelns ist auf Bedürfnisse der Gesellschaftstheorie zugeschnitten. Zunächst leistet sie einen Beitrag zur Bedeutungstheorie. Wir verstehen einen Sprechakt, wenn wir wissen, was ihn akzeptabel macht. Ferner stellt sich die Theorie des kommunikativen Handelns die Aufgabe, die in die kommunikative Alltagspraxis eingelassene Vernunft aufzusuchen und aus der Geltungsbasis der Rede einen unverkürzten Begriff der Vernunft zu rekonstruieren.
Erwähnungen (2)
„Habermas ist gewissermaßen sowieso die Folie, vor der sich all diese Fragen immer wieder stellen, weil der ja gewissermaßen der Hausphilosoph der alten Bonner Republik ist und mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns die Philosophie der letzten fünf, sechs Jahrzehnte auch maßgeblich geprägt hat.“
Mangold führt Habermas' Hauptwerk als theoretischen Rahmen für die Streitdebatte ein. Die Idee der deliberativen Demokratie und des 'zwanglosen Zwangs des besseren Arguments' wird als Idealvorstellung vorgestellt, die dann mit dem Machtrealismus von Münkler und dem Dezisionismus von Spähmann kontrastiert wird.
„Oder dann der andere Klassiker, die anderen Sachen sind zum Beispiel die Theorie des kommunikativen Handelns Anfang der 80er, in dem er tatsächlich eine Kommunikationstheorie entwickelt für Gesellschaften, also wie Argumente im Idealfall wirken und ausgetauscht werden.“
Cammann ordnet das Werk als eines der großen Hauptwerke von Habermas ein, in dem dieser seine Vorstellung vom herrschaftsfreien Diskurs und dem 'zwanglosen Zwang des besseren Arguments' entwickelt hat – Formeln, die Iris Radisch als 'Claims' bezeichnet, die in die Alltagssprache eingegangen sind.
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