Text über den Isenheimer Altar
Jörg Scheller
Der Artikel behandelt den Isenheimer Altar von Matthias Grünewald als kulturhistorisches Meisterwerk und Ausgangspunkt für eine Reflexion über die gesellschaftliche Schmerzvermeidung. Der Text argumentiert, dass moderne Bemühungen zur Eliminierung von Schmerz – etwa durch Opioide oder das Unterbinden von Unbehagen – zu einem Verlust von existenzieller Intensität und menschlicher Tiefe führen. Die unmittelbare Darstellung des Leidens im Altar wird als erhellendes Symbol einer differenzierteren Sicht auf Schmerz in Gesellschaften verstanden, die ihn zu verdrängen suchen.
Erwähnungen (1)
„Vor allem das Leiden am Kreuz erscheint in seiner direkten Drastik als unzeitgemäßes, aber gerade deshalb erhellendes Symbol in Gesellschaften, die sich den Kampf gegen Schmerzen aller Art auf die Fahnen schreiben.“
Lars Weisbrod verweist auf einen Artikel des Kollegen Jörg Scheller im Feuilleton der ZEIT, der den Isenheimer Altar als Ausgangspunkt nimmt, um über die gesellschaftliche Schmerzvermeidung zu reflektieren. Scheller argumentiert, dass die Eliminierung von Schmerz — ob durch Opioide oder durch das Unterbinden von Mikroaggressionen — mit einem Verlust von Intensität und Ekstase einhergehe. Lars nutzt den Text als Brücke zwischen der Opioid-Krise und einer breiteren kulturkritischen Debatte.
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