Stumme Gewalt
Carolin Emcke
Am 30. November 1989 wurde der Vorstandssprecher der Deutschen Bank Alfred Herrhausen in Bad Homburg mit einer Sprengladung getötet – einer der letzten Morde der Rote Armee Fraktion. Achtzehn Jahre lang hat die Journalistin und Autorin Carolin Emcke geschwiegen zu dem Terror der RAF und damit auch über das Attentat an ihrem Patenonkel Alfred Herrhausen.
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„Das war mir jetzt bei dem Text und dann bei dem späteren Buch, also diese Stumme Gewalt, eben wichtig, sich nicht in die dogmatischen Zuschreibungen hineinfallen zu lassen, auch nicht drängen zu lassen in eine Verhärtung, in eine hasserfüllte, menschenverachtende Position, nur weil man so behandelt wird.“
Emcke erwähnt ihr Buch 'Stumme Gewalt' als Weiterführung des Zeitmagazin-Essays über den RAF-Mord an Alfred Herrhausen. Es geht ihr darum, sich nicht in dogmatische Zuschreibungen oder Verhärtungen drängen zu lassen – weder durch Fanatismus noch durch die Feindseligkeit eines Gegners, der einen zu dem machen will, was er sich wünscht.
„Karolin Imke hat das auch so geschrieben, gibt ein tolles Buch von ihr auch zu dem Thema, Stumme Gewalt und sagt sie kaum jemand, der nicht Opfer dieser stummen Gewalt geworden ist und ich finde das trifft es so perfekt. Eine stumme Gewalt. Keiner redet, keiner sagt irgendwas.“
Lanz empfiehlt Emckes Buch als eindringliche Beschreibung des Leidens der RAF-Opfer-Angehörigen. Der Begriff 'stumme Gewalt' beschreibt das jahrzehntelange Schweigen der Täter, das die Hinterbliebenen quält. Lanz liest anschließend eine bewegende Passage daraus vor, in der Emcke als Patentochter von Alfred Herrhausen beschreibt, dass sie keine Reue, sondern die Geschichte der Täter braucht, um den Mord verarbeiten zu können.
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