Politeia (Der Staat)
Platon
Platon Politeia - Der Staat Platon's Politeia - Der Staat als Studienausgabe Da gibt es, sagte ich, noch ein Drittes: die Möglichkeit, daß ihr uns fortlassen müßt.Vermögt ihr, fragte er, auch Leute zu überzeugen, die nicht hören? Das nicht, versetzte Glaukon. So richtet euch darauf ein, daß wir nicht hören werden, erwiderte er. Und Adeimantos sagte: Am Ende wißt ihr nicht einmal, daß auf den Abend ein Fackelrennen zu Roß der Göttin zu Ehren stattfinden wird? Zu Roß? sagte ich; das ist neu.
Erwähnungen (8)
„Gab es das nicht von Platon, so der Philosophenstaat? Also die bereits als klug, gut, weise, ausgewiesenen Menschen entscheiden das, geht schneller, weniger fehleranfällig, im Zweifel sachlicher Fakten. Warum? Warum dieser ganze Demokratiekram?“
Juli Zeh verweist auf Platons Konzept des Philosophenstaats, um zu illustrieren, dass die Idee, Experten statt demokratisch gewählte Vertreter entscheiden zu lassen, uralt ist. Sie nutzt die Referenz als Einstieg in ihre Argumentation über die zunehmende Forderung nach Expertengremien in der modernen Politik.
„Und alles, was Platon sich überlegt hat an Staat, da ging es immer um die Macht der privaten Haushalte, die zu brechen. Also die unter staatliche Kontrolle zu stellen, damit man sich da nicht auslebt.“
Precht erläutert Platons Staatsphilosophie im Kontext der Todsünde Wollust. Er beschreibt den Konflikt zwischen Polis und Oikos und wie Platon die Kontrolle über private Haushalte als zentral für das Funktionieren des Staates ansah. Die Frauenfeindlichkeit der christlichen Kirche stehe in dieser platonischen Tradition.
„die Kernthese ist, Tyrannei, Autoritäres, kommt fast zwangsläufig aus einer sich immer weiter entwickelnden Demokratie. Weil sozusagen Demokratie irgendwann eine völlig übertriebene Freiheit ist, die fast zwangsläufig in strenge, wilde Knechtschaft führt. Und das Interessante ist, Richard, das schreibt nicht er, das geht direkt zurück zu Platon.“
Platons Demokratiekritik aus der Politeia wird als zentrales philosophisches Fundament für Benders AfD-Analyse herangezogen
„Und er sagt, Sullivan erwähnt nur einen einzigen Namen, nämlich Platon. Und geht in dem Text um ein Buch, das du mit Sicherheit gelesen hast, Der Staat. Das Hauptwerk von Platon, Politeia. Und Bender schreibt, es ist eine verstörende Lektüre.“
Platons Politeia ist das philosophische Fundament der gesamten Diskussion. Lanz und Precht erörtern Platons These, dass Tyrannei zwangsläufig aus übertriebener Freiheit in einer Demokratie entsteht. Lanz zitiert mehrfach ausführlich aus dem Werk — über den Verfall der Autorität, die Beziehung zwischen Vätern und Söhnen, Lehrern und Schülern — und zeigt, wie erschreckend genau diese 2400 Jahre alten Beschreibungen auf heutige gesellschaftliche Zustände zutreffen.
„Ich habe dann auch festgestellt, dass die Tapferkeit nach Platon eines der vier Kardinalstugenden ist, neben der Weisheit, der Besonnenheit und der Gerechtigkeit. Aber die Feigheit hat er nicht gewürdigt.“
Im Zusammenhang mit ihrer Recherche zur Feigheit als Gegenstück zur Petrus-Figur verweist Sabine Rückert auf Platons Tugendlehre, in der Tapferkeit als eine der vier Kardinaltugenden definiert wird, die Feigheit aber keinen eigenen Platz erhält.
„Das war der Grund, warum Platon die Demokratie verachtet bis gehasst hat, weil er sagt, da darf jeder Depp mitreden. Es wäre doch besser, wenn nur die, die Ahnung haben. Die Welt der Ideen.“
Thea Dorn verweist auf Platons Demokratiekritik – die Idee, dass nur die Wissenden herrschen sollten –, um eine Parallele zur heutigen Expertokratie-Debatte zu ziehen. Sie warnt davor, das platonische Modell des Expertentums auf demokratische Prozesse zu übertragen, und sieht darin ein zentrales Problem des aktuellen Zeitgeists.
„Platon wollte da schon dran, er ist vielleicht kein Sozialist, aber das ist immer, wir müssen erstmal an die Familie ran, weil jeder sofort sieht, da werden Privilegien und Nachteile erzeugt und erhalten und weitergegeben und verstärkt.“
Im Kontext gescheiterter egalitärer Gesellschaftsentwürfe verweist Hanno Sauer auf Platons Idee, die familiären Bindungen aufzubrechen, um soziale Ungleichheit zu beseitigen. Platon schlug in seiner Staatstheorie vor, Kinder gemeinschaftlich aufzuziehen, was Sauer als frühes Beispiel für den immer wiederkehrenden – und immer scheiternden – Versuch wertet, evolutionär tief verankerte Mechanismen durch politische Ordnung zu überwinden.
„Und dann kam irgendwann so diese Erleuchtung. Es gibt dieses Höhlengleichnis. Und der eine tritt dann mal raus und guckt über die Mauer und sieht, wie es wirklich ist, während alle anderen nur drinnen hocken bleiben. Und so habe ich mich gefühlt.“
Robert Marc Lehmann beschreibt seinen persönlichen Wandel vom Tierhalter und Angler zum Tierschützer. Er vergleicht seine Erkenntnis, dass er Tiere jahrelang gequält hat, mit Platons Höhlengleichnis — er sei derjenige gewesen, der aus der Höhle heraustrat und die Realität sah, während alle anderen in ihren alten Mustern verharrten.
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