Nikomachische Ethik
Aristoteles
Die Nikomachische Ethik (altgriechisch ἠθικὰ Νικομάχεια, ēthikà Nikomácheia) ist die bedeutendste der drei unter dem Namen des Aristoteles überlieferten ethischen Schriften. Da sie mit der Eudemischen Ethik einige Bücher teilt, ist sie möglicherweise nicht von Aristoteles selbst in der erhaltenen Form zusammengestellt worden. Weshalb die Schrift diesen Titel trägt, ist unklar. Vielleicht bezieht er sich auf seinen Sohn oder seinen eigenen Vater, die beide Nikomachos hießen.
Erwähnungen (8)
„Aristoteles hat schon gesagt, sich aufzuregen ist einfach. Aber sich zur richtigen Zeit über das Richtige aufzuregen, das ist schwierig. Das setzt Urteilskompetenz voraus.“
Precht zitiert Aristoteles' bekannte These über den angemessenen Umgang mit Emotionen im Kontext der Diskussion über Erregungskultur und die Fähigkeit zur Urteilskompetenz. Er argumentiert, dass diese Kompetenz im Bildungssystem am stärksten vernachlässigt werde.
„Bei Aristoteles gibt es diese ein bisschen altertümliche Formulierung, aber ich finde sie schön, dass das Glück etwas zu tun hat, dass man sozusagen in Einklang mit der Tüchtigkeit der eigenen Seele ist.“
Barbara Bleisch spricht über das Gefühl des Erblühens in der Mitte des Lebens und darüber, herauszufinden, was einem wirklich entspricht. Sie zitiert Aristoteles' Konzept der Eudaimonia, wonach Glück im Einklang mit der Tugend der Seele besteht.
„Ich bin ein großer Anhänger der aristotelischen Mesothes-Lehre und was unsere, glaube ich, so tief unsere Zivilisation geprägt hat wie fast kaum was anderes. Die Tugend ist die richtige Mitte, die rechte Mitte, die richtige Mitte zwischen einem zu viel und einem zu wenig, zwischen Übermaß und Mangel.“
Kretschmann spricht über den Gegenpol zum Fanatismus und nennt die Gelassenheit als innere Haltung. Er beruft sich auf Aristoteles' Lehre von der Mitte (Mesotes) aus der Nikomachischen Ethik, die besagt, dass die Tugend zwischen Übermaß und Mangel liegt. Für ihn ist das ein Schlüsselprinzip seiner politischen Haltung.
„Ich habe ja schon gesagt, vom Aristoteles habe ich die Mesothes-Lehre, die Tugend ist die richtige Mitte zwischen Übermaß und Mangel.“
Kretschmann erklärt seine politische Philosophie für die Grünen: klar in den Zielen, offen in den Wegen. Er beruft sich auf Aristoteles' Mesothes-Lehre als Fundament seiner pragmatischen Politik und wendet sie auf die Frage an, wie die Grünen wieder zur Volkspartei werden können.
„Ist wahrscheinlich eins der Bücher, da habe ich inzwischen die dritte Ausgabe und die fällt auch auseinander, ist, Achtung Bildungsbürgerin, Nikomachische Ethik von Aristoteles. Das ist das Buch, was ich wahrscheinlich am meisten in meinem Leben durchgeackert habe und immer wieder.“
Adam Soboczynski fragt Thea Dorn nach dem prägendsten Sachbuch ihres Lebens. Sie nennt die Nikomachische Ethik als das Buch, das sie seit ihrem Philosophiestudium immer wieder aus dem Regal nimmt – ihre dritte Ausgabe fällt bereits auseinander.
„Und deswegen stand auf dem Türsturz des Delphischen Orakels Medenagan. Nichts im Übermaß. Und die aristotelische Tugendlehre heißt so, die Tugend ist die richtige Mitte zwischen einem zu viel und einem zu wenig, zwischen Übermaß und Mangel.“
Kretschmann erklärt, warum Deutschlands Perfektionismus sich ins Gegenteil verkehrt hat. Er zieht die aristotelische Tugendlehre heran, wonach die Tugend die richtige Mitte zwischen Übermaß und Mangel ist, um zu zeigen, dass Überbürokratisierung aus übertriebenem Perfektionismus entsteht.
„Wenn Sie was über Gerechtigkeit lernen wollen, dann müssen Sie in Aristoteles schauen. Nämlich in die nikomachische Ethik. Aber schauen Sie nicht rein, ich kann es Ihnen auch erklären.“
Marietta Auer erklärt den Kern von Aristoteles' Gerechtigkeitstheorie: die Unterscheidung zwischen distributiver und kommutativer Gerechtigkeit. Sie stellt das Werk als Grundlagentext vor, der nicht sagt, was gerecht ist, sondern zeigt, wie man Gerechtigkeitsfragen rational in Argumente zerlegen kann. Die anschließende ausführliche Erläuterung bildet einen Schwerpunkt des Gesprächs.
„Ich hole mir die nekomarische Ethik aus dem Regal. Ich weiß, die Sachen sind wichtig und ich habe die exakten Stellen in einer Minute. Gelber Zettel, das muss irgendwo hinten sein, um 1311 rum oder so, nekomarische Ethik, zack, Zettel, steht es genau.“
Gabriel beschreibt sein physisches Farbsystem zum Lesen und Annotieren von Büchern. Für ein Gutachten über Philanthropie griff er auf seine durchgearbeitete Ausgabe der Nikomachischen Ethik zurück, um Aristoteles' Tugenden der Großzügigkeit und Großseeligkeit zu zitieren – als Beispiel dafür, warum gedruckte Bücher für ihn unverzichtbar sind.
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