Mein Name sei Gantenbein
Max Frisch
Mein Name sei Gantenbein ist ein Roman des Schweizer Schriftstellers Max Frisch. Er wurde im Herbst 1964 veröffentlicht und zählt gemeinsam mit Stiller und Homo faber zu Frischs Prosa-Hauptwerk. Frisch greift in Mein Name sei Gantenbein mit der Frage nach der Identität eines Menschen und seiner sozialen Rolle ein Hauptthema seines Werks auf.
Erwähnungen (4)
„Bei Max Frisch ist das ein zentrales Motiv und ich glaube, mein Name sei Gantenbein, heißt es immer, ein Mensch erfindet sich eine Geschichte und hält sie für sein Leben“
Max Frischs Roman wird als literarisches Beispiel für die Konstruktion von Identität durch Erzählungen herangezogen
„Max Frisch hat dieses, guck mal, das habe ich glaube ich neulich schon mal gesagt, ich bin so alt, als wir in der Schule Max Frisch gelesen haben, hat der noch gelebt. Das ist ein Dialog am Ende eines Lebens darüber, ob man das richtige Leben gelebt hat oder wie wäre es, wenn man eine andere Rolle schlüpfen würde.“
Olli Schulz beschreibt die literarische Vorlage des Theaterstücks, das er mit seiner Tochter gesehen hat. Er verbindet Max Frischs Frage nach dem richtigen Leben mit seiner eigenen Situation als 50-Jähriger, der an einem Wendepunkt steht. Das Buch berührt ihn persönlich, weil es existenzielle Fragen über Lebensrollen und verpasste Möglichkeiten aufwirft.
„Er hat versucht, das Romanmanuskript von Mein Name sei Gantenbein, das ist ja der Roman, in dem sie sich so verraten fühlte in der Figur der Lila, dass er ihr das gezeigt hat, damit sie Änderungswünsche und so weiter.“
Der Roman wird im Kontext der Beziehung zwischen Max Frisch und Ingeborg Bachmann erwähnt. Bachmann fühlte sich in der Romanfigur Lila verraten und porträtiert – ein Vorgang, den sie laut den neuen Notaten als unverzeihlich empfand und der zu ihrer psychischen Erschütterung beitrug.
„Montauk oder Mein Name sei Gantenbein? Uh, mein Name ist ja Gantenbein.“
Eva Menasse wählt im Schnellspiel Frischs 'Mein Name sei Gantenbein' und kommentiert die Wahl mit einem Wortspiel auf ihren eigenen Namen ('mein Name ist ja Gantenbein'). Der Roman über Identität und Rollenspiel scheint ihr näher zu liegen als das autobiografische 'Montauk'.
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