Lütten Klein
Steffen Mau
30 Jahre nach 1989 zieht Mau mit dem ebenso scharfen wie empathischen Blick eines Lütten Kleiner Soziologen Bilanz. Er spricht mit Weggezogenen und Dagebliebenen, er schaut zurück auf das Leben in einem Staat, den es nicht mehr gibt. Wie veränderte sich die Sozialstruktur, wie die Mentalitäten? Was sind die Ursachen für Unzufriedenheit und politische Entfremdung in den neuen Ländern? Wie wurde aus der Stadt, in der er gemeinsam mit Kindern aller Schichten seine Jugend verbrachte, ein Ort soziale...
Erwähnungen (2)
„Ich habe ja ein Buch geschrieben, Lütten Klein, über das Viertel, aus dem ich komme. Das hat auch so eine biografische Komponente, ist aber auch ein soziologisches Buch oder gesellschaftsinterpretierendes Buch. Und da habe ich schon gesehen, okay, ich muss eigentlich ein doppeltes Verfahren anwenden.“
Steffen Mau erklärt die Herausforderung, als Ostdeutscher über Ostdeutschland zu forschen. Lütten Klein ist sein Buch über das Rostocker Viertel, in dem er aufgewachsen ist. Er beschreibt die Doppelbewegung von wissenschaftlicher Distanz und biografischer Nähe, die er bei diesem Buch anwenden musste — ein Verfahren, das er mit Hitchcocks Kameratechnik vergleicht.
„Wir haben ja beide vor fünf Jahren schon mal parallel ein Buch zusammen rausgebracht. Ich die Übernahme, er Lütten Klein. Und beides Male waren das glaube ich Bücher, die die Debatte woanders hin geführt haben.“
Steffen Maus 'Lütten Klein' wird als Parallelwerk zu Kowalczuks 'Die Übernahme' genannt. Beide Bücher hätten vor fünf bis sechs Jahren die Debatte über die Deutsche Einheit auf eine neue Ebene gehoben: weg von fiskalischen Fragen, hin zu kulturellen und sozialen Folgen der Wiedervereinigung.
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