König Ödipus

Sophokles

Antikes griechisches Trauerspiel von Sophokles, in dem Ödipus die schicksalhafte Wahrheit über seine Abstammung enthüllt. Das Stück konzentriert sich auf die psychologische Tragik dieser Erkenntnis und setzt die Kenntnis der mythologischen Hintergründe voraus. Als Klassiker der antiken Tragödie demonstriert es die menschliche Suche nach Wahrheit und die Übermacht des Schicksals.

König Ödipus

Erwähnungen (5)

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:34:29
„Aber es ist auch ein bisschen, hat es was von den griechischen Sagen, wo auch die Personen, die es getroffen hat, der Fluch getroffen hat oder das böse Schicksal heimgesucht hat, Ödipus oder was sie können machen, was sie wollen, es trifft ein.“

Sabine Rückert vergleicht das Schicksal König Sauls mit der griechischen Tragödie des Ödipus. Beide Figuren können ihrem vorherbestimmten Schicksal nicht entkommen, egal wie sehr sie es versuchen — eine klassische Self-fulfilling Prophecy.

ZEIT Verbrechen
🗣 Ursula März referenziert bei ⏱ 00:02:34
„Ich dachte auch an sozusagen den Mythos aller Mythen, an den Oedipus-Mythos, der aber so verläuft, dass der Sohn, ohne es zu wissen, den Vater Laios umbringt und ebenfalls ohne es zu wissen, die eigene Mutter ehelicht.“

Ursula März vergleicht den Berliner Kriminalfall mit dem Ödipus-Mythos als 'Mythos aller Mythen'. Sie nutzt die antike Tragödie, um das archetypische Muster des Vater-Sohn-Konflikts zu illustrieren — insbesondere den weniger bekannten Aspekt, dass auch Laios schuldig wurde, indem er seinen Sohn aussetzte.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:13:02
„Also das griechische Theater, so wie der Aristoteles es auch beschreibt, hat das Ziel, die Menschen die Aporie des Lebens erkennen zu lassen, das Unerklärte. Also so die Oedipus-Geschichte zum Beispiel. Da wird ein Junge geboren und es wird vorausgesagt, er wird seinen Vater töten und seine Mutter heiraten.“

Johanna Haberer nutzt die Ödipus-Geschichte als Beispiel für die griechische Idee der Aporie – die Unausweichlichkeit des Schicksals. Gerade die Versuche, dem Schicksal zu entkommen, führen es herbei. Sie stellt dies dem Kohelet-Ansatz gegenüber, der die Absurdität akzeptiert statt dagegen anzukämpfen.

Unter Pfarrerstöchtern
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:42:37
„Was eine Tragödie wie König Oedipus auf die Bühne bringt, ist kaum mehr als Oedipus' Entdeckung der Wahrheit über seine Abstammung. Sophocles verzichtet darauf, noch einmal die ganze Mythologie darzubieten, auf der das Stück beruht. Er setzt voraus, dass die Zuschauer in Athen mit umfassenden Kenntnissen dieser Mythologie ins Theater kommen.“

Im Rahmen eines Zitats aus Jack Miles' Buch wird Sophokles' König Ödipus als Analogie herangezogen: So wie Sophokles voraussetzte, dass das Athener Publikum die Mythologie bereits kannte, so setzt das Neue Testament die Kenntnis des Alten Testaments voraus. Die Analogie verdeutlicht, wie kulturelles Vorwissen die emotionale Wirkung eines Werks steigert.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:42:20
„Natürlich geht es in der griechischen Sage um Oedipus, nicht um den Oedipus-Komplex. Aber Freud entdeckt um 1900 ein bestimmtes psychologisches Prägemuster und braucht dafür einen Namen, deutet dann die Sophocles-Tragödie gewesen an in diesem Sinne.“

Ijoma Mangold zieht die Parallele zwischen Freuds Ödipus-Komplex und dem Narzissmus-Begriff, um zu zeigen, wie antike Mythen erst Jahrtausende später als Namensgeber für psychologische Konzepte herangezogen wurden. Sophokles' Tragödie dient dabei als Analogie zur Ovid-Erzählung über Narziss.

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