Interview mit Sabine Rückert
Reporterforum
Sabine Rückert, renommierte Gerichts- und Kriminalreporterin der ZEIT, erläutert in diesem Interview ihre Philosophie der Reportage: Sie lehnt oberflächliche Beschreibungen ab und verlangt stattdessen nach "Gedankenmusik" – Texten, die über die bloße Realitätswiedergabe hinausweisen und auf metaphysischer, moralischer und gedanklicher Ebene wirken. Rückert argumentiert, dass echte Reportagen Reflexion, eine erkennbare Haltung des Autors und echtes Interesse an den porträtierten Menschen erfordern. Sie betont den fundamentalen Unterschied zwischen Kamera (pure Beobachtung) und Journalismus (Interpretation und Verstehen). Ein Kerndefizit vieler Reportagen sieht sie darin, dass Autoren sich nicht wirklich für ihr Gegenüber interessieren. Als Beispiel führt sie ihre Reportage "Die Mörderin" an, die für den Egon Erwin Kisch-Preis 2001 ausgezeichnet wurde und zeigt, wie emotionale Authentizität und gedankliche Tiefe bereits im ersten Absatz gründen können.
Erwähnungen (2)
„Es gibt ein sehr tolles Interview mit dir, das ich sehr empfehle, vom Reporterforum, das ist auch online, glaube ich, über viele Seiten, wo du ein bisschen über deine Arbeit reflektierst, auch darüber reflektierst, dass du nicht so gerne darüber reflektierst.“
Jochen Wegner empfiehlt ein ausführliches, mehrseitiges Online-Interview des Reporterforums mit Sabine Rückert, in dem sie über ihre journalistische Arbeitsweise spricht. Er nutzt es als Beleg für seine Beobachtung, dass Rückert ihre Geschichten selten mit klassischen Szenen-Einstiegen beginnt, sondern mit einer übergeordneten Erwägung oder Zusammenfassung.
„Und da steht drin, sagst du zu Giovanni di Lorenzo, je älter ich werde, desto mehr Gedanken mache ich mir über den Tod und desto weniger glaube ich an ein Leben danach. Allerdings gibt es zwei Dinge, die mich irritieren und doch manchmal eine höhere Macht glauben lassen.“
Sabine Rückert zitiert aus einem eigenen ZEIT-Interview mit Giovanni di Lorenzo, in dem sie über das Gefühl spricht, dass jemand auf sie aufpasst – Türen sich öffnen und schließen, immer zu ihrem Besten. Sie zieht eine Parallele zu Anthony Hopkins' Aussagen über eine lenkende Kraft im Leben.
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