Hiob. Roman eines einfachen Mannes
Joseph Roth
"Vor vielen Jahren lebte in Zuchnow ein Mann namens Mendel Singer. Er war fromm, gottesfürchtig und gewöhnlich, ein ganz alltäglicher Jude. Er übte den schlichten Beruf eines Lehrers aus. In seinem Haus, das nur aus einer geräumigen Küche bestand, vermittelte er Kindern die Kenntnis der Bibel. Er lehrte mit ehrlichem Eifer und ohne aufsehnerregenden Erfolg. Gewiß war sein Leben ständig schwer und zuweilen sogar eine Plage. Eine Frau und drei Kinder mußte er kleiden und nähren.
Erwähnungen (1)
„Es gibt nämlich nicht nur das Buch Hiob in der Bibel, sondern es gibt auch den Roman Hiob von Josef Roth. Josef Roth ist selbst ein Hiob gewesen. Er hat dieses Buch sehr früh geschrieben, da war er vielleicht so 30 oder 35. Er ist auch nicht viel älter geworden, ich glaube, er ist mit 45 gestorben an Trunksucht.“
Sabine Rückert stellt Joseph Roths Roman als literarische Adaption der biblischen Hiob-Geschichte vor. Sie betont die biografische Parallele: Roth selbst hatte ein schweres Leben, seine Frau wurde psychisch krank, er starb jung an Alkoholismus. Rückert kündigt an, Passagen daraus vorzulesen, und nennt das Buch 'voller Weisheiten und so großartig'.
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