Gefängnishefte
Antonio Gramsci
Antonio Gramscis Gefängnishefte enthalten das berühmte Zitat über Umbruchzeiten: „Die alte Welt ist untergegangen, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster." Der italienische Marxist schrieb diese Reflexionen während seiner Haft in den 1930ern auf und analysierte damit, wie gesellschaftliche Krisen die menschliche Natur verändern. Das Zitat bleibt relevant, weil es erklärt, warum Menschen in Zeiten großer Veränderung zu extremeren Verhaltensweisen neigen – ein zentrales Thema für das Verständnis von Kultur, Politik und Literatur.
Erwähnungen (5)
„Die alte Welt liegt im Sterben, die neue ist noch nicht geboren, es ist die Zeit der Monster. Also von wem ist das, Lars?“
Nina Pauer zitiert den berühmten Satz, der Gramsci zugeschrieben wird, um das Gefühl der Gegenwart zwischen zwei Epochen zu beschreiben. Lars Weisbrod ergänzt, dass das Zitat möglicherweise gar nicht direkt von Gramsci stammt, sondern von Žižek so zugespitzt übersetzt wurde. Beide nutzen es als treffende Formel für die 'Monster' der Gegenwart wie Trump und Populismus.
„Der Gramsci hat einen schönen Satz formuliert. Ich bin für den Pessimismus der Intelligenz und für den Optimismus der Tat. Das ist die Faustregel, die man sich merken kann.“
Biermann führt Antonio Gramsci als 'Rosa Luxemburg der Italiener' ein und zitiert dessen berühmten Ausspruch über den 'Pessimismus der Intelligenz und den Optimismus der Tat'. Biermann übersetzt diesen Satz in seine eigene Lebensphilosophie: immer mit dem Schlimmsten rechnen, aber das Beste tatkräftig anstreben.
„Es gibt ein schönes Zitat. Die alte Welt ist untergegangen, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster. Das hat ein italienischer Politiker in den 30ern gesagt. 20er oder 30er, muss ich nochmal nachschlagen. Und darauf hat mich vor kurzem ein Journalist der Zeit hingewiesen.“
Schätzing zitiert den berühmten Satz von Antonio Gramsci aus dessen Gefängnisheften, ohne den Autor namentlich zu nennen – er spricht nur von 'einem italienischen Politiker in den 30ern'. Das Zitat dient ihm als Schlüssel zu seiner eigenen Faszination für das Grauen: In Umbruchzeiten steigen die Monster in uns auf, und er als Schriftsteller gibt ihnen in seinen Büchern Raum, statt sie im echten Leben auszuleben.
„Er wörtlich sagt, die Rechten haben offenbar nicht Gramsci besser begriffen als die Linken, also indem es tatsächlich darum geht, um die kulturelle Hegemonie, das ja von dem italienischen Philosophen und Kommunisten Antonio Gramsci entwickelt wurde als Begriff.“
Im Gespräch über Mike Davis' Nachwort zu City of Quartz von 2006 verweist Iris Radisch auf Gramscis Konzept der kulturellen Hegemonie. Davis beschreibe, wie konservative und evangelikale Milieus in L.A. diese ursprünglich linke Strategie übernommen hätten, um Anhänger zu gewinnen – eine Entwicklung, die Trump-Amerika vorweggenommen habe.
„Und dann gibt es ja so einen zweiten großen Denker, der glaube ich da wichtig ist, Antonio Gramsci, ein italienischer Kommunist auch, der hat gesagt, kulturelle Hegemonie.“
Poschardt verweist auf Gramscis Konzept der kulturellen Hegemonie als theoretischen Schlüssel seiner Analyse. Er argumentiert, dass rot-rot-grüne Milieus Gramscis Strategie – erst die Kultur dominieren, dann die Politik – in den letzten Jahrzehnten erfolgreich umgesetzt haben.
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