Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die »Endlösung« in Polen
Christopher Browning
Das Reserve-Polizei-Bataillon 101 war eine militärische Einheit der Ordnungspolizei im nationalsozialistischen Deutschland, die in Hamburg aufgestellt wurde und rund 500 Mann umfasste. Das Bataillon war im Zweiten Weltkrieg eingesetzt und aktiv am Holocaust beteiligt. Angehörige dieses Verbandes waren an der Ermordung von mindestens 38.000 Juden direkt beteiligt.
Erwähnungen (7)
„Genau, das ist der Titel des Buches von Christopher Browning, der diesen sehr, sehr minutiös dokumentierten Fall in seinem Buch »Ganz normale Männer« schildert.“
Precht erzählt ausführlich die Geschichte des Hamburger Reservepolizeibataillons 101, das im Juli 1942 in Polen an Massenerschießungen teilnahm. Er stützt sich auf Brownings Buch, das für ihn psychologisch und sozialpsychologisch das interessanteste Werk zum Holocaust ist – weil es zeigt, wie ganz normale Familienväter zu Massenmördern wurden, nicht aus Überzeugung, sondern aus Gruppendruck.
„Du sagst, diese Geschichte dieser ganz normalen Männer, dieses Buch muss man echt nochmal lesen, hat dich immer interessiert.“
Lanz greift die vorherige Diskussion über die Täterforschung auf und empfiehlt explizit das Buch 'Ganz normale Männer' von Christopher Browning zur erneuten Lektüre. Es geht um die Frage, wie gewöhnliche Menschen zu Tätern des Holocaust werden konnten – das zentrale Thema dieses Gesprächsabschnitts.
„Nein, da sind Leute, du erinnerst dich, wir haben mal gesprochen über die ganz normalen Männer. Ich habe mir das Buch von Christopher Browning jetzt nochmal besorgt.“
Lanz zieht Christopher Brownings Studie über das Reserve-Polizeibataillon 101 heran, um den Unterschied zwischen Befehls- und Auftragslogik zu illustrieren. Er kontrastiert die Hamburger Polizisten, die sich im Holocaust auf Befehlsketten zurückzogen, mit dem Selbstverständnis der heutigen Bundeswehr, die auf Eigenverantwortung und Reflexion setzt. Das Buch dient als mahnendes Beispiel dafür, warum die deutsche Auftragslogik so wichtig ist.
„Du weißt, wir haben ja schon öfter über Christopher Browning gesprochen. Ganz normale Männer. Das ist auch ein Buch, das dich, glaube ich, sehr geprägt hat.“
Lanz und Precht diskutieren ausführlich über Christopher Brownings Buch, das die Geschichte des Hamburger Reserve-Polizeibataillons 101 im Holocaust dokumentiert. Das Buch ist zentraler Bezugspunkt für ihre Diskussion über das Böse: Wie konnten ganz normale Familienväter — keine SS-Leute, keine ideologisch Indoktrinierten — zu Massenmördern werden? Precht nennt es ein 'sehr intelligentes Buch, aus dem man wirklich viel lernt'.
„Wir haben ja öfter schon über dieses berühmte Hamburger Polizeibataillon gesprochen. 101, glaube ich. Diese Männer, die ganz normale Familienväter waren und dann abkommandiert werden in die Ostgebiete und dort barbarische Verbrechen begehen.“
Lanz verweist auf das berühmte Reserve-Polizeibataillon 101 als Beispiel dafür, wie normale Menschen zu Tätern werden können. Die Geschichte ist vor allem durch Christopher Brownings Buch 'Ganz normale Männer' bekannt geworden. Lanz nennt das Buch nicht explizit, referenziert aber klar dessen Kernthese.
„Du spielst auch noch dieses Buch, ne? Ja, es gibt dieses Buch von Browning, ganz normale Männer, der also, es hat den Prozess gegeben in den 60er Jahren, die diese Taten dieses Polizeibataillons und diese Leute, die da vor Gericht standen, das waren keine psychisch Gestößen oder so.“
Precht bringt Christopher Brownings Buch über das Hamburger Reservepolizeibataillon 101 ins Gespräch, um zu illustrieren, dass ganz gewöhnliche Familienväter im Holocaust zu Massenmördern wurden. Das Buch dient als historischer Beleg für die These, dass nicht individuelle Bösartigkeit, sondern Konformismus und Gehorsam normale Menschen zu Tätern machen können.
„Christopher Browning, du erinnerst dich, das Hamburger Polizeibataillon, das Frauen und Kinder zu Hause und dann in Polen die schlimmsten Dinge anrichten. Damals im Zweiten Weltkrieg, das berühmte Buch. Und die große Frage ist, woher kommt das? Die Antwort ist Ideologie.“
Lanz zieht nach seinem Besuch im ukrainischen Kriegsgefangenenlager eine Parallele zu Brownings Studie über das Hamburger Reserve-Polizeibataillon 101. Er nutzt das Buch, um die zentrale Frage zu formulieren, die ihn seit dem Besuch umtreibt: Wie werden ganz normale Menschen zu Tätern? Die Antwort, die er und Precht dann gemeinsam diskutieren, kreist um Ideologie und Konformität.
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