Extraneous factors in judicial decisions
Shai Danziger, Jonathan Levav, Liora Avnaim-Pesso
Die Studie des Forschers Shai Danziger zeigt anhand von israelischen Bewährungsverfahren, wie externe Faktoren wie Hunger die Entscheidungen von Richtern beeinflussen. Richter fällen kurz vor Pausen strenger Urteile als danach. Dies belegt, dass Justiz, obwohl sie objektiv sein soll, von subjektiven menschlichen Faktoren geprägt bleibt.
Erwähnungen (2)
„Es gibt Studien dazu, dass Richter morgens frisch ausgeschlafen oder mittags, wenn sie gesättigt sind, mildere Urteile sprechen, als kurz vor der Mittagspause, wenn sie nach mehreren Stunden Verhandlung übermüdet und hungrig sind oder eben am Ende eines langen Verhandlungstages, wenn sie auch hungrig und übermüdet sind.“
Im Gespräch über die fehlende Dokumentationspflicht bei Hauptverhandlungen an Landgerichten verweist Sentker auf empirische Forschung, die zeigt, dass äußere Faktoren wie Hunger und Ermüdung die Urteilsfindung beeinflussen. Die Studie von Danziger et al. (2011, PNAS) über israelische Richter und Bewährungsentscheidungen ist die bekannteste Untersuchung zu diesem Phänomen.
„Es gibt eine sehr bekannte Studie. Die hat sich Entscheidungen von Richterinnen und Richtern in Israel über Strafaussetzungen zur Bewährung angeschaut. Also ein hungriger Richter kurz vor dem Mittagessen entscheidet in der Tendenz deutlich strenger als derselbe Richter nach dem Mittagessen.“
Im Gespräch über richterliche Objektivität und den Einfluss von Emotionen auf Urteile erwähnt ein anderer Gesprächsteilnehmer Daniel Kahneman, woraufhin Philip Banse die berühmte israelische Studie zu Bewährungsentscheidungen schildert. Er nutzt sie als Beleg dafür, dass Justiz immer menschengemacht und damit fehlerbehaftet bleibt.
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