Essay über DDR-Übersiedler im Westen
Uwe Johnson
Uwe Johnsons Essay von 1970 analysiert Interviews mit DDR-Übersiedlern und enthüllt ihr ambivalentes Verhältnis zum Staat. Seine zentrale These: Wer die DDR verließ, wollte nicht automatisch im Westen ankommen – viele blieben mental mit der DDR verbunden. Diese Beobachtung ist grundlegend für das Verständnis der Mentalitätsunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland nach 1990 und erklärt prägende Einstellungen von Übersiedlern.
Erwähnungen (1)
„Der hat 1970, ich habe das ja in meinem Buch auch geschildert, der hat 1970 einen hochinteressanten Essay geschrieben, auf den ich da in meinem Buch auch sehr ausführlich eingehe und da macht er eine ganz wichtige Beobachtung.“
Kowalczuk zitiert ausführlich einen Essay von Uwe Johnson aus dem Jahr 1970, in dem dieser Gesprächsprotokolle von DDR-Übersiedlern im Westen analysiert. Johnsons zentrale Erkenntnis: Der Ostmensch hat ein grundlegend anderes Verhältnis zum Staat, befindet sich in permanenter Kommunikation mit der DDR – und wer die DDR verlassen wollte, wollte deshalb noch lange nicht in der Bundesrepublik ankommen. Kowalczuk nennt diesen Gedanken zentral für das Verständnis des Ostens nach 1990.
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