Dissertation über die Zertifikationsgläubigkeit der Deutschen
Jutta Allmendinger
Allmendinger untersucht in ihrer Dissertation die deutsche Zertifikationsgläubigkeit – die Überbetonung formaler Abschlüsse im deutschen Arbeitsmarkt. Besonders relevant ist der persönliche Bezug: Ironischerweise kehrt sie nach ihrer Harvard-Promotion genau deswegen nach Deutschland zurück, weil ihr die Habilitation fehlt – das sehr deutsche Zertifikat, das sie für eine akademische Karriere dort braucht. Sie demonstriert damit exemplarisch, wie abhängig beruflicher Aufstieg in Deutschland von spezifischen institutionellen Abschlüssen ist.
Erwähnungen (1)
„Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich meine Dissertation daran geschrieben habe, über die Zertifikationsgläubigkeit der Deutschen. Und ich habe dieses eine Zertifikat nicht, was ich brauche. Das war mein Grund, es war nicht der Mann.“
Allmendinger erklärt, warum sie nach ihrer Harvard-Promotion ein Angebot aus Princeton ablehnte und nach Deutschland zurückkehrte. Ironischerweise trieb sie ausgerechnet die in ihrer eigenen Dissertation beschriebene deutsche Fixierung auf formale Abschlüsse um — ihr fehlte die Habilitation, und sie fürchtete, ohne sie nie wieder in Deutschland Fuß fassen zu können.
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