Die Welt von gestern. Erinnerungen eines Europäers
Stefan Zweig
Stefan Zweigs Autobiografie beschreibt sein Aufwachsen im Wien des 19. Jahrhunderts und zeichnet ein anschauliches Bild der damaligen Gesellschaftsnormen. Besonders einprägsam sind die Passagen über die Prüderie der Zeit, etwa dass Frauen das Wort "Hose" nicht aussprechen durften und stattdessen von "Beinkleidern" sprechen mussten. Das Werk zeigt auf humorvolle Weise, wie restriktiv die weibliche Lebensrealität war und gibt historischen Kontext für das später emanzipatorische Motiv der Frauenrechte.
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„Ich habe gerade Stefan Zweig noch mal gelesen und musste so lachen, dass er über seine Kindheit erzählt, also die 18er, 80er, 90er, wo Frauen ja quasi bei Todesstrafe so ungefähr keine Hosen tragen durften und er sich darüber lustig macht, dass die Prüderie so weit ging, dass Frauen noch nicht mal das Wort Hose aussprechen durften, sondern mussten Beinkleider sagen.“
Thea Dorn erzählt, sie habe kürzlich Stefan Zweig erneut gelesen. Die Passage über die Prüderie des 19. Jahrhunderts — Frauen durften das Wort 'Hose' nicht aussprechen — dient ihr als historische Einordnung, warum 'die Hosen anhaben' einmal ein emanzipatorischer Ausdruck war. Gemeint ist sehr wahrscheinlich 'Die Welt von Gestern', Zweigs Autobiografie über seine Kindheit im Wien der 1880er/90er.
„Kleine Ausnahme, wenn man Stefan Zweig liest, die Welt von gestern, dann sagen wir mal ganz kurz vor dem ersten Weltkrieg, auch für 10, 15 Jahre hat man auch geglaubt. Friede für ewig, Wohlstand für ewig und dann kam der Erste Weltkrieg.“
Armin Wolf spricht über historische Zeitfenster des Optimismus und argumentiert, dass die Nachkriegszeit von den 1950ern bis 1990ern ein Sonderfall war. Er zieht Zweigs Autobiografie als Parallele heran: Auch vor dem Ersten Weltkrieg gab es eine kurze Phase, in der man an ewigen Frieden und Wohlstand glaubte – bevor alles zusammenbrach.
„Stefan Zweig, Die Welt von gestern, Erinnerung eines Europäers. Das ist geschrieben worden im Exil 1939 bis 1942. Im brasilianischen Exil geschrieben, unvollständig, weil er sich umgebracht hat, also ein ganz tragisches Buch.“
Stefan Zweigs autobiografisches Werk ist der 'Klassiker des Monats'. Beide Kritiker sind sich einig, dass das Buch erschreckend aktuell ist: Zweigs Beschreibung einer sicheren, liberalen Welt, die plötzlich in Krieg und Barbarei zerfällt, erinnert sie an die heutige geopolitische Lage. Soboczynski hebt die Passage hervor, dass alles Radikale und Gewaltsame für unmöglich gehalten wurde – genau wie vor dem aktuellen Krieg in Europa. Radisch betont Zweigs Beschreibung der 'Gleichgewichtsstörung' im Exil als zeitlose Wahrheit über Flucht.
„Mittlerweile lesen wir diese Bücher, im Übrigen auch Stefan Zweig und da gibt es ja andere auch noch, wie die Welt von gestern, die auf einmal so eine seltsame Aktualität bekommen.“
Der Sprecher vergleicht die neue Aktualität des Zauberbergs mit Stefan Zweigs Erinnerungen. Beide Werke, die lange als historische Dokumente galten, gewinnen angesichts aktueller Bedrohungen der liberalen Demokratie eine unerwartete Gegenwartsbezogenheit.
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