Die Toten
Christian Kracht
Die Wiedergeburt der gothic novel aus dem Geist des Kinos Christian Krachts neuer Roman »Die Toten« führt uns mitten hinein in die gleißenden, fiebrigen Jahre der Weimarer Republik, als die Kultur der Moderne, besonders die Filmkultur, eine frühe Blüte erlebte. Hier, in Berlin, »dem Spleen einer unsicheren, verkrampften, labilen Nation«, versucht ein Schweizer Filmregisseur, angestachelt von einem gewissen Siegfried Kracauer und einer gewissen Lotte Eisner, den UFA-Tycoon Hugenberg zur Finanzier...
Erwähnungen (2)
„Diese Faszination, die Christian Kracht dann tatsächlich ja für viele Positionen der Gegenmoderne hat, das spielt er auch in Die Toten ganz grandios durch, der führte immer wieder zu diesem Verdacht, ob wir es da in einem weitesten Sinne irgendwie rechtslastigen Autor zu tun hätten.“
Mangold erwähnt Die Toten im Kontext der Kracht-Debatte über dessen angebliche Rechtslastigkeit. Der Roman wird als Beispiel dafür angeführt, wie Kracht seine Faszination für Positionen der Gegenmoderne literarisch durchspielt.
„Auch in seinem, wie ich finde, großen Roman Die Toten geht es genau um diese Frage. Da ist es gewissermaßen festgemacht an der Kulturindustrie. Gibt es etwas, was wir der Moderne, die durch Hollywood die Welt globalisiert und vereinheitlicht hat, in ihrer Bildsprache entgegensetzen kann? Ist das möglicherweise der alte Stummfilm?“
Mangold ordnet Krachts Werk werkgeschichtlich ein und nennt 'Die Toten' als früheres Beispiel für Krachts wiederkehrendes Motiv der Moderneverachtung. Dort wird die Frage über die Kulturindustrie verhandelt: ob eine zelluloide Achse Berlin-Japan dem gleichmacherischen Hollywood etwas entgegensetzen kann.
Ähnliche Medien
Faserland
Christian Kracht
Ein junger Mann irrt durch die alte Bundesrepublik. Wir schreiben das Jahr 1995, und die Mauer ist gefallen, das interessiert den jungen Mann aber nicht. Von Nord nach Süd lässt er sich treiben, von Sylt zum Bodensee, dann weiter nach Zürich ans Grab von Thomas Mann. Betrunken ist er häufig, angewidert eigentlich ständig. Von den Menschen, dem Land, der Zeit. Geld hat er viel, Stil auch, nur Halt hat er keinen. Er versteht alles, sagt er, dann entgleitet ihm wieder alles.
Eurotrash
Christian Kracht
»I'll see you in twenty-five years.« Laura Palmer. »Also, ich musste wieder auf ein paar Tage nach Zürich. Es war ganz schrecklich. Aus Nervosität darüber hatte ich mich das gesamte verlängerte Wochenende über so unwohl gefühlt, dass ich unter starker Verstopfung litt. Dazu muss ich sagen, dass ich vor einem Vierteljahrhundert eine Geschichte geschrieben hatte, die ich aus irgendeinem Grund, der mir nun nicht mehr einfällt, ›Faserland‹ genannt hatte.
1979
Christian Kracht
Teheran 1979: Die Stadt liegt in einem schwer durchschaubaren Taumel, es ist der Vorabend der islamischen Revolution – des Aufstandes der Anhänger Ajatollah Khomeinis gegen den Schah und sein westliches Regime. Der Erzähler, ein junger deutscher Innenarchitekt, und sein hoch gebildeter, zynischer, gesundheitlich zerstörter Freund Christopher reisen zu der Musik von Devo und Blondie durch den Iran bis nach Teheran.
Imperium
Christian Kracht
Eine deutsche Südseeballade In »Imperium« erzählt Christian Kracht eine Aussteigergeschichte in den deutschen Kolonien der Südsee, indem er virtuos und gut gelaunt mit den Formen des historischen Abenteuerromans eines Melville, Joseph Conrad, Robert Louis Stevenson oder Jack London spielt. Die Welt wollte er retten, eine neue Religion stiften, gar ein eigenes Reich gründen – eine Utopie verwirklichen, die nicht nur ihn selbst, sondern die Menschheit erlöst, fernab der zerstörerischen europäische...