Die Physiker
Friedrich Dürrenmatt
Dürrenmatts Komödie "Die Physiker" wird als Theaterstück mit zeitgeschichtlichen Anspielungen analysiert, dessen Protagonist Möbius dem Atomphysiker Oppenheimer ähnelt – beide kämpfen mit moralischen Bedenken gegenüber ihren wissenschaftlichen Erfindungen. Das Stück kritisiert sowohl die amerikanische als auch die sowjetische Großmacht, wobei Dürrenmatt beide Systeme als gleichermaßen bedrohlich für die Menschheit darstellt. Das zentrale Thema ist die Verantwortung von Wissenschaftlern für die unvorhersehbaren Folgen ihrer Erfindungen im Kontext des Kalten Krieges und des absurden Vernichtungspotentials. Möbius versucht, sich dieser Tragik durch Wahnsinn zu entziehen und zieht sich mit seiner Weltformel in eine Anstalt zurück – das Irrenhaus fungiert als Metapher für die von Wahnsinn heimgesuchte Welt. Dürrenmatts pessimistische, aber radikal ideologiefreie Weltsicht zeigt sich darin, dass er aggressive Kriegspolitik und hochmodernes Wettrüsten als Symptome einer erkrankten Menschheit begreift.
Erwähnungen (3)
„Meine von so Dürrenmatt-Lektüre geschulten Albträume, Wachalbträume, Dürrenmatt, der ja für sozusagen die absurdeste Wendung, aber auch immer schlimmste absurdeste Wendung steht in seinen Dramaturgien.“
Lars Weisbrod spricht über das absurde Szenario, dass Wissenschaftler durch Gain-of-Function-Forschung genau die Katastrophe herbeiführen, die sie verhindern wollten. Er verweist auf Dürrenmatt als Meister solcher absurden Wendungen. Obwohl kein Titel genannt wird, ist im Kontext von Wissenschaftlern, die mit ihrer Forschung die Menschheit gefährden, 'Die Physiker' die naheliegendste Referenz.
„Richter und der Henker haben wir auch gelesen. Die Physiker? Richtig gut, Dürrenmatt, damals in der Schule fand man es natürlich ein bisschen zäh, aber jetzt nochmal Dürrenmatt zu lesen, was für ein Schlauer, wie gut der geschrieben hat.“
Jan Böhmermann wirft das berühmte Theaterstück als Nachfrage ein, als Olli von seiner Dürrenmatt-Schullektüre erzählt. Es bleibt offen, ob sie es tatsächlich gelesen haben — Jan fragt nur nach, und Olli geht nicht direkt darauf ein, sondern lobt Dürrenmatt allgemein.
„Danach inszenierte ich selbst ein Stück und zwar »Die Physiker« von Dürrnmatt. Ich war 16, ja.“
Im Anschluss an seine Rolle in Büchners Stück inszenierte der 16-jährige Schirach Dürrenmatts Komödie selbst. Die Anekdote dient als Beleg für sein frühes künstlerisches Talent, das ein Ordensbruder im Internat als Erster erkannte.
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